Die Reha – und tschüß!

Ein letzter Gruß aus Bad Buchau! Heute geht’s wieder nach Hause. Ich hab hier eine sehr gute und intensive Zeit gehabt. Vor allem für meinen linken Fuß waren das vier wichtige Wochen (wobei noch genügend Spielraum für weitere Verbesserungen bleibt). Aber auch meinem allgemeinen körperlichen Zustand tat diese Zeit gut, ich bin um einiges fitter geworden.

Trotzdem freu ich mich jetzt so richtig auf zu Hause, auf meine Frau, die Kinder, auf ganz normalen Alltag… Schön, dass heute endlich mal wieder die Sonne scheint. 🙂 Gestern war ja Feiertag und den ganzen Tag keine Anwendungen (wobei ich es mir nicht nehmen lies, noch einmal auf’s Fahradergometer zu steigen und kräftig zu schwitzen)… aber den ganzen Tag Regen, Regen, Regen… 🙁

Die Reha – Endspurt

In den letzten Zügen… Oder nein, doch besser: Endspurt. Habe morgen noch ein Tag mit Anwendungen und am Donnerstag ist ja dann Feiertag. Da kann ich, wenn ich Lust habe, noch ein bisschen Ergometer-Training machen und Schwimmen gehen… Am Freitag ist dann Abreise! Ich freu mich auf zu Hause! 🙂 🙂 🙂

Ich bin dankbar für die Zeit hier. Mein linker Fuß hat deutliche Fortschritte gemacht. Seit ein paar Tagen komme ich ganz ohne Schmerzmittel aus, die Beweglichkeit hat sich enorm verbessert, nur mit der Koordination und Feinmotorik happert es noch ein bisschen. Werde wohl noch eine Weile daran arbeiten müssen, bzw. Geduld haben müssen.

Ich freu mich auf die Heimat, auf die Familie und auch darauf, wieder langsam mit der Arbeit zu beginnen. Ich freu mich auch hier auf „windhauch“ dann wieder ganz „normal“ mit dem Buch Jeremia weiter zu machen. Aber wenn ich ehrlich bin, hab ich auch ein bisschen Angst vor dem Alltag. Hier hatte ich viel Zeit und viel Ruhe. Zeit, um mich um meinen eigenen Körper und meine Fitness zu kümmern; Zeit zum Lesen und Nachdenken.

Hier in der Reha habe ich für einige Wochen in einer anderen Welt gelebt. Man ist heraus gehoben aus der normalen stressigen, lauten und schnellen Welt. Es ist zwar körperlich anstrengend gewesen, aber diese körperliche Anstrengung tat mir – als jemand, der bisher viel zu wenig Bewegung hatte – sehr gut. Die spannende Frage ist nun ob es gelingt, ein bisschen was von den guten Anstößen hier in den Alltag hinüber zu retten. Im normalen Leben hat man nun mal nicht die Zeit, stundenlang Fahrad zu fahren, jeden Tag schwimmen zu gehen und umfangreiche Fitness-Übungen zu machen. Mal sehen…

Die Reha – eine gute Woche

Anstrengend… aber guuut! So war meine Woche hier in der Reha. Das war die dritte von vier Wochen. Nächste Woche noch und dann geht’s heim. In der ersten Woche hat mein Fuß spürbar große Fortschritte gemacht. In der zweiten Woche ist dann nicht so viel passiert. Jetzt in der dritten Woche ist es noch mal deutlich besser geworden. Ich konnte heute morgen sogar auf die halbe Schmerztablette verzichten, die ich bis jetzt immer noch genommen habe.

Anstrengend sind vor allem die sportlichen Aktivitäten. Zusätzlich zu allem Bestehenden (Fahrad-Ergometer – welches mit steigender Watt-Zahl ganz schön schweißtreibend ist, Muskel-Aufbau-Training, Krankengymnastik, Wassergymnastik, Schwimmen, Übungen für die Nacken-Schulter Muskulatur und Gleichgewichtsgruppe), habe ich jetzt auch noch Ruder-Ergometer! Das ist gut für die Ausdauer, für die Schultermuskulatur, aber vor allem auch für meine Fußheberschwäche – man muss sich dabei mit den Füßen immer wieder auf einem beweglichen Sitz nach vorne ziehen.

