John Naish: Genug

Dieses Buch spricht mir aus der Seele. Wir leben in einer Welt des Überflusses, wir haben mehr als genug – und trotzdem wollen wir