Wenn das Pferd tot ist…

„Wenn das Pferd tot ist, müssen wir absteigen.“ Wir Christen tun uns besonders schwer damit. Ich schließe mich hier mit meiner Persönlichkeitsstruktur ganz bewusst mit ein. Wir wollen oft ein totes Pferd gar nicht als tot wahr nehmen, sondern tun lieber so, als ob alles noch in bester Ordnung sei. Wir gehen manchmal so übervorsichtig, oder fromm gesagt: „seelsorgerlich und liebevoll“ miteinander um, dass wir dem anderen eine traurige Wahrheit gar nicht zumuten wollen. Wenn ein christlicher Kreis oder eine Gemeinde stirbt, dann machen wir einander bis zum Schluss und darüber hinaus Hoffnung, dass es doch noch irgendwie weitergeht.

Aber was ist liebloser? Dem anderen vorzumachen, dass das Pferd gar nicht tot ist und so lange auf dem toten Pferd herumreiten, bis es anfängt zu stinken und auch der letzte enttäuscht davon läuft. Oder den Mut haben zu sagen: Es ist vorbei. Lasst uns neue Wege suchen, oder um im Bild zu bleiben: Lasst uns ein anderes Pferd suchen, es fangen, zähmen und reiten.

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Bildquelle: aboutpixel.de / Das arme Pferd 🙁 © Michu Rust
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Ein Gedanke zu „Wenn das Pferd tot ist…“

  1. Ja, das ist richtig. Wie viele Christen harren in Kirchen aus, in der Meinung, daß sie diese zum besseren ändern könnten, wenn sie nur treu dort verblieben und merken gar nicht, daß sie ihre Treue einem toten Pferd schenken statt dem lebendigen Christos.

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