Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Joyce: Die unwahrscheinliche Reise...Die Geschichte klingt ziemlich abstrus. Auch etwas kitschig. Außerdem ist es ein Bestseller, also vermeintlich eher leichte und oberflächliche Kost… Diese Vorurteile haben sich auch während des Lesens mehr oder weniger bestätigt – aber trotzdem habe ich es gerne gelesen und fand es letztendlich zwar abstrus, aber trotzdem irgendwie realistisch, zwar kitschig, aber trotzdem tiefgründig, zwar leicht zu lesen, aber trotzdem auch herausfordernd.

Es geht um Harold Fry, ein Engländer, der an der Südküste Englands seinen Ruhestand genießt. Wobei es nicht wirklich was zu genießen gibt. Er lebt so vor sich hin und die Ehe mit seiner Frau Maureen ist mehr ein nebeneinander her leben. Diese ungute Ruhr kommt aus dem Gleichgewicht, als eines Tages ein Brief von einer ehemaligen Kollegin kommt: diese hat Krebs und befindet sich in einem Hospiz an der schottischen Grenze. Harold schreibt einen kurzen Brief und will ihn in den Briefkasten einwerfen. Doch es gelingt ihm nicht. Er kommt am ersten Briefkasten vorbei, dann an weiteren Briefkästen und Postämtern, und er spürt immer deutlicher, dass dieser Brief nicht genug ist. Er muss seine Kollegin persönlich sehen. Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry weiterlesen

Peter Rollins: How (not) to speak of God

Rollins: How to (not) speak of GodPeter Rollins ist in Belfast geboren und aufgewachsen. Seine frühen Glaubenserfahrungen waren charismatisch geprägt. Am der Queen’s University von Belfast studierte er Philosophie, seinen Master machte er auf dem Gebiet der politischen Theorie und für seinen Doktor beschäftigte er sich mit poststrukturellem Denken. Wie so viele aus der Bewegung der „emerging church“ arbeitet er kritisch seine charismatisch-evangelikalen Wurzeln aus postmoderner Perspektive auf.

„How to (not) speak of God“ ist sein erstes Buch. Es ist im Jahr 2006 erschienen. Das Vorwort schreibt eine Gallionsfigur der ermergenten Bewegung: Brian McLaren. Rollins unterteilt sein Buch in zwei Teile. Im ersten Teil entfaltet er theoretische Grundlagen und im zweiten Teil wird gezeigt, wie das praktisch dann in Gottesdiensten aussehen kann.

Sein Grundgedanke ist eine Paradoxie: Zum einen stellt er fest, dass wir als Menschen gar nicht angemessen von Gott reden können, weil er der völlig Andere ist. Zugleich hält er fest, dass Gott das eine Subjekt ist, von dem und zu dem wir nicht aufhören dürfen zu reden. Deswegen auch der Doppeltitel: von Gott reden, obwohl wir es eigentlich nicht können.

Gegenüber einem Evangelikalismus, der glaubt man könne sehr deutliche Aussagen darüber machen, wer Gott ist und an welche theologischen Doktrine wir glauben müssen, betont Rollins die Andersartigkeit Gottes. Gott ist größer als unser menschliches Denken, wir können ihn immer nur bruchstückhaft und auf dem Hintergrund unserer kulturellen Prägung erahnen. Er bleibt ein Mysterium. Gegenüber einem liberalem Relativismus hält er daran fest, dass Gott als das Absolute existiert und dass wir mit unserem Reden und Denken diesem Mysterium näher kommen können. Allerdings wird nach meinem Empfinden die Argumentation gegen ein evangelikales Besserwissen stärker betont als die Vorbehalte gegen einen postmodernen Relativismus.

Für Rollins geht es nicht darum, den „richtigen Glauben“ zu haben (d.h. die an die richtigen dogmatischen Erkenntnisse zu glauben), sondern darum auf „richtige Weise zu glauben“ (d.h. den Glauben richtig zu leben). Im Bild ausgedrückt: Wichtig ist nicht, dass ein Baby intellektuell erfassen kann, wer seine Mutter ist, sondern dass es spürt, wie es von ihr gehalten wird. Die Wahrheit des christlichen Glaubens können wir nicht beschreiben, sondern nur erfahren. Es geht nicht darum, dass jeder die Wahrheit auf dieselbe Weise interpretiert, sondern dass wir alle die Wahrheit lieben und von ihr verändert werden.

Wenn wir meinen, Gott mit unseren theologischen Erkenntnissen in der Hand zu haben, dann wir unser Verständnis von Gott zu einem Götzen. Wir verehren nicht mehr Gott selbst, sondern unser Gottesbild. Wir können deshalb nicht von Gott an sich reden, sondern nur von unserem Verständnis von Gott. Schon die Bibel lehnt es deshalb ab, sich ein Bild von Gott zu machen. Gott kann nicht in Bildern – auch nicht in theologisch-intellektuellen Gottesbildern – erfasst werden.

