Johannes 14, 25-31 Der Heilige Geist und die Bibel

Beim Lesen heute habe ich gestutzt: Eigentlich ist es doch die Bibel und hier vor allem die Evangelien, die uns lehren und daran erinnern, was Jesus uns gesagt hat. Das Neue Testament ist bis heute die maßgebliche Quelle und Autorität für das, was wir von Jesus wissen. Aber hier sagt Jesus uns, dass der Heilige Geist uns Jesu Worte lehren und uns daran erinnern wird.

Allerdings muss das ja kein Widerspruch sein. Im Neuen Testament sind uns die Worte und Taten Jesu überliefert. Aber für viele Menschen sind das nur tote Buchstaben, sie können damit wenig anfangen, es spricht dadurch nicht Gott in ihr Leben hinein. Um wirklich in diesen Worten Jesu Stimme zu hören, braucht es die Vermittlung des Heiligen Geistes. Ohne den Geist bleibt die Bibel toter Buchstabe.

| Bibeltext |

Johannes 4, 43-54 Wunderglauben

Das Verhältnis von Glaube und Wundern scheint schon für Jesus nicht ganz einfach gewesen zu sein. Er beklagt sich über seine Zeitgenossen: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.“ (V.48) Hier wird deutlich, dass das Entscheidende nicht die Zeichen und Wunder sind, sondern der Glaube. Wenn ein Mensch körperlich gesund wird, dann ist das schön. Es ist ein Zeichen für Gottes heilschaffende Macht. Aber wenn ein Mensch zum Glauben kommt, dann ist das das Entscheidende um das es Jesus geht.

Aber trotz seiner Klage über Wundergläubigkeit tut er ein weiteres Wunder und heilt den Sohn des Mannes aus der Ferne. Und Johannes bestätigt ausdrücklich, dass dies dann positive Auswirkungen auch für den Glauben der Beteiligten hat: „Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.“ (V.53) Also ist es doch gut, dass dieses Wunder zum Glauben führte?! Zu beachten ist allerdings, dass der Glaube des Mannes schon vorher da war: „Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.“ (V.50) Schon bevor er das Wunder sieht, vertraut er auf das Wort Jesu. Das ist echter Glaube: Vertrauen, schon bevor ich etwas sehe.

Außerdem bezeichnet Johannes dieses Wunder ausdrücklich als Zeichen. Ein Zeichen ist immer etwas, das auf etwas anderes verweist. Ein Zeichen ist nicht das Eigentliche, sondern ein Hinweis auf das Eigentliche. Wunder sind nicht das Eigentliche, sondern sie verweisen auf Gott und seine heilschaffende Macht. Wenn es nur um das Zeichen geht und nur das Zeichen Glauben weckt, dann ist etwas schief. Der Glaube bezieht sich nämlich auf Gott, bzw. Jesus und sein Wort, nicht auf das Zeichen.

| Bibeltext |

Kolosser 4, 2-6 Eine offene Tür

Darum bitte ich Gott auch heute: dass er Türen bei  den Menschen öffnet für sich und sein Wort. Es ist so schwierig, dass sich Menschen für Gott öffnen. Es gibt so viele Dinge, die anscheinend wichtiger sind als Gott. Es gibt so viel Skepsis und noch viel mehr Gleichgültigkeit gegenüber Gott. War das immer schon so?

Offensichtlich mussten schon die ersten Christen darum beten, dass Gott Türen öffnet. Sie rannten mit ihrer Botschaft keine offene Türen ein, sondern stießen schon damals auf Skepsis und Ablehnung. Aber wir sehen auch, dass es heute in vielen anderen Teilen der Welt eine größere Offenheit gibt als hier bei uns in Deutschland. „Herr, wir brauchen dich! Öffne die Türen zu den Herzen der Menschen und gib uns die richtigen Worte.

| Bibeltext |

Lukas 8, 19-21 Hören und Tun

„Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und darüber bloggen…“ Nein, das stimmt natürlich nicht. Jesus sagt: „…hören und tun.“ Das ist ein großer Unterschied. Das ist immer wieder auch eine Herausforderung. Es ist gut, wenn man Gottes Wort hört – wenn man in der Bibel liest, wenn man Predigten hört. Es ist gut, wenn man über Gottes Wort redet und sich darüber austauscht. Aber am allerbesten ist es, Gottes Wort zu tun.

| Bibeltext |

Matthäus 13, 18-23 – Göttliche Agrarlehre

Was für ein Ackerfeld bin ich für Gottes Wort? Hat seine Botschaft bei mir Auswirkungen, bringt sie Frucht? Bin ich wie ein hart getretener Weg, an dem Gottes Wort wirkungslos abprallt? Bin ich innerlich verhärtet und lasse Gottes Wort gar nicht an mein Herz kommen, so dass ich es nicht wirklich verstehen kann (verstehen in einem tieferen Sinn, als nur das verstandesmäßige Verstehen)?

