Lukas 8, 4-15 Geduld

Beim Lesen des Textes ist mir dieses mal besonders das Stichwort Geduld aufgefallen. Lukas hat dieses  Wort in V.15 eingefügt – bei der Parallelstelle in Markus und auch bei Matthäus taucht es nicht auf. Der Samen den Jesus ausstreut bringt Frucht – aber dazu braucht es Geduld. Es geht nicht so schnell und offensichtlich, wir wir uns das wünschen.

Diese Aussage ist im Grunde im ganzen Gleichnis schon angelegt. Zuerst erzählt Jesus ausführlich, was beim Ausstreuen des Wortes Gottes alles schief gehen kann. Es kann auf den harten Weg fallen und zertreten werden, es kann auf felsigen Boden fallen und wegen zu wenigen Wurzeln schnell wieder verdorren, es kann unter die Dornen fallen und erstickt werden. Das ist das erste was wir sehen: es ist zuerst offensichtlich, wo das Wort Gottes keine Frucht bringt. Noch bevor der Sämann irgend etwas positives sehen kann, muss er zur Kenntnis nehmen, wo er vergeblich gesät hat.

Denn den Samen auf dem guten Boden sieht man zunächst nicht. Er wird in die Erde eingepflügt und es scheint zunächst einmal gar nichts zu passieren. Erst langsam wächst die Frucht heran und erst zur Erntezeit kann man feststellen, dass das Wort Gottes doch noch reichlich Frucht gebracht hat. Das braucht Geduld, Ausdauer und Gelassenheit.

| Bibeltext |

Matthäus 13, 1-9 – Und Jesus organisierte ein Event…

„An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und fing an ein großes Event zu organisieren. Er beauftragte seine Jünger, eine große Versammlungshalle zu besorgen, er stellte ein Musikteam zusammen, das mit Schofarhörnern die neuesten Lobpreishits einstudierte, setzte verschiededen Teams für Dekoration, Verpflegung und Begrüßung ein. Besonderen Wert legte er auf das Gebetsteam, das die Veranstaltung im Gebet unterstützen sollte. Und noch vieles mehr gab es zu organisieren, zu planen und zu besprechen, so dass er am Abend völlig erschöpft in sein Bett sank…“

Ach nee, stop! Das war der falsche Textanfang. In der Bibel heißt es ganz schlicht: „An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See. Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer. Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen.“ (Mt. 13,1-3a) Schön, wie einfach und unproblematisch das ging. Er geht einfach raus, setzt sich irgendwo hin. Die Leute kommen und er predigt ihnen. Faszinierend! Ich wünschte das würde heute auch noch so funktionieren. Sind die Erwartungen der Zuhörer gestiegen? Haben heute einfach die Leute grundsätzlich weniger Interesse an Religion? Oder fehlt es uns an echter geistlicher Ausstrahlung, welche die Menschen von alleine anzieht?

Das andere, was mich an dieser Stelle fasziniert, ist die verschwenderische Großzügigkeit des Sämanns. In dem Gleichnis, das Jesus erzählt, verteilt er seinen Samen ziemlich unachtsam nicht nur auf dem Acker, sondern auch auf dem Weg, auf den Felsen und unter die Dornen. Einem richtigen Bauern wäre das damals wohl nicht passiert. Der hätte viel mehr auf sein kostbares Saatgut geachtet und es nicht so verschwendet. Aber so ist Gott: Verschwenderisch und großzügig.