Web-Statistiken: Meine Top 3

In den vergangenen Monaten und Wochen habe ich die unterschiedlichsten Web-Statistik Programme und Tools ausprobiert. Hier nun meine momentanen Favoriten, was Web-Statistik und Web-Analyse angeht:

Piwik

Piwik ist ein Open-Source Web-Analyse Programm. Es steckt noch in der Entwicklung (zur Zeit ist es als Beta zu erhalten), aber es läuft im produktiven Einsatz schon sehr zuverlässig. Piwik hat für sich den Anspruch ein freie Alternative zu Google-Analytics zu sein. Das ist zumindest bis jetzt noch etwas übertrieben, aber Piwik ist auf einem guten Weg und in manchen Bereichen jetzt schon Google-Analytics überlegen.

Piwik ist ein Programm, dass auf dem eigenen Web-Server installiert wird und das dann auch die Server-eigene Datenbank benutzt. Die Installation geht recht einfach und ist vergleichbar mit einer WordPress-Installation. Wenn man es für ein WordPress-Blog benutzt kann man problemlos seine vorhandene WordPress-Datenbank zum Speichern der Daten angeben. Die nötigen Tabellen werden ergänzt, ohne die WordPress Daten zu beeinflussen. Nach der Installation kann das Programm über den Browser benutzt werden.

Vom Funktionsumfang her ist Piwik bis jetzt noch recht begrenzt. Aber es bietet alle grundlegenden Funktionen eines Web-Analyse-Programms. Sehr gut ist, dass die Startseite frei konfigurierbar ist. Man kann aus den vorhandenen Statistik-Widgets auswählen und beliebig viele in drei Spalten anordnen. Die Widgets lassen sich auch auf anderen Webseiten oder im Blog selbst anzeigen.

Piwik ist auf Erweiterbarkeit hin konzipiert. Es können verschiedene Plugins aktiviert oder deaktiviert werden. Die Pluginverwaltung erinnert dabei sehr stark an die Pluginverwaltung von WordPress. Zur Zeit ist der Umfang der Plugins noch sehr begrenzt, aber wird sich im Lauf der Zeit sicher verbessern.

Eine Live-Ansicht der Aktivitäten auf der eigenen Webseite gibt es bis jetzt nur als frühe Entwickler-Version. Die funktioniert aber schon mit grundlegenden Infos (leider werden zumindest bei mir die deutschen Umlaute bei den Suchbegriffen noch nicht richtig erkannt). Mit etwas Feinarbeit in der Template der Live-Ansicht kann man sich auch selbst die gewünschten Infos zusammenstellen und die Ansicht anpassen. In der aktuellen Version 0.2.32 ist das Plugin zwar enthalten, aber es gibt noch keinen Link aus dem Dashboard oder den Einstellung, um es tatsächlich zu sehen. Dazu kann man aber die URL seines Piwik-Accounts folgendermaßen abändern: /index.php?module=Live&action=index. Und schon läuft das Live-Plugin.

Für die Integration in WordPress gibt es ein gut funktionierendes Plugin, mit dem man auch die eigenen Besuche auf der Seite von der Zählung ausschließen kann: Piwik Analytics.

Hier gibt’s eine Online-Demo zum selbst ausprobieren: Piwik Demo

Pro:

  • Real-Time Statistik
  • Daten werden auf eigenem Server gespeichert
  • Erweiterbarkeit und Flexibilität
  • Open Source (alle Funktionen kostenlos!)
  • Recht zuverlässiges Ausfiltern von Bots

Kontra

  • Noch in der Entwicklung
  • Bei viel Traffik sammeln sich viele Daten an und blähen die eigene Datenbank auf
  • Schwieriger zu installieren als externe Statistik-Tools

Screenshots

piwik Dashboardpiwik Besucher Einstellungenpiwik Pluginverwaltungpiwik Widget erstellenpiwik Live-View

Clicky

Clicky ist ein kommerzielles Statistik-Tool, bei dem die Daten auf dem Server von Clicky gespeichert und ausgewertet werden. In die eigene Seite wird ein Code-Schnipsel eingefügt und bei jedem Laden der Seite werden Infos an Clicky geschickt und ausgewertet.

Vom Funktionsumfang, der Zuverlässigkeit und dem Design ist Clicky wirklich klasse. Auch hier kann das Dashboard individuell angepasst werden und es gibt verschiedene Widgets, die man auf beliebige Web-Seiten integrieren kann (so kann man z.B. die letzten Besucher mit Länderflagge und Landeseite auf dem eigenen Blog anzeigen).