Trotzdem ist für ihn der Inhalt dieses Gottesbildes nicht völlig beliebig. Rollins vergleicht es mit einem Kunstwerk. Bei einem Kunstwerk gibt es nicht die eine, all für allemal richtige und ewig gültige Interpretation. Jeder Betrachter kann etwas anderes in dem Kunstwerk entdecken. Die Interpretation eines jeden ist geprägt von seinen Erfahrungen, seiner Persönlichkeit, seiner Kultur und vielen anderen Dingen. Aber zugleich gibt es Interpretationen, die eindeutig der Absicht eines Kunstwerkes widersprechen können. Ein harmonisches, friedvolles Bild kann man z.B. nicht als Aufforderung zur Gewalt interpretieren. Es gibt also Grenzen der legitimen Interpretation.

Im zweiten Teil werden 10 „Veranstaltungen“ der „Ikon-Community“ dargestellt. Diese gottesdienstliche Events fanden tatsächlich in einem kleinen Pup in Nordirland statt. Auf kreative Art und Weise werden dort traditionelle Gottes- und Glaubensvorstellungen hinterfragt und die Teilnehmer zum Nachdenken und Diskutieren über Gott angeregt.

Rollins bezieht sich theologisch auf Karl Barth, der ja auch immer wieder die Andersartigkeit Gottes betont. Aber Barth zieht daraus andere Konsequenzen: Er lässt Gott nicht als dunkles Mysterium stehen, sondern schreibt in seiner Kirchlichen Dogmatik tausende von Seiten, wie er sich Gott vorstellt.

Ein anderer theologischer Anknüpfungspunkt sind für Rollins einige Gedanken von Bonhoeffer zu einem „religionslosen Christentum“. Rollins sieht seine Ausführungen als Fortführung dieser bruchstückhaften Ansätze. Das ist interessant, denn auch Bonhoeffer hat im Grunde eine postmoderne Erfahrung gemacht: alte Gewissheiten, wie seine gutbürgerliche Staatstreue, die Kirche als Organisation oder überhaupt das Christentum als Religion, sind für ihn angesichts des dritten Reiches und des Krieges zerbrochen. Auch seine eigene Identität hat er in der Gefangenschaft hinterfragt (im Gedicht „Wer bin ich?“) und er sieht sich am Ende nur gehalten von der Erfahrung, dass er in allen Fragen von Gott gehalten ist („Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“) Aber es ist müßig, darüber zu spekulieren, in welche Richtung sich Bonhoeffer weiterentwickelt hätte. Er wird ja heute von allen möglichen Richtungen (von liberal bis evangelikal) gerne vereinnahmt. Ich glaube, er war ein solch radikaler und eigenständiger theologischer Denker, dass er seinen ganz eigenen Weg gegangen wäre.

Was nehme ich für mich aus diesem Buch mit? Bei mir bleiben gemischte Gefühle und Gedanken zurück. Zunächst einmal ist Rollins ein scharfer Denker, der sich mit dem Thema Postmoderne auskennt und seine Gedanken dann auch noch interessant, anschaulich und mit überraschenden Sprachschöpfungen darstellen kann. Er arbeitet viel mit Bildern und Parabeln. Er schreibt engagiert und herausfordernd.

In seiner kritischen Analyse unserer selbstgemachten Gottesbilder stimme ich ihm zu. Er weist zurecht auf die Gefahr hin, dass wir unser eigenes Gottesbild zur Wahrheit selbst umfunktionieren. Die Dekonstruktion, das Auseinandernehmen von traditionellen Vorstellungen gelingt ihm sehr gut.

Allerdings bleibt für mich das, was er an die nun entstandene Leerstelle stellt, schwammig. Das ist wahrscheinlich gewollt, weil wir ja keine absoluten Aussagen machen können. Es bleibt ein bisschen Nächstenliebe, Toleranz und Mysterium. Es bleibt am Ende mehr Form als Inhalt. Auch die zehn Gottesdienste fand ich spannend, interessant und herausfordernd. Aber wenn ich mir vorstelle, nur noch so Gottesdienst zu feiern und ständig nur alles in Frage zu stellen, dann fände ich das ziemlich deprimierend.

Gegen alle postmoderne Skepsis müssen wir doch festhalten, dass der Sohn Gottes Fleisch geworden ist. Er hat sich greifbar und erlebbar gemacht. In Jesus Christus ist der ganz andere Gott, den wir nie völlig verstehen und begreifen können, in Fleisch und Blut sichtbar geworden. Er hat uns Menschen sein Gottesbild sehen lassen. Natürlich haben wir auch in Jesus Christus die Wahrheit nicht als Besitz. Aber auch in der Postmoderne müssen wir überlegen, welche Interpretation angemessen ist und wo Grenzen überschritten sind, die Gottes Offenbarung in Jesus Christus widersprechen. Klar: die Form in der wir glauben und Theologie betreiben ist wichtig („beliefing the right way“) – aber darüber den Inhalt („right belief“) völlig aus den Augen zu verlieren ist keine Lösung.

