2. Petrus 3, 14-18 – Petrus vs. Paulus

Auch die Apostel waren nicht immer ein Herz und eine Seele. In Gal. 2,11-21 berichtet Paulus von einer Meinungsverschiedenheit mit Petrus und jetzt am Ende des zweiten Petrusbriefes stichelt Petrus gegen Paulus: Er bezeichnet Paulus zwar als einen „lieben Bruder“, aber er macht auch deutlich, dass er manches in seinen Briefen für schwer verständlich hielt und auch von „Unwissenden und Leichtfertigen“ leicht zu „verdrehen“. Paulus lehrt seiner Meinung nach also zu kompliziert und zu missverständlich!

Ich find’s beruhigend und auch irgendwie schön, dass wir in der Bibel solch eine Vielfalt von unterschiedlichen Sichtweisen auf das Evangelium haben. Wenn das nicht so wäre, dann müssten wir eigentlich an den vielen verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften die es heute gibt verzweifeln. Aber wir sehen ja, dass es da von Anfang an Unterschiede gab und dass selbst die Apostel nicht in allem so hundertprozentig einig waren. Auch Petrus und Paulus waren nur Menschen und trotzdem hat sie Gott auf großartige Weise gebrauchen können.
Bibeltext

Matthäus 26, 26-29 – Streitpunkt Abendmahl

Das Abendmahl – es fällt mir schwer, darüber in ein paar Sätzen etwas sinnvolles zu schreiben. Was wurde nicht in den Jahrhunderten seit dem letzten Abendmahl Jesu über diese Sätze gestritten und theologisiert! Je nach Konfession, Glaubensrichtung und persönlichen Erfahrungen prallen hier ganz verschiedene Vorstellungen und Erfahrungen aufeinander.

Als Pastor mache ich immer wieder die Erfahrung, wie gerade das Abendmahl mehr trennt, als dass es vereint. Gerade am Abendmahl offenbaren sich schnell heftige und tiefgreifende Unterschiede. Und gerade hier kochen schnell die Emotionen hoch. Das ist ja einerseits okay, weil es ein wichtiges und zentrales Thema ist. Aber andererseits macht mich die Verbissenheit, mit der wir manchmal damit umgehen, auch irgendwie traurig.

Erst vor kurzem war das Thema Abendmahl bei uns in der Ökumene wieder ein Diskussionspunkt, weil es beim Kanzeltausch (ev. Prediger in kath. Kirche) immer irgendwie schwierig ist, eine gute Lösung für alle zu finden (die offizielle kath. Linie ist ja, dass Evangelische nicht daran teilnehmen dürfen – wie gestaltet man das jetzt so, dass es nicht seltsam wirkt?). Aber auch in einzelnen Gemeinden ist das Abendmahl oft ein herrliches Thema, um die Gemeinde zu spalten (Einzelkelch oder Gemeinschaftskelch, Wein oder Traubensaft, mit Kinder oder ohne Kinder, liturgisch-feierlich oder fröhlich-frei,… ).

Aber wir kennen das ja schon von Anfang an: Schon in der Gemeinde in Korinth gab es da heftige Auseinandersetzungen… 🙁