
Und noch immer haben manche nicht erkannt, was dran ist. Anstatt in Demut zu Gott umzukehren und zu fragen, was er von seinem Volk möchte, handelt ein gewisser Jischmael selbstsüchtig, hinterhältig und beleidigt. Er ist aus königlichem Geschlecht und gönnt es dem Gedalja nicht, dass er von den Babyloniern als Statthalter eingesetzt wurde. Deshalb geht [...]
05. Juli 2010 | Jeremia | Kommentare (1)

Seit 40 Jahren (!) predigt Jeremia auf immer neue Weise dasselbe: “Wenn ihr nicht umkehrt zu Gott, dann wird es eine große Katastrophe geben.” Er wurde nur von wenigen gehört. Jetzt (endlich?!) tritt die große Katastrophe ein: Jerusalem wird von den Babyloniern eingenommen, zerstört (nach 2.Kön.25,9 auch der Tempel) und die Ober- und Mittelschicht nach [...]
02. Juli 2010 | Jeremia | Kommentare (1)

Jeremia wäre wahrscheinlich verzweifelt, wenn er diese Hoffnung nicht gehabt hätte: dass irgendwann Israel seine Schuld erkennen wird und zu Gott umkehren wird (V.19). Jeremia wäre wahrscheinlich verzweifelt, wenn er nicht gewusst hätte, dass Gott sein Volk trotz aller Bestrafung von Herzen liebt (V.20). Es gibt Hoffnung: “Der Herr wird ein Neues im Lande schaffen.” [...]
21. Juni 2010 | Jeremia | Kommentare (1)
Jeremia hat im Zölibat gelebt. Allerdings nicht, weil ihm das ein Papst vorgeschrieben hat oder weil das damals zum Berufsbild eines Propheten gehörten. Gott selbst hat ihm das aufgetragen. Er soll sich keine Frau nehmen und keine Kinder zeugen (V.1). Bei Jeremia ist das ein Zeichen des Gerichts: Wenn Israel nicht umkehrt, dann gibt es [...]
31. März 2010 | Jeremia | Kommentare (0)

“Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.” (Ps.103,8) Ja, das stimmt. Diese Geduld, diese Barmherzigkeit und Gnade, das ist Gottes innerstes Wesen. Aber selbst diese göttliche Geduld hat ihre Grenzen. Durch Jeremia sagt Gott zu seinem Volk: “Ich bin des Erbarmens müde.” (V.6) Gott sagt: “Es ist genug. Meine Geduld und [...]
25. März 2010 | Jeremia | Kommentare (1)

Gott klagt über und um sein Volk: “Ich habe mein Haus verlassen und mein Erbe verstoßen und was meine Seele liebt in der Feinde Hand gegeben.” (V.7) Die Elberfelder Bibel übersetzt sehr schön wörtlich: “…ich habe den Liebling meiner Seele in die Hand seiner Feinde gegeben.” Man spürt: Hier spricht kein zorniger Gott, sondern ein [...]
19. März 2010 | Jeremia | Kommentare (2)

Statt schweigen und grübeln: Weiter im Text! In diesem Abschnitt sieht Jeremia voraus, dass Juda von Feinden erobert wird (V.16) und dass die Bewohner ins Exil, ins ferne Land müssen (V.19). Selbst dort werden sie noch nicht richtig kapieren, warum das alles geschehen ist. Jeremia kann nur immer wieder im Namen Gottes wiederholen: “Ja, warum [...]
09. März 2010 | Jeremia | Kommentare (3)

Wir Menschen sind ja schnell dabei, Gott die Warum-Frage zu stellen: “Gott, warum lässt du das zu? Warum gibt es so viel Leid in dieser Welt? Warum hast du das nicht verhindert?” Das ist dann die sogenannte Theodizee-Frage. Jeremia dreht hier den Spieß herum. Er lässt Gott fragen: “Warum will denn dies Volk zu Jerusalem [...]
27. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (1)

Krass! Nicht mal beten soll Jeremia für sein Volk: “Du sollst für dies Volk nicht bitten und sollst für sie weder Klage noch Gebet vorbringen, sie auch nicht vertreten vor mir; denn ich will dich nicht hören.” (V.16) Dabei war das eigentlich eine der zentralen Aufgaben der alttestamentlichen Propheten: Fürbittend für das Volk vor Gott [...]
25. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (2)

Jeremia wirkte als Prophet über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Seine Berufung geschah 626 oder 627 v. Chr. und er wirkte bis zum Untergang Jerusalems 587 v. Chr. (vgl. dazu Jer. 1,2-3). Das Tragische bei Jeremia ist, dass ihm schon relativ früh klar wurde, dass niemand auf seine Aufrufe zur Umkehr hören würde. Der heutige [...]
23. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (0)