(Amazon Link: Peter Rollins: How (not) to Speak of God)

Jonathan Safran Foer: Extrem laut und unglaublich nah

Ein postmoderner Roman – mit all seinen Stärken und Schwächen. Schon beim ersten Durchblättern fällt die Vielfältigkeit – oder man könnte auch sagen das Durcheinander – auf: Neben ganz normal beschriebenen Seiten finden sich viele Bilder, Text mit roten Unterstreichungen, leere Seiten, Seiten mit nur wenigen Worten, Seiten angefüllt mit Zahlen, Seiten auf denen die Buchstaben immer näher zueinander gerückt sind,… Auch die unterschiedlichen Erzählstränge, Erzählperspektiven, Zeitebenen und viele verschiedene Personen bestätigen diese postmoderne Vielfältigkeit. Hinzu kommen manche surrealen Elemente, bei denen man sich fragt, ob das eigentlich wirklich so passieren kann.

Zumindest gibt es einen Haupthandlungsstrang, der die ganze Geschichte einigermaßen zusammen hält: Der neunjährige Oskar Schell verliert seinen Vater bei den Terroranschlägen vom 11. Sept. Das Buch beschreibt, wie der etwas altkluge Oskar mit dem Verlust umgeht. Zu seinen Lebzeiten hat der Vater ihm gerne Rätselaufgaben gestellt und so macht sich Oskar auch nach dessen Tod auf, um ein Rätsel zu lösen. Bei den Sachen seines Vaters findet er einen Schlüssel, der in einem Umschlag mit dem Vermerk „Black“ steht. Oskar vermutet, dass es sich dabei um einen Namen handelt und so macht er sich bei den 216 Blacks die es in New York gibt auf die Suche nach dem passenden Schloss. Dabei begegnet er allen möglichen skurrilen und ungewöhnlichen Personen.

In einem zweiten Erzählstrang geht um die Großeltern von Oskar Schell, welche zu Ende des 2. Weltkrieges beim Bombardement von Dresden traumatische Erfahrungen gemacht haben. Der Großvater verliert dabei seine eigentliche Jugendliebe und auch seine Sprache (er wird stumm). Stattdessen heiratet er die Schwester seiner großen Liebe und führt mit ihr eine ziemlich seltsame Ehe.

Trotz all dem Durcheinander hab ich den Roman gerne gelesen. Foer hat einen gut lesbaren Stil und versteht es, die Neugierde des Leser zu wecken. Auch die Figur des Oskar finde ich sehr gut gelungen. Man kann sich gut in das verwirrte und suchende Kinderherz einfühlen, ohne dass die ganze Geschichte ins kitschige abrutscht. Die Vielfältigkeit des Romans macht das Lesen zum einen spannend und überraschend. Man staunt so manches mal über gelungene Einfälle des Autors. Zum anderen macht es das Lesen aber auch anstrengend und so manches mal ist es auch zu viel des Guten. Den zweiten Erzählstrang um die Großeltern herum finde ich nicht so gelungen und berührend, wie die Geschichte des Oskar.

(Amazon-Link: Foer: Extrem laut und unglaublich nah)

Iris Hanika: Treffen sich zwei

Das besondere an diesem Buch ist nicht das Thema über das die Autorin schreibt, sondern das besondere daran ist, wie sie darüber schreibt. Die Geschichte ist eigentlich altbekannt: Zwei Menschen treffen sich, es ist Liebe auf den ersten Blick und nach den ersten überwältigenden Hochgefühlen tauchen die Probleme auf. Soweit, so gut. Nichts außergewöhnliches.

Aber die Art und Sprache mit der diese Geschichte erzählt wird, finde ich außergewöhnlich. Das, was ich da auf den ersten 50 Seiten über diese Liebe auf den ersten Blick gelesen habe, gehört für mich zum Schönsten und Bewegendsten das ich bisher überhaupt gelesen habe. Einfach klasse! Auf der einen Seite scheint da, bis in den Sprachstil hinein, die deutsche Romantik des 19. Jh. wieder aufzuerstehen, ohne aber auf der anderen Seite in billigen Kitsch abzudriften. Die ganze Romantik wird von der Autorin mit einem souveränen Augenzwinkern und doch eindringlich erzählt. Postmoderne und Romantik fließen da ineinander über. Große Gefühle werden da beschrieben und zugleich die postmoderne Unsicherheit, wie man mit derart absoluten Gefühlen umgeht.

Der weitere Verlauf des Romans hat mich nicht mehr ganz so gepackt, da kippt der Roman mehr von der Romantik in die Postmoderne – aber trotzdem ein wundervolles Buch, das mich begeistert hat.