Jetzt freu ich mich aber auf das Wochenende. Nicht ganz so viel körperlichen Stress. Vor allem freu ich mich auch auf meine Familie. Die kommen heute und machen bis Sonntag Urlaub in einem Gästehaus hier in Bad Buchau… 🙂

Die Reha – 200 kcal!!!

Yoho! Hab heute beim Ergometertraining zum ersten mal die 200 kcal Grenze geknackt! Das sind zwar nur Durchschnittswerte, aber es fühlt sich ganz gut an, wenn man das zum ersten mal schafft. Dafür gab’s dann beim Abendessen eine Scheibe mehr auf den Teller… sonst würd ich hier ja noch abnehmen… 😉

Nachdem sich meine Wade gestern nach dem langen Wochenende wieder etwas verkrampft angefühlt hatte, ist es heute schon wieder besser. Die ganzen Übungen, ständige Bewegung und die gezielte Krankengymnastik bringt wirklich was. Ich frag mich nur, wie ich danach etwas davon in den Alltag hinüber retten soll?!? Ist ja so ähnlich wie im Glauben: Da gibt es manchmal ganz intensive Zeiten mit Gott, da strotz man nur so vor geistlicher Gesundheit. Und dann wird man irgendwann wieder vom Alltagstrott eingeholt…

Psalm 34 Als ich den Herrn suchte

Wer die letzten Wochen und Monate mein Blog verfolgt hat weiß, dass für mich in dieser Zeit der Anfang von Psalm 34 eine besondere Bedeutung gewonnen hat. Diese Verse wollte ich hören, nachdem ich aus der Narkose von meiner Gehirntumor-OP aufgewacht bin.

Diese Verse treffen meine Situation. Inzwischen hab ich auch festgestellt, dass dieser Psalm und auch das Geschehen dahinter eine Art Antwort ist auf ein anderes Psalmwort, dass mir vor meiner Erkrankung wichtig wurde und das ich auch in einem Lied vertont habe: Psalm 63 – Der Gott den ich suche. Gott antwortet, auch wenn das manchmal ganz anders aussieht, als wir uns das vorstellen…

Hier in der Reha hab ich mit den Anfangsversen von Ps. 34 ein Lied geschrieben. Wer es gerne hören möchte:

Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Ref.: Ich will den HERRN loben allezeit;
sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 

Meine Seele rühme sich des HERRN,
dass es die Elenden hören und sich freuen.
Preiset mit mir den HERRN
und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir
und errettete mich aus aller meiner Furcht.
Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,
und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der HERR
und half ihm aus allen seinen Nöten.
Der Engel des HERRN lagert sich um die her,
die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. 
Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.
Wohl dem, der auf ihn trauet!

Die Reha – müde

Gut dass bald Wochenende ist. Mein Körper ist müde und erschöpft. Für jemand, der sonst viel Zeit am Schreibtisch sitzt und zu wenig Sport macht, ist das Programm hier doch recht anspruchsvoll. Aber ich merke auch wie es mir gut tut. Mein Fuß macht weiter Fortschritte, wenn auch nicht mehr in dem Tempo, wie in der ersten Woche. Die Wade schmerzt nicht mehr, dafür spüre ich ganz unten an der Ferse den Ansatz der Muskeln. Ganz ohne Schmerzmittel geht es noch immer nicht.

Auf das Wochenende freue ich mich. Ich darf von Samstag auf Sonntag nach Hause – Halbzeitpause! Danach noch zwei Wochen. Ich freu mich auf meine Familie, die gewohnte Umgebung und auch den Pfingstgottesdienst, bei dem ich einfach nur als Gast dabei sein darf!

Machmal blitzt bei mir noch immer ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit auf, ein inneres Staunen darüber, dass ich lebe und dass ich diesen Tag erleben darf. Ich hoffe, dass ich mir dieses Staunen und diese Dankbarkeit auch ein Stück weit im Alltag bewahren kann. Jeder Tag den wir erleben dürfen ist ein Wunder und ein Geschenk Gottes. Das vergessen wir viel zu schnell.