Man kann auch mit der richtigen und biblischen Botschaft völlig an Gott vorbeireden. Zur Zeit des Jeremia gab es wohl viele andere Propheten, die gesagt haben: “Friede, Friede!” (V.14) Und natürlich haben sie damit recht: Gott ist ein Gott des Friedens. Er will Schalom für sein Volk: umfassenden Frieden für Leib, Seele und Geist. Allerdings [...]
22. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (0)

Traurig, aber wahr – bis heute: Sobald im Leben was schief läuft, sind auch diejenigen, die sonst nie was von Gott wissen wollen, schnell dabei Gott dafür verantwortlich zu machen. Ganz klassisch sehen wir das hier bei Jeremia: “Und wenn sie sagen: Warum tut uns der Herr, unser Gott, dies alles?, sollst du ihnen antworten: [...]
19. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (5)

In zunehmendem Maße leidet Jeremia unter seiner Botschaft. Er ruft seine Landsleute eindringlich zur Umkehr auf, aber sie wollen einfach nicht hören. Jeremia wird immer klarer, dass es zur großen Katastrophe kommen wird: Juda wird erobert und zerstört werden. In diesen Versen beschreibt er diese Zerstörung, die er in einer Vision jetzt schon zu sehen [...]
17. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (0)

In diesem Textabschnitt wird deutlich, dass es bei dem Götzendienst damals nicht nur um ein paar falsche und harmlose Vorstellungen um Gott ging oder um irgendwelche theologischen Spitzfindigkeiten. Es ging um die Frage, ob die Leute Religion wollen oder den lebendigen Gott. Jeremia schreibt: “Der schändliche Baal hat gefressen, was unsere Väter erworben hatten, von [...]
12. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (0)

Jeremia lässt Gott wie einen wütenden, enttäuschten und traurigen Liebhaber reden. Ganz besonder ins Auge gefallen ist mir V. 32: “Mein Volk aber vergisst mich seit endlos langer Zeit.” Man hört den Schmerz heraus. Und die Ohnmacht. Gott kann die Zuwendung seines Volkes nicht erzwingen. Er kann nur darum werben, die Konsequenzen deutlich machen und [...]
08. Februar 2010 | Jeremia | Kommentare (2)
Nachdem ich mit dem Psalm gestern (Psalm 5) so meine Probleme hatte, was den Umgang mit Sünde angeht, zeigt Psalm 6, dass auch damals die Gläubigen schon ein sehr tiefes Verstehen ihrer eigenen Sünde und Verlorenheit hatten. Psalm 6 wird als der erste von sieben Bußpsalmen gesehen (Ps. 6; 32; 38; 51; 102 und 143). [...]
26. Mai 2009 | Psalmen | Kommentare (0)
Also hat er seinen Fehler doch noch eingesehen. Judas bringt das Geld für seinen Verrat zurück und versucht, das Rad der Geschichte noch mal zurück zu drehen. Aber es geht nicht: Die Hohepriester und Ältesten bleiben bei ihrem Urteil. Judas verzweifelt an seiner Schuld und erhängt sich. Ich finde es spannend wie Matthäus die Schicksale [...]
13. Mai 2009 | Matthäus | Kommentare (5)
Zwei Gedanken haben mich bei dem Text und der Auslegung von Klaus Douglass angesprochen. Das eine ist die Spannung von Suchen und Finden. Jesaja fordert seine Leser auf, Gott zu suchen, solange er zu finden ist. Douglass meint, dass für uns beides wichtig ist: das Suchen, aber auch das Finden. Wenn wir als Christen so [...]
15. März 2009 | Expedition zum Ich | Kommentare (0)
In dem Gleichnis von der königlichen Hochzeit taucht eine hochinteressante Spannung auf: Einerseits gehen die Knechte auf die Straße hinaus und bringen Böse (!!) und Gute zur königlichen Hochzeit (Mt. 22,10) – andererseits wirft der König dann einen Gast der kein hochzeitliches Gewand trägt in die Finsternis hinaus (Mt. 22,11ff). Ich finde das drückt sehr [...]
25. Februar 2009 | Matthäus | Kommentare (0)
Wir alle kennen den berühmten Ausspruch Jesu: “Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher ins Reich Gottes komme.” (Mt.19,24) Die Stelle hier aus Mt.21 ist genau so krass. Zu den damaligen religiösen Anführern sagt Jesus: “Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr.” Das ist [...]
21. Februar 2009 | Matthäus | Kommentare (0)