(Amazon-Link: Hanika: Treffen sich zwei)

Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel

Ein monströser Roman der versucht, alles mögliche mit einzubinden. Gewaltig ist allein schon der Umfang: über 750 Seiten. Vielfältig sind auch die Erzählstränge und Personen. Schwer einzuordnen ist auch das Genre: Was ist dieser Roman? Ist es ein Entwicklungsroman? Ein Selbstfindungroman? Eine Liebesgeschichte? Ein surrealistischer Traum? Eine Fantasygeschichte? Eine Allegorie? Pure Esoterik? Eine neuromantische Suche nach dem Kern des Seins? Ein postmodernes Spiel mit der Realität? Irgendwie ist es von allem etwas…

Die Hauptfigur und der Ich-Erzähler des Romans ist Toru Okada. Der 30-jährige steht an einem Scheidepunkt in seinem Leben. Er hat seinen Job als besserer Laufbursche in einer Anwaltskanzlei gekündigt und ist sich unsicher, wie sein Leben weitergehen soll. Doch dann gerät sein normales bürgerliches „Hausmannsdasein“ aus den Fugen. Er erhält seltsame obszöne Anrufe, der geliebte Kater seiner Frau verschwindet, dann verschwindet ohne ersichtlichen Grund und ohne deutlicher Erklärung seine Frau (mit der er eigentlich ganz glücklich zusammen gelebt hat), er begegnet vielen seltsamen Menschen…

Am Ende wird deutlich, dass es um einen Kampf zwischen Gut und Böse geht. Das Böse wird repräsentiert vom Bruder seiner Frau, Noboru Wataya. Er ist ein aufstrebender, mediengewandter Politiker. Von Anfang an ist er Toru unsympathisch und im Lauf des Buches wird deutlich, dass Noboru eine übersinnliche Gabe hat, um Menschen auszunutzen und zu manipulieren.

Neben diesem Grundgerüst gibt es noch jede Menge Nebenfiguren, Erzählstränge und wiederkehrende Motive. Ein Motiv ist das des Aufziehvogels. Verschiedene Personen hören in entscheidenden Phasen ihres Lebens den Schrei eines Vogels, der sich anhört, als ob eine Feder aufgezogen wird. Die Hauptfigur deutet das so, als ob der Vogel durch seinen Schrei die Feder der Welt aufzieht, um sie am Laufen zu halten. Er selbst bekommt den Spitznamen „Mister Aufziehvogel“ von einer 16-jährigen nachdenklichen und suchenden Nachbarin, weil ihr sein wirklicher Name zu kompliziert ist.

Ein weiteres Motiv ist das des Brunnens. Toro Okada steigt in einen tiefen trockenen Brunnen, um in Ruhe über sich und seine Welt nachzudenken. Das Motiv symbolisiert deutlich die innere Einkehr, den Rückzug in die eigene innere Welt, indem man sich von allem Äußeren abschirmt. Zugleich ist für die Hauptfigur der Brunnen der Ort an dem er Zugang zu anderen Welten findet.

Etwas verloren und zusammenhanglos kommen mir in der Rahmenhandlung einige Episoden aus dem japanisch-chinesischen Krieg (welcher von 1937-1945 stattfand). Hier tritt das phantastische Element zurück und Murakami schildert eindrücklich an Einzelschicksalen die Brutalität und Sinnlosigkeit des Krieges.

Charakteristisch ist für Murakami der prägnante, fesselnde und sehr realistische Erzählstil. Dieser steht in Spannung zu den fantastischen und surrealen Inhalten, welche in die reale Welt eingeschoben werden. Die Grenzen zwischen Realität und Traum sind fließend. Aber es sind nicht unbedingt nur reale und surreale Welt, die aufeinander stoßen, sondern es sind unterschiedliche Wahrnehmungen der Welt und damit – postmodern gesprochen – unerschiedliche Welten, die aufeinander stoßen.

Ich fand den Roman einerseits faszinierend. Er erinnert mich an fantastisch-phantasiereiche Romane von E.T.A Hoffmann, allerdings vermischt mit der bedrückenden Schwere eines Kafkas und einem schonungslos realistischen modernen Erzählstil. Handwerklich und stilistisch ist Murakami ein richtig Großer.

Andererseits wurde es mir nach dem ersten Drittel auch ein wenig zu viel. Zu viele Unklarheiten, zu viele surreale Begebenheiten, zu viele Personen, die dann plötzlich verschwinden, zu viele Nebenschauplätze,… Es ist teilweise kein roter Faden mehr zu erkennen. Aber vielleicht will der Autor gerade damit die Verlorenheit von uns Menschen in der postmodernen Welt verdeutlichen, in der einfach alles zu viel wird. Auf jeden Fall erschwerte es mir das Lesen, des vom Stil her eigentlich spannenden Buches. Man braucht schon eine gewisse Geduld und Ausdauer.

