Apostelgeschichte 7, 1-16 Unsere jüdischen Wurzeln

In seiner Rede vor dem Hohen Rat macht Stephanus von Anfang an klar, wie sehr sein Glaube an Jesus Christus im jüdischen Glauben verwurzelt und verankert ist. Das ist vor einem jüdischen Gericht sicher auch ein taktisch kluges Vorgehen. Aber die Verwurzelung des christlichen Glaubens in der jüdischen Geschichte und Tradition ist auch eine theologische Grundwahrheit des Neuen Testamentes, welche auch noch für uns heute gilt. Wir stehen auch heute als Christen noch in der Tradition des alttestamentlichen Gottesvolkes. Alle Versuche unseren Glauben von seinen jüdischen Wurzeln „zu reinigen“ sind zu recht gescheitert. Abraham, Isaak, Jakob und seine zwölf Söhne sind auch meine Glaubensväter.

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Epheser 3, 14-17 Macho-Christentum

Zwei Dinge sind mir in diesem Text aufgefallen. Das Erste: es geht um innere Stärke (V.16: „…stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen…“). Die entscheidende Stärke ist also nicht eine äußerliche, sondern eine innerliche (die äußerliche zunächst einmal gar nicht sichtbar sein muss). Wir leben in einer Welt, in der v.a. äußere Stärke zählt. Zu dieser äußerlichen Stärke gehört nicht nur Muskelkraft, sondern auch solche Dinge wie: Selbstbewusstsein, gutes Aussehen, Redegewandtheit, materielle Statussymbole, usw.

Leider schauen auch wir Christen oft auf Äußerlichkeiten: Erfolgreiche Gemeinden, die in schicken Gemeindehäusern mit allem technischen Schnickschnack ihre minutiös geplanten Gottesdienste performen, oder selbstbewusste Christen, die mit gewinnendem Vertreterlächeln von ihrem siegreichen Leben in Christus berichten, oder überzeugende und redegewandte Prediger, die allein schon durch ihre Ausstrahlung begeistern, usw. Zugespitzt gesagt: das ist Macho-Christentum. Aber um dieses äußerliche Machogehabe geht es nicht, es geht um innere Stärke. Um das nicht so Offensichtliche. Um die Stärke, die auch dann noch da ist, wenn äußerlich alles zu Ende scheint.

Das zweite, was mir an dem Text aufgefallen ist, ist die Grundlage für diese innere Stärke: Eingewurzelt und gegründet sein in der Liebe (V.17). Ein schönes Bild! Es kann sein, dass ein Baum nach außen hin kümmerlich und unscheinbar aussieht, dass er aber tiefe Wurzeln hat, dass er sich mit aller Kraft in das Erdreich klammert und die Stürme des Lebens ihn nicht entwurzeln können. So soll es sein! Diese Verwurzelung macht einen Menschen wirklich stark.

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