Sehr schön umgesetzt ist auch die Live-View, die hier „Spion“ genannt wird. Man kann Live verfolgen, was gerade auf dem Blog los ist. Zur Auswertung der Daten kann man dann unterschiedliche Datumbereiche eingeben und sich die unterschiedlichsten Statistiken zu Herkunft, betrachtetem Inhalt und technischen Einstellungen der Besucher anschauen.

Solch ein guter und professioneller Dienst kostet natürlich was! Man kann Clicky nach der Anmeldung drei Wochen lang kostenlos mit allen Funktionen testen. Danach muss man entweder auf eine Pro Account upgraden oder man nutzt die kostenlose Variante, die zum Teil erheblich eingeschränkt ist. Bei der kostenlosen Version gibt es z.B. keinen Spion und die Daten werden nur für den Zeitraum von einem Monat gespeichert. Für mich bleibt aber auch das kostenlose Angebot eine sehr gute Möglichkeit, um zu sehen, was in den letzten Tagen auf dem Blog los war. Für die längerfristige Analyse braucht man dann andere Tools, die die Daten unbegrenzt speichern (wie z.B. Piwik).

Hier gibt’s eine Online-Demo zum selbst ausprobieren: Clicky Demo

Pro

  • Einfache Installation
  • Großer Funktionsumfang
  • Modernes, übersichtliches Design
  • Anpassbares Dashboard
  • Widgets für die Webseite
  • Recht zuverlässiges Ausfiltern von Bots

Kontra

  • Voller Funktionsumfang ist kostenpflichtig
  • In der kostenlosen Version muss auf der Seite ein Clicky-Schildchen sichtbar eingebunden sein

Screenshots

clicky: Dashboardclicky: Letzte Besucherclicky: Karte der letzten Besucherclicky: Übersicht zu Seitenzugriffenclicky: Spion (Live-View)

BBclone

Jetzt noch ein kleines, feines PHP-Programm: BBClone. Es handelt sich hier nicht um ein ausgewachsenes Analyse-Programm, sondern eher um einen umfangreicheren Counter. Mir gefällt das Programm sehr gut weil es resourcesparend ist und es eine tolle Übersicht über die letzten Besucher auf der Webseite hat. Mir gefällt an dieser Übersicht besonders, dass viele Informationen auf einen Blick zu erfassen sind (besonders gut: Die Zahl der Seitenaufrufe und die Suchwörter, über die Besucher auf die Seite kamen werden auch dargestellt).

Für die Installation ist einiges an Handarbeit gefragt. Das Programm muss auf dem eigenen Webserver installiert werden, dann wird ein Aktivierungscode auf den zu zählenden Webseiten eingefügt (bei WordPress geht das am besten über die Theme-Templates. Bei einem Wechsel des Themes müssen die Code-Schnipsel dann aber wieder neu eingefügt werden). Schließlich kann man wichtige Funktionen über eine Konfigurationsdatei mit einem Texteditior einstellen. In der Konfiguration kann man auch einstellen, ob Bots auch mitgezählt werden sollen oder nicht. Wobei die Erkennung von Bots nicht so zuverlässig funktioniert wie bei Piwik oder Clicky – allerdings werden dafür bei Piwik und Clicky auch manchmal echte Besucher ausgefiltert. BBClone zählt deswegen deutlich höhere Besuchszahlen als die beiden anderen.

Im Gegensatz zu Piwik kommt BBClone ohne MySQL-Datenbank aus. Die Daten werden in einer eigenen Datei gespeichert. Es gibt drei übersichtliche Ansichten (welche sich über die Konfigurationsdatei oder auch über die Template-Datei anpassen lassen). Zum einen gibt es eine allgemeine Übersicht auf der in unterschiedlichen Kategorien jeweils die häufigsten Einträge dargestellt werden. In der Übersicht kann man kein Datumsbereich einstellen, sondern es werden immer die Ergebnisse aus dem gesammten Zeitraum dargestellt. Dann gibt es eine ausführliche Statistik, in der die letzten Besucher aufgeführt werden. Und schließlich haben wir noch eine Zeitstatistik, in der die Zugriffszahlen in unterschiedlicher zeitlicher Dauer grafisch dargestellt werden.