Es gelingt Murakami eine faszinierende fremde Welt aufzubauen. Ich kann verstehen, dass der Roman so manchen Leser in seinen Bann zieht und auf manche fast therapeutische Wirkung haben kann. Für mich ging der Roman aber hart an den Punkt, an dem ich dem Autor seine Romanwelt nicht mehr abgenommen habe. Nach meinem Empfinden ist der Roman knapp davor, den Bogen zu überspannen. Für mich wäre der Roman mit etwas weniger Durcheinander und weniger Übersinnlichem überzeugender gewesen. Aber Murakami bleibt trotzdem ein faszinierender Schriftsteller und jeder Leser muss selbst entscheiden und ausprobieren, ob er in das Murakamische Universum abtauchen und überzeugen lassen kann.

(Amazon-Link: Murakami: Mister Aufziehvogel)

Ian Morgan Cron: Chasing Francis

Ein Buch wie ein Überraschungsei: Gleich drei Wünsche auf einmal werden erfüllt. Rein von der äußeren Form und vom Rahmen her ist das Buch ein recht gut geschriebener Roman über einen Pastor, der auf der Suche ist, wie man Gemeinde und Glaube heute authentisch leben kann. Dann gibt das Buch einen kurzen Überblick in das Leben und Denken von Franziskus von Assisi. Und als drittens ist das ganze eine hervorragende Einführung in zentrale Gedanken der „emerging church“. Als Ergänzung gibt es dann sogar noch einen Studienteil, mit dem man sich noch weiter in das Thema einarbeiten kann… (Dieser Teil hat mich jetzt aber nicht so besonders angesprochen).

Mich hat das Buch sehr angesprochen. Alle drei Bereich deckt der Autor recht gut ab. Natürlich kann er in den gut 200 Seiten des Romanteils nicht groß in die Einzelheiten gehen. Aber gerade dieser unterhaltsam und spannend verpackte Einstieg zu Fransikus und Kirche in der Postmoderne ist anregende. Durch das aufeinander Bezug nehmen der beiden Themen gewinnen beide Seiten. Und die Romanform macht das ganze lebendiger und konkreter als eine trockene Abhandlung.

Natürlich merkt man dem ganzen Buch den amerikanischen Hintergrund an. Manche Kritik am evangelikalen Christentum erscheint im europäischen Kontext etwas überzogen. Aber auch wenn es bei uns keine solche Extreme gibt, wie im amerikanischen Zusammenhang, so gelten die Anfragen doch von der Richtung her auch für uns hier. Der Autor macht auf jeden deutlich, dass wir gerade in unserer heutigen Zeit einiges von Franziskus lernen können.

Frost und Hirsch: Die Zukunft gestalten

Also ehrlich gesagt: Dieses Buch frustriert mich! Es weckt bei mir keine Begeisterung, Neues zu wagen, sondern eher Frust über die scheinbare Ausweglosigkeit traditioneller Gemeinden. Mir ging es beim Lesen so wie es David Hayward in einem Cartoon auf den Punkt bringt: „Sure, you can read church growth and success books. But read them like you read porn: it looks amazing, you’ll get excited, but it’s something you’ll never get your hands on.“

Aber der Reihe nach: Zuerst mal was zu den Autoren. Alan Hirsch „ist selbst Jude, der bei Jesus Erlösung gefunden hat“ (S.197). Schon von dieser Herkunft her legt er großen Wert auf die hebräischer Verwurzelung des Evangeliums. Er kommt aus Australien und hat dort das “Forge Mission Training Network” gegründet und leitet es auch. Es ist ein Institut und ein Netzwerk für innovative missionarische Konzepte. Außerdem lehrt er an verschiedenen Hochschulen zu eben diesen Themen. Michael Frost wuchs als Katholik auf und „begann seine geistliche Reise mit dem Ansatz der Benediktiner, das Heilige im Alltäglichen zu finden“ (S.197). Er ist als Redner und Evangelist tätig. In Sydney hat er das „Centre for Evangelism and Global Mission“ gegründet – eine Ausbildungsstätte für postmoderne Missionare.

In ihrem Buch gehen sie der Frage nach, wie Kirche aussehen muss, damit sie auch in der Postmoderne Menschen für Gott gewinnen kann und erfolgreich sein kann (ich benutze hier ganz bewusst das Wort „erfolgreich“, weil die Autoren selbst immer wieder Vergleiche zwischen Kirche und weltlichen Firmen und deren Management herstellen). Das Buch geht der Fragestellung in vier Kapiteln nach:

A. Der Stand der Dinge

Hier geht es um eine grundsätzliche Analyse der Situation unserer Kirchen in den westlich geprägten Kulturen. Hier stellen sie, durchaus zurecht, den „Bankrott des Christentums“ (S.34) fest. Mit Christentum meinen sie natürlich nicht die christliche Botschaft an sich, sondern die derzeitige Form wie wir unseren Glauben leben, die derzeitige Form von Kirche und Gemeinde. Die Kirche verliert auf’s ganze gesehen immer mehr an Kraft, Mitgliedern und Einfluss. Sie versucht mit denselben Rezepten, die ihr seit Jahrhunderten zur Verfügung stehen, der Krise zu begegnen, merkt aber dass man dadurch, dass man das Bestehende einfach nur ein bisschen „besser“ macht, keine grundsätzliche Wende herbei geführt werden kann.