Oder bin ich wie der Felsboden, der manchmal begeistert ist und mit Freude dabei ist. Wenn aber schwierige Zeiten kommen – wie sieht es dann aus? Würde ich bei Verfolgung treu sein können? Ist mir Jesus wichtiger als alles andere? Wichtiger als mein Besitz, mein Ruf, mein Leben, meine Familie? Bin ich mehr als ein Schönwetterchrist?

Oder bin ich wie der Ackerboden unter den Dornen? Das Wort wird aufgenommen und wächst, aber die Dornen dieser Welt ersticken es. Wird mein Glaube und meine Begeisterung für Gott von den Sorgen dieser Welt und der „immer mehr haben wollen Mentalität“ die mich umgibt erdrückt?

Vielleicht bin ich aber auch wie der gute Ackerboden, auf dem das Wort guten Boden finden? Wo es wachsen und gedeihen kann. Wo es viel Frucht bringt. Wer bin ich?

Ich bin von allem etwas! Es gibt so vieles in Gottes Wort, das ich nicht wirklich verstehe und das ich nicht an mich ranlasse. Vielleicht auch vieles, vor dem ich Angst habe und bei dem ich mein Herz hart und unzugänglich mache. Ich habe auch etwas von den wetterwendischen „Schönwetterchristen“. Ich habe im Moment nicht das Gefühl dass ich bei echter Verfolgung Jesus über alles andere stellen könnte. Ganz sicher hab ich auch etwas von den „Sorgenchristen“, deren Gedanken und Sorgen sich viel zu oft um Nichtigkeiten drehen. Aber ich hoffe, dass ich auch ein klein wenig der gute Ackerboden bin, bei dem Gott wirklich Frucht bringen kann…

1. Korinther 4, 14-21 – Dynamit

„Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.“ (1.Kor.4,20)

Na toll! Vorher hat Paulus noch geschrieben, dass das Wort vom Kreuz eine Gotteskraft ist (1.Kor.1,18) und jetzt sagt er, dass das Reich Gottes nicht in Worten besteht. Ja, ist schon klar – er meint hier die selbstherrlichen und eingebildeten Worte mancher Korinther. Aber ich frag mich trotzdem: Worin besteht denn jetzt die Kraft Gottes? Wie und wodurch kommt sie bei uns zur Wirkung? Ist die Kraft Gottes, dass wir – ähnlich wie Christus am Kreuz – Leid, Enttäuschung und Schwachheit ertragen können, ohne innerlich draufzugehen? Besteht die Kraft darin, einfach den ganzen Müll unserer gefallenen Welt ertragen zu können und innerlich zu denken: „Naja, ich bin ja gerettet und irgendwann – in der Ewigkeit – wird dann auch wirklich alles besser.“?

Ich kann verstehen, dass den Korinthern das nicht genug ist, dass sie neben schönen Trostworten auch etwas von der Kraft Gottes sehen möchten. Ich sehe wenig von dieser Kraft, bei mir und bei anderen. Im griechischen steckt hinter dem Wort Kraft der Ausdruck „dynamis“. Von dieser Dynamik Gottes erlebe ich nichts. Ich sehe kein Dynamit, das Tod und Teufel einfach wegsprengt. Ich sehe nur ein paar heruntergebrannte und flackernde Kerzen. Ich erlebe nur viel Langeweile und Bequemlichkeit. Ich höre nur viele Worte, leere Worte. Ja, geredet (und gebloggt) wird viel. Aber das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft. Wie zeigt sich diese Kraft? Warum schaffen wir es nicht, anstatt ein paar flackender Kerzen die Sprengkraft von Gottes Dynamit anzuzünden?