Richter 17 Tragischer Held

Erstaunlich, dass die Geschichte von Simson überhaupt in der Bibel vorkommt. Er kämpft zwar gegen die Feinde Gottes, aber ansonsten verhält er sich nicht gerade vorbildhaft und klug. Er geht zu einer Hure (V.1) – war hier übrigens nur kommentarlos dargestellt wird und nicht bewertet wird! – und er lässt sich von Delila das Geheimnis seiner Kraft entlocken, so dass die Philister ihn überwältigen können.

Ich finde es wunderbar, dass in der Bibel auch die tragischen Helden auftauchen. Immer wieder macht vor allem das Alte Testament deutlich, dass wir fehlbare Menschen sind. Das spricht für die Glaubwürdigkeit der Bibel. Es tauchen nicht nur strahlende und makellose Helden auf, sondern die Bibel zeichnet ein realistisches Bild von uns Menschen. Und gerade damit macht sie deutlich, dass Gott jeden gebrauchen kann – auch dich und mich. Wir müssen nicht perfekt sein, um den Weg zu Gottes Herz zu finden.

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Richter 14 Krumme Linien

Seltsame Geschichte. Simson tut genau das, wovor Gott sein Volk eindringlich gewarnt hat: er heiratet nicht eine Frau aus dem eigenen Volk, sondern eine Frau aus den Philistern. Hinter diesem göttlichen Gebot steckt nicht Ausländerfeindlichkeit, sondern die reale Gefahr, dass durch verwandtschaftliche Beziehungen auch fremde Götter in Israel Einzug halten (was dann nach der Darstellung des Alten Testaments vielfach geschehen ist).

Aber Simson wird von Gott offensichtlich gerade durch dieses Fehlverhalten gebraucht: „Sein Vater und seine Mutter wussten nicht, dass es von dem Herrn kam; denn er suchte einen Anlass gegen die Philister.“ (V.4) Zweimal wird dann betont, dass der Geist des Herrn über Simson geriet (V.6.19). Simson scheint weder besonders weise zu sein, noch hat er eine besondere Botschaft Gottes weiter zu geben. Er hat vor allem eins: Kraft. Und diese Kraft benutzt Gott gegen die Philister, welche Israel zu der Zeit unterdrückten (Ri.13,1).

Ich würde das mal unter folgender Rubrik einordnen: Gott kann auch auf krummen Linien gerade schreiben. Es ist nicht so, dass er sich wünscht, dass wir krumme Wege gehen, aber er hat zumindest die Macht dazu auch diese krummen Wege in seinem Sinn zu nutzen.

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Jeremia 47 Mitleiden statt Schadenfreude

In diesem Kapitel finden sich Weissagungen gegen die Philister. Die Philister waren ein Städtebund von fünf größeren Städten, die westlich von Jerusalem und Hebron lagen. Zwischen den Philistern und den Israeliten gab es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen. Neben den Kanaanitern waren sie so etwas wie die Erzfeinde von Israel. Bekannt ist vor allem die Geschichte des Kampfes zwischen David und dem Philister Goliath. Jeremia kündet den Philistern Unheil vom Norden her an.

Interessant bei diesem Abschnitt finde ich vor allem, dass Jeremia sich nicht schadenfroh über das Leid der Philister äußert, sondern dass er mitleidet: „O du Schwert des Herrn, wann willst du doch aufhören?“ (V.6; man kann diesen Satz allerdings auch als ein Zitat der Betroffenen verstehen, anstatt als ein Wort des Jeremia; aber es bleibt trotzdem dabei, dass hier eher ein Mitgefühl des Jeremia mitklingt, als Hass und Schadenfreude). Wenn man selbst eine auf die Nase bekommt, dann ist meist die natürliche Reaktion, dass man sich freut, wenn jemand anders (den man nicht gerade gut leiden kann) auch eins auf die Nase bekommt. Hier zeigt Jeremia mal wieder innere Größe: Mitleiden statt Schadenfreude!
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