Frost und Hirsch fordern diese radikale Wende. Die Kirche muss von Grund auf missionarisch (oder wie im englischen Original besser: missional) werden. Es reicht kein langsame Veränderung, keine Evolution, durch die wir Stück für Stück der postmodernen Herausforderung begegnen, nein es muss eine Revolution her. Eine grundsätzliche und radikale Neuausrichtung. An einer Stelle im Buch vergleichen sie das mit dem Graben eines Loches: Wenn man an einer Stelle ein Loch gräbt und dabei nichts findet, dann reicht es nicht wenn man einfach noch tiefer gräbt – man muss an einer anderen Stelle graben…

Dazu sind nach ihrer Meinung drei Einstellungen des bisherigen Christentums zu verändern: Die Kirche muss inkarnierend anstatt attraktional werden, sie muss messianisch anstatt dualistisch werden und sie muss auf apostolische, anstatt auf hierarchische Weise geleitet werden. Was das genauer bedeutet wird in den drei folgenden Kapiteln ausgeführt.

B. Die Menschwerdung der Kirche

Traditionelle Kirche funktioniert attraktional: Die Kirche bietet Veranstaltungen an („Attraktionen“) und lädt die Menschen ein, zu diesen Veranstaltungen zu kommen. Wir nehmen alle wahr, dass das Interesse an kirchlichen Veranstaltungen immer mehr nachlässt, deshalb versuchen wir als Gemeinden die Veranstaltungen so attraktiv wie möglich zu machen, wir versuchen Hemmschwellen abzubauen und wir passen unsere Veranstaltungen in der Form (Musik und Medien) mehr den heutigen Vorstellungen an. Hirsch und Frost sagen: Das bringt nichts! „Das Rumschrauben an alten Gemeindemodellen wird nichts bringen.“ (S.69) Wir müssen die Leute nicht zu uns einladen, sondern wir müssen mit unserer Botschaft zu den Leuten gehen.

Als Paradigma dafür verwenden sie die Inkarnation des Sohnes Gottes. Er hat seinen Platz im Himmel verlassen und hat sich mit aller Konsequenz in die Nähe der Menschen begeben, damit sie seine Botschaft hören und verstehen. So muss auch die Kirche sich in die Welt hinein inkarnieren. Nicht nur ein kurzer missionarischer Ausflug nach „draußen“ in die Welt, um die Leute nach „drinnen“ in die Kirche einzuladen. Nein, wir müssen die ganze Trennung zwischen „draußen“ und „drinnen“ aufgeben und die Ränder offen gestalten. Im Bild gesprochen: Gemeinde sollte keine Weide mit einem Zaun sein, der genau abtrennt zwischen draußen und drinnen, sondern Gemeinde sollte wie ein Brunnen sein, zu dem die Tiere von weit weg von selbst kommen, weil sie Durst haben.

Um das zu erreichen müssen wir die Kirche und den Glauben kontextualisieren. Es ist nötig sich auf die verschiedenen Millieus der Menschen einzulassen (anstatt zu erwarten, dass sie sich unserem Milleu anpassen). Frost und Hirsch sprechen von einer kritischen Kontextualisierung: Die biblischen Kerninhalte darf man nicht aufgeben und dem Kontext anpassen, aber bei der Anwendung und konkreten Gestaltung dieser Inhalte soll man auf die Kultur der Menschen eingehen. Zur konkreten Gestaltung gehört z.B. die Fragen, ob man ein kirchliches Gebäude braucht, ob die Leitung durch einen Hauptamtlichen geschehen muss oder welche Art von Musik gepflegt wird – das alles hat mit dem Kern der Botschaft nicht direkt was zu tun und ist darum veränderbar. Im Grunde müssen wir im Westen das tun, was die Missionare im Lauf der Zeit teilweise schmerzhaft lernen mussten: Sich ganz auf die Kultur des Missionsfeldes einlassen und neue Formen finden, mit denen in dieser Kultur Glaube gelebt werden kann. Dabei gehen Frost und Hirsch an manchen Stellen ganz bewusst an Schmerzgrenzen heran: Kontextualsierung heißt für sie z.B. dass es in muslimischen Ländern „Christus-zentrierte Gemeinschaften ‚messianischer Moslems'“ geben kann, die „bewusst muslimische Bräuche“ (S.161) praktizieren (z.B. weiterhin muslimische Gottesdienste besuchen) und nur Elemente der islamischen Theologie ablehnen, die der Bibel widersprechen.

