Die Waffe der Schwachheit

Hab gestern ein interessantes Interview mit Alice Walker, der Autorin von „Die Farbe lila“ gesehen. Sie wurde zur Wahl in den USA befragt und sie hat mich durch ihre knappen, präzisen und gehaltvollen Antworten begeistert (anders als manche Politiker, die in solchen Interviews immer wahnsinnig viel zu sagen haben und am Ende doch nicht wirklich etwas gesagt haben…). Ein Satz ist mir besonders hängen geblieben: „war is the weapon of weakness.“ Krieg ist die Waffe der Schwachheit. Das ist (besonders im Englischen) eine fast schon poetische Formulierung die trifft und die durch ihre scheinbare Widersprüchlichkeit aufrüttelt und zum Nachdenken anregt.

Wow! Sie haben es getan!

Sie habens tatsächlich getan! Sie haben ihn gewählt! Obwohl er (relativ) jung ist, obwohl er (relativ) unerfahren ist und obwohl er schwarz ist! Was mich freut ist nicht nur diese Wahl, sondern auch die Deutlichkeit – vielleicht kann Obama ein wenig die Gespaltenheit der USA überwinden. Was mich ebenfalls freut, sind die Reaktionen auf diese Wahl: Die Begeisterung, die Freude, die großen Emotionen der Menschen in Amerika. Viele verstehen, dass hier etwas Besonderes geschehen ist und bekommen neue Hoffnung. Sogar Busch und McCain zeigen großen Respekt für Obama.

Im konkreten Alltagsgeschäft der Politik wird Obama auch nicht alles anders machen können, er wird auch von vielen Zwängen und Machtspielen getrieben sein. Er wird sicher auch viele Hoffnungen enttäuschen müssen. Aber allein dass Amerika einen schwarzen Präsidenten bekommt, ist ein Zeichen des Wandels und eine Zeichen der Offenheit. Es gibt nicht nur das engstirnige, rücksichtslose und ängstliche Busch-Amerika, sondern auch noch das offene, veränderungsbereite und mutige Obama-Amerika.