2. Korinther 10, 12-18 – Vergleichen

Es ist gar nicht so einfach, nicht zu vergleichen. Die eine Gemeinde mit der anderen. Den einen Prediger mit dem anderen. Den einen Missionar mit dem anderen. Wer ist erfolgreicher als die Anderen? Da gibt es kleine Gemeinden, die sind neidisch auf die großen und lebendigen. Da gibt es große Gemeinden, die etwas verächtlich und mitleidig auf die kleinen herabschauen… Das war wohl schon damals bei Paulus so. Die Korinther haben verglichen und das hat so manche unzufrieden gemacht. Im heutigen Abschnitt weigert sich Paulus, sich mit anderen zu vergleichen. Er sagt: Wenn es gut läuft, dann ist das Gottes Sache. Da brauch ich mich nicht rühmen.

1. Korinther 11, 2-11 – Paulus, der Chauvinist

Mann und FrauWas sollen wir nun hierzu sagen???? Der Mann “ ist Gottes Bild und Abglanz; die Frau aber ist des Mannes Abglanz.“ (1.Kor.11,7) Das würde ich am liebsten aus meiner Bibel rausschneiden! Klar, man kann manches erklären und verständlicher machen: In der damaligen Zeit hatten die Menschen mit solch einem Satz keine Probleme. Paulus hätte nicht im Traum daran gedacht, dass wir Heutigen an diesen Worten solch einen Anstoß nehmen. Er lebte in einer patriarchalischen Gesellschaft und diese Gesellschaft war für ihn vom Alten Testament und der Schöpfungsgeschichte her auch vorgegeben. Und man kann auch ergänzen, dass er diese Aussage ein paar Verse später relativier (oder ihr eigentlich widerspricht): „Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau.“ (1.Kor.11,11) Daraus spricht eine prinzipielle Gleichwertigkeit von Mann und Frau, ohne dass eine Seite über die andere gestellt wird. Für die damalige Zeit eine erstaunliche Aussage.

Aber trotzdem: Warum muss V.7 auch in unserer Bibel stehen? Ich kann ja verstehen, dass Paulus solche Gedanken hatte, aber warum hat Gott zugelassen, dass so etwas in unsere Bibel kommt? Man kann es sich einfach machen und sagen: Das war halt eine kulturbedingte Aussage des Paulus und darum gilt sie heute nicht mehr. Theologisch schwierig ist aber, dass Paulus gerade nicht von der Kultur her argumentiert, sondern von der Schöpfung her – und die war vor aller menschlichen Kultur… 🙁


(Foto: pixelio.de|geralt)