C. Die Leidenschaft des Glaubens

In diesem Kapitel geht es um die jüdisch-hebräischen Wurzeln unseres Glaubens. Nach Frost und Hirsch sind traditionelle Gemeinden zu ausschließlich von einem dualistischen Weltbild geprägt. Das ist das Weltbild der griechischen Philosophie, die im Lauf der Kirchengeschichte zum zentralen Deutungshintergrund unserer Botschaft geworden ist. Nach diesem Weltbild gibt eine Trennung zwischen dem Heiligen und dem Profanen. Und so trennen wir auch in unserem Glauben zu stark zwischen christlichen Aktivitäten und dem normalen, profanen Alltag. Ein weiterer Nachteil des hellenistischen Denkens ist die starke Konzentration auf das Denken und den Verstand an sich (anstatt auf das konkrete Handeln). Schon in den ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche wurde das Bekennen und Für-wahr-halten von Glaubensaussagen wichtiger, als die Frage, was die Glaubensinhalte für das konkrete Leben bedeuten. Es wurde mehr darüber gestritten, wie man sich z.B. die Trinität vorzustellen hat, als darüber wie wir konkret Jesus nachfolgen können.

In einer Kultur, die insgesamt stark von diesem hellenistischen Weltbild geprägt war, hat das alles auch gut funktioniert. Allerdings stellt die Postmoderne gerade diese Betonung der Vernunft und Logik in Frage. Das hebräische Weltbild passt sehr viel besser zum Lebensgefühl der kommenden Zeit. Deswegen müssen wir unsere hebräischen Wurzeln wieder neu entdecken und als Kirche wieder „messianischer“ werden. Was nötig ist, ist z.B. „die Erlösung des Vergnügens“ (S.208): Die dualistische Sicht der Welt führt zu einer Verachtung des Körpers und des Vergnügens – in der hebräischen Kultur ist die Freude an irdischen Dingen sehr viel positiver verwurzelt. Nötig ist auch die „Heiligkeit des Alltags“ (S.219) neu zu entdecken: Nicht nur in speziell christlichen Veranstaltungen, sondern in jedem Detail des Alltags können wir der Heiligkeit Gottes begegnen. Und zu dieser Neuausrichtung gehört auch, dass wir den Wert von guten Werken wieder neu erkennen: Nicht als Mittel um uns vor Gott etwas zu verdienen, aber als Kanäle durch die Gott seine Liebe sichtbar werden lassen kann.

D. Die Leiter von morgen

Schließlich braucht die missionale Gemeinde auch neue Leitungsstrukturen: Apostolisch anstatt Hierarchisch. Frost und Hirsch greifen auf Epheser 4 zurück, wo fünf neutestamentliche Leitungsfunktionen aufgezählt werden: Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer. Sie sagen dass für die Leitung der Gemeinde alle fünf Dimensionen wichtig sind. Nicht unbedingt in der Form, dass jede christliche Gemeinschaft für alle fünf Ämter auch mindestens fünf verschiedene Personen braucht, aber so, dass alle diese Dimensionen in der Leitung der Gemeinde vorkommen. Zurecht stellen sie fest, dass bisher in der westlichen Kirche bei der Ausbildung und der Praxis der Leiter vor allem die pastoralen (= Hirte) und die pädagogischen (= Lehrer) Dimensionen betont wurden. Um missionale Gemeinde zu sein, müssen die apostolischen, evangelistischen und prophetischen Leitungsaufgaben neu gelehrt und eingeübt werden.

Ein wichtiges Element bei der Leitung der Gemeinde ist für sie auch die Phantasie und die Risikofreude: Gerade in einer Zeit, in der sich der „Markt“ der durchschnittlichen Gemeinde (steht ausdrücklich so auf S.298) ständig ändert, müssen wir wie „verrückt experimentieren“ (S.303), um die Menschen zu erreichen. Dabei sollen die Leiter nicht einfach die Richtung vorgeben, sondern sie sollen durch „subversive Fragen“ (S.307), durch das Ermutigen zu einer „heiligen Unruhe“ (S.307) und andere Methoden die Visionen und Träume, die in den Menschen vorhanden sind wecken und bündeln.

Mein Fazit

Ein tolles Buch, mit vielen richtigen Analysen und Feststellungen, mit viel Anregungen Gemeindearbeit zu überdenken und hinterfragen und mit vielen Ideen. Manchmal störte mich die polemische und überspitzte Darstellung der traditionellen Gemeinde, die ja immer alles falsch macht – aber das gehört wohl dazu, um die Zielrichtung noch deutlicher werden zu lassen.

