Uwe Timm: Rot

 „Ich schwebe. Von hier oben habe ich einen guten Überblick, kann die ganze Kreuzung sehen, die Straße, die Bürgersteige. Unten liege ich.“ Ein genialer Beginn dieses Romans. Das hat mich in der Buchhandlung gleich so gefesselt, dass ich mir das Buch gekauft habe, obwohl ich von dem Autor bisher noch nicht gekannt habe. Man ist gleich mitten drin in der Geschichte. Offensichtlich endet die Geschichte mit dem Tod des Erzählers und alles was folgt ist im Rückblick erzählt.

Auch mit seiner Hauptfigur hat mich der Autor sofort gehabt: Der Alt-68er Thomas Linde ist Jazzkritiker und Beerdigungsredner. Eine interessante Kombination. Für mich als Pastor, der ja auch auf Beerdigungen zu reden hat, war es spannend zu lesen, wie Thomas Linde diese Aufgabe angeht. Jemand der Trauerreden hält muss sich ernsthaft mit dem Thema Tod auseinander setzen. Wie sieht das bei jemand aus, der ohne den Horizont des christlichen Glaubens über den Tod spricht? Uwe Timm: Rot weiterlesen