Lukas 24, 1-12 Ungläubige Apostel

Wieder mal erstaunlich, wie ehrlich die Bibel ist. Die Frauen erzählen vom leeren Grab und davon, wie Engel ihnen die Auferstehungsbotschaft gesagt haben. Und was machen die Apostel? Feiern sie auf diese Worte hin ein freudiges Osterfest? Grüßen sie sich mit dem Ostergruß: „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden“?  Nein: „Es erschienen ihnen diese Worte, als wär’s Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht.“ (V.11) Selbst die Apostel glauben die Osterbotschaft nicht! Worte allein können keinen Glauben hervorbringen. Dazu braucht es eine persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen.

Da befinden wir uns also in guter Gesellschaft. Die meisten Menschen heute können mit der Osterbotschaft auch nicht viel anfangen. Da können wir noch so viel predigen und noch so begeistert von unserem Glauben reden. Das wird anderen als leeres Geschwätz erscheinen. Und da befinde auch ich selbst mich in guter Gesellschaft mit meinen Zweifeln und Fragen. Wenn ich wenig vom auferstandenen Herrn in meinem Leben sehe, dann fällt es auch mir schwer zu glauben und zu vertrauen. Wie auch die Apostel brauche ich dringend die Begegnung mit dem Auferstandenen. „Herr Jesus Christus, du Auferstandener, lass es auch bei mir Ostern werden!“

| Bibeltext |

Kohelet 6, 1-12 Düster, düster!

Kohelet spricht von Reichtum, Kindersegen und einem langen Leben. Nach der damaligen Vorstellung war all dies ein deutliches Zeichen für ein gesegnetes Leben. Aber er stellt fest: All das bringt auch nichts, wenn man dabei nicht glücklich ist, wenn Gott es nicht schenkt, dass man es genießen kann. Was ist die Konsequenz? Es lohnt sich nicht nach solch irdischen Gütern zu streben, es kommt ja doch nur darauf an, dass Gott einem Glück schenkt. Aber auch das kann man ja nicht erzwingen, das ist für Kohelet ein freies Geschenk Gottes. Was bleibt dann? Schicksalsergebenheit in das was kommt oder was nicht kommt? Wenn man Glück hat, kann man sein Leben ein bisschen genießen, wenn man Pech hat, dann wäre es besser eine Fehlgeburt gewesen zu sein (V.3)?

Gottes Wort hin, Gottes Wort her – das ist mir doch ein wenig zu düster! Ich kann Kohelet nicht lesen, ohne das Neue Testament im Hinterkopf. Kohelet geht davon aus, dass nach dem Tod alles aus ist. Ich gehe davon aus, dass nach dem Tod etwas ganz Neues beginnt. In manchen Dingen korrigiert sich die Schrift auch selbst und wir müssen manche Texte im Gesamtzusammenhang der Bibel in einem anderen Licht lesen, als sie ursprünglich gedacht waren. Das heißt nicht, dass wir leichtfertig alle düsteren, unbequemen und schwierig zu verstehende Texte aus der Bibel streichen sollen. Aber es bedeutet für mich z.B. solch einen Text im Licht von Ostern zu lesen. Und in diesem Licht wird eben deutlich, dass das Glück oder Unglück in diesem Leben nicht das letzte Wort ist.

Jeremia 16, 14-21 Ostern bei Jeremia

Ah, das tut gut, zwischen all der Unheilsprophetie und Gerichtsverkündigung auch so was zu lesen: „Ich will sie zurückbringen in das Land, das ich ihren Vätern gegeben habe.“ (V.15) Der Untergang Jerusalems und die Verschleppung ins Exil nach Babylonien sind nicht Gottes letztes Wort. Nach der Nacht kommt der Morgen, nach der Dunkelheit kommt das Licht, nach dem Gericht schenkt Gott neues Leben. Ostern ist nicht auf Kreuz und Auferstehung beschränkt. Ostern gab es schon vorher und gibt es noch heute.
Bibeltext

Schlechte Nacht

Lag heute Nacht lange wach und hatte ständig das Gefühl im Bein, dass gleich ein neuer Anfall kommt (zum Hintergrund: hier und hier). Kam zum Glück keiner, aber es ist schon ein bescheuertes Gefühl, diese Angst im Hinterkopf zu haben. Es sind noch 16 Tage bis zur OP – hoffe, dass ich das voll gut über die Bühne bringe… Die letzten Wochen waren recht wechselhaft: Nachdem es mir teilweise nicht so gut ging wurde es dann auch immer wieder besser. Hoffe und bete, dass das auch dieses mal so ist…

Schön ist, dass ich vor der OP noch Ostern mitfeiern darf. Das Fest des Sieges über den Tod! Jesus lebt und mit ihm auch ich!