Hier gibt’s eine Online-Demo zum selbst ausprobieren: BBclone Demo

Pro:

  • Schnell und resourcesparend
  • Sehr informative Übersicht über die letzten Besucher
  • Keine MySQL-Datenbank notwendig
  • Daten werden auf eigenem Server gespeichert
  • Open Source

Kontra

  • Dient eher zur ersten Übersicht, nicht für detaillierte Analyse
  • Bots werden oft nicht erkannt und ausgefiltert
  • Nicht so einfach zu installieren

Screenshots

bbclone: Allgemeine Statistikbbclone: Ausführliche Statistikbbclone: Zeitstatistik

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9 Gedanken zu „Web-Statistiken: Meine Top 3“

  1. Was bei bbclone allerdings erst im Lauf der Zeit auffällt: Sämtliche Besucherdaten bauschen die Logfile-Datei auf dem Server sehr schnell auf. Wenn man da zuwenig Webspace hat ist schnell Essig mit den Besucherdaten! Dann wird nur noch eine Fehlermeldung beim Aufruf von bbclone angezeigt und das war´s dann…

  2. Hallo René!
    Danke für den Hinweis!
    Das ist wohl das Problem bei allen Statistik-Tools, die man selbst hostet. Wobei bbclone da sehr viel sparsamer ist, als z.B. piwik – schon nach einigen Wochen hat piwik meine WordPress-Datenbank um ein vielfaches anschwellen lassen.
    bbclone speichert die Daten in eigenen Textdateien und die sind bei mir zumindest erheblich kleiner als bei piwik (hab piwik deswegen wieder entfernt).

  3. Ja, auf der erneuten Suche nach einem kleinen feinen Werkzeug für meine kleinen WordPress-Gebilde bin ich hier gelandet. Ein WordPress-Plugin für BBclone, das wäre prima … – Mal sehen. – Danke.

  4. Ergänzung:
    WebReflow ist für den nicht kommerziellen Einsatz kostenfrei. Ich habe es in der Vergangenheit sehr häufig genutzt. Es wird anscheinend nicht mehr intensiv gepflegt. Schaut euch mal die Online-Demo an: http://www.webreflow.com/de
    Die Installation erfolgt auf dem eigenen Server. Wenn sich viele, viele Menschen finden kann mann/frau die Anbieter bestimmt für ein „Weitermachen“ begeistern … – Auf die Plätze fertig – Los ! – Frohe kommerzschwangerfreie Feiertage.

    1. Hallo KChristoph!
      Willkommen bei windhauch und danke für die Ergänzung. Ich hatte mir Webreflow auch schon mal angeschaut. Ist auf jeden Fall gut. Aber wie du schon sagst: Es ist inzwischen etwas angestaubt und wird nicht weiterentwickelt. Die letzte Version ist vom Nov. 2005!

      1. Ich habe etwas Staub gewischt und WebReflow auf http://ungehorsam.net wieder eingesetzt. Alle anderen Gebilde von mir werden folgen. Von der Installation her etwas fummlig; eine gewisse Klarheit und Aussagefähigkeit macht letztendlich, mich zumindest, zufrieden. Jemand, der ähnliches, vielleicht etwas frischer, entdeckt, möge sich bitte melden. Ich werde WebReflow in diesem Umfeld mal erwähnen:
        http://hype.yeebase.com/OpenSource/Wissenswerkbank–eyePlorer/ ( http://hype.yeebase.com )
        Dankeschön.

  5. Kontra Clicky … 😉

    ich komme nicht aus der Nähe Kiel, mein Fähnchen müsste eher Richtung Lübeck sitzen. Ungenau 🙂

    Als kostenloser wordpress-Nutzer kann ich die leider nicht einbetten … jedenfalls wüsste ich nicht wie. Vorteil, wenn man seine eigene Seite hat.

    1. Eine primäre Frage sollte vielleicht lauten: „Was erwarte ich von einem Analysetool ?“ Ich habe gerade mit der Hilfe von „WebReflow“ gesehen, daß Sabina über „Windhauch“ auf eines meiner Gebilde gelangte; was will ich viel mehr. –
      http://hype.yeebase.com/Webentwicklung/Piwik-Woopra-oder-Google-Analytics–eine-Entscheidungshilfe/ – Bei vielen getesteten Tools lagen die Ortsangaben oft arg daneben … – Kann mann/frau nicht ein Analyse-PlugIn bei der kostenlosen WordPress-Installation ( http://sabinaonline.wordpress.com )einbinden ? Du wirst die Werte bekommen, die für dich wichtig. Einen herrlichen Sommer.

    2. Ja, da sind eigentlich alle Analysetools ziemlich ungenau. Wenn man Glück hat, werden so ungefähr die Regionen richtig getroffen, aber manchmal nicht mal das…
      Aber von hier unten aus Süddeutschland gesehen ist das bei Dir ja fast ein Volltreffer: Lübeck und Kiel liegen doch gleich nebeneinander… 😉

      Auch Blogs von wordpress.com können bei clicky eingebunden werden. Zwar nicht mit Javascript, aber mit einer Bild basierten Verbindung. Da sind dann wohl aber nicht alle Funktionen möglich ( http://getclicky.com/help/integrate )

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