Aber letztendlich finde ich dieses Buch auch sehr frustrierend (wie oben schon gesagt): das alles ist so weit weg von meinem normalen Gemeindealltag, so utopisch, so realitätsfern, dass es mich nicht anspornt sondern entmutigt. Wenn ich mir ganz normale deutsche Durchschnittsgemeinden anschaue: Da sehe ich wenig Potential, um solch eine „Revolution“ durchzuführen. Das geht am ehesten noch bei Gemeindeneugründungen (welche oft die bestehenden Gemeinden noch mehr ausbluten lassen, weil die wenigen kreativen und innovativen Leute abgezogen werden…). Aber wir erleben ja auch bei neuen Gemeinden, dass auch sie nach ein paar Jahren oder Jahrzehnten ihre Traditionen herausbilden und oft auch unbeweglich und bequem werden.

Was ist die Konsequenz des Buches? Zum Beispiel für die Gemeinde in der ich bin? Ich sehe beim besten Willen nicht, wie wir auch nur ein Bruchteil dieser Revolution umsetzen sollten. Dazu fehlen zum einen die Visionäre und Träumer und zum anderen werden wohl 95% der Gemeinde gar nicht verstehen, warum man plötzlich ALLES ganz anders machen soll (darum geht’s doch bei einer Revolution, oder?). Eigentlich müssten wir zumachen und ganz neu anfangen. Mich frustriert das Buch, weil es mir ganz klar macht, dass unsere Gemeinde, so wie sie jetzt ist, keine Zukunft in der Postmoderne hat. Zugleich macht mir das Buch deutlich, dass wir eigentlich nichts dran ändern können, weil uns die Kraft zu einer Revolution fehlt…

Fight Club

Durch das Buch „Die Zukunft gestalten“ von Frost und Hirsch bin ich auf den Film „Fight Club“ aufmerksam geworden. Der Film wird als Beispiel für ein postmodernes Lebensgefühl angeführt. Hab den Film jetzt gesehen und muss sagen: Wow! Ein richtig guter Film, der zum Nachdenken anregt. Gute, inovative Story, die perfekt umgesetzt wird. Leider mit einigen zu brutalen Szenen, aber das gehört wohl bei dem Film dazu, weil er sich eben gerade mit dieser Gewalt beschäftigt. Das war für mich kein Feel-good Film von dem man nachher begeistert ist. Der Film rüttelt kräftig an unserem Selbstbild, an unserem Weltbild und an unserer modernen Gesellschaft. Nach dem Ende des Filmes war ich erst mal wie benommen und wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte. Es tauchen Fragen auf wie: Wer bin ich eigentlich? Welchen Sinn macht mein alltägliches Leben in unserer Wohlstandsgesellschaft?

Auf eine Inhaltsangabe verzichte ich an der Stelle – das können andere besser (z.B. bei Wikipedia). Aber ein paar Gedanken dazu: Aus Sicht des Glaubens fand ich den Film interessant, weil wirklich etwas von der postmodernen Unzufriedenheit mit unserer modernen, blutarmen und seltsam künstlichen Glitzerwelt des Scheins deutlich wird. Der Film zeigt etwas von der Sehnsucht nach ursprünglichen und kraftvollen Erfahrungen, welche wir heute kaum noch machen können (Ich glaube diese Sehnsucht drückt sich auch bei den vielen Verrückten aus, die lebensgefährliche Bergbesteigungen und sonstige Abenteuer auf sich nehmen, um wirklich mal wieder echte Grenzerfahrungen machen zu können…). Eine normale Gemeinde in der heutigen Zeit ist von dieser Sehnsucht leider oft meilenweit entfernt. Da läuft alles (zumindest an der Oberfläche) so schön gesittet, geordnet und zivilisiert ab. Starke Gefühle gibt’s nur bei den Charismatikern und auch dort muss man sie erst mit viel Aufwand künstlich erzeugen.

Etwas anderes, was mich nach dem Film beschäftigt, ist die Frage, wie wir als Christen mit Aggressionen umgehen. Der Film thematisiert ja v.a. die männliche Aggression und das Gefühl der Befreiung, wenn diese endlich mal ausgelebt werden darf. Ich denke es ist kein Wunder, dass viele Jugendliche von Ballerspielen, aggressiven Filmen und aggressiver Musik in den Bann gezogen werden. Ansonsten darf heutzutage ja Aggression gar nicht mehr vorkommen… Was tun wir Christen mit der Wut im Bauch? Immer wieder nur runterschlucken und ans Kreuz bringen? Immer nur so tun als ob man als guter Christ solche Gefühle nur vom Hörensagen kennt? Ich hab keine Antworten, nur Fragen. Vor allem wenn ich an Kinder und Jugendliche denke: Wie können wir mit der Aggression konstruktiv umgehen? Vor allem den Jungs genügt es doch nicht nur Bibel zu lesen und um eine brennende Kerze herum zu sitzen – die wollen kämpfen und siegen, auch in spiritueller Hinsicht.