Die Reha – Sonntag

Sonntag! War heute morgen wieder im Gottesdienst der ev. Kirchengemeinde hier in Bad Buchau. Obwohl mich heute nicht wie letzte Woche ein Wort so direkt und tief getroffen hat, tat der Gottesdienstbesuch gut. Es ist irgendwie ein Gefühl von Heimat, selbst wenn man niemanden kennt und man auch von niemandem angesprochen wird.

Die Kirche hier ist schön klein  und gemütlich. Die Wände hell gestrichen, eine kleine Empore mit Orgel, Holzbänke und vorne ein Kirchenfenster auf dem Jesus mit drei Kindern abgebildet ist. Ein kleines Kind hält er auf dem Arm, einem anderen legt er segnend seine Hand auf und ein drittes kniet anbetend vor ihm. Obwohl das etwas kitschig ist, gefällt mir das Bild. Ich möchte auch immer wieder wie ein Kind zu Jesus kommen und ihn anbeten und mich von ihm tragen und segnen lassen.

Seit meiner Operation ist für mich jeder Gottesdienst noch einmal viel wertvoller und wichtiger geworden. Durch die Erfahrung von Gottes Bewahrung habe ich das Gefühl, dass ich empfänglicher für ihn und seine Worte geworden bin. Für mich ist jeder Sonntag eine Feier des Lebens. Wir feiern ja jeden Sonntag die Auferstehung Jesu. Sonntag ist Auferstehungstag. Sonntag ist die Feier des Sieges über den Tod. Sonntag ist die Feier des Lebens!

Gestern hatte ich Besuch von der Familie. Es war schön! 🙂 Beim Verabschieden fragte unser Jüngster: „Können wir Daddy mitnehmen?“ Bei diesem Wunsch geht einem als Papa das Herz auf! Wir haben dem Kleinen erklärt, dass ich noch ein paar Wochen hier bleiben muss. Meine Frau hat ihn dann gefragt, ob er gerne hier bei Daddy bleiben möchte. Und er hat gesagt: „Ja!“ 🙂

Die Reha – Fit

Hab jetzt den zweiten Tag mit Anwendungen hinter mir. Ich merke schon jetzt, wie die Anwendungen meiner Wade und und meinem Fuß gut tun. Die Wade schmerzt nicht mehr so viel und auch die Schwellung ist ein bisschen zurück gegangen.

Das ist das erste mal, dass ich in Reha bin. Ich musste ehrlich gesagt bisher immer innerlich etwas schmunzeln, wenn Leute erzählt haben, wie stressig die Reha sei. Jetzt geht’s mir selbst so. Ich hab vorher viel zu wenig Sport gemacht (und bin zuviel am Schreibtisch und Computer gesessen) und hier geht es den ganzen Tag rund: Muskelaufbautraining, Ergometertraining, Krankengymnastik, Wassergymnastik, Schwimmen, … Und dazwischen soll ich immer wieder Dehnübungen für meine verhärtete Wade machen. Außerdem laufe ich viel. Und dazu kommen noch andere Termine, wie Entspannungsübungen, Sprechstunden, Visite beim Arzt und noch anderes.

Ich glaube, nach den vier Wochen hier werde ich körperlich so fit sein, wie seit zwanzig Jahren nicht mehr… 😉

Interessant ist, was man hier für Leute trifft und kennen lernt. Mein Tischnachbar beim Essen ist Anfang zwanzig und er hatte im Januar einen schweren Autounfall (als Mitfahrer). Seine Hüfte und sein Bein wurden zertrümmert. Sein Gehirn hatte eine Blutung. Er lag eine Woche im Koma und hat dann eine Woche nur geschlafen. Die Ärzte haben ihn schon aufgegeben. Dann war er insgesamt 78 Tage im Krankenhaus und ist jetzt hier in Reha.

Er kann wieder einigermaßen gehen und das Körperliche kommt langsam wieder, auch wenn er noch immer viele Schmerzen hat. Aber viel schwieriger sind die psychischen Schmerzen. Er hat leere, traurige Augen. Bei dem Autounfall waren vier Personen im Auto, nur drei haben überlebt… Er meint er hatte viele Schutzengel. Im Moment sieht er es so, dass dieser Unfall sein Leben verändern wird. Vorher hat er unter anderem auch Drogen genommen, aber damit will er aufhören. Bitte betet für ihn, für seinen Körper, für sein Psyche und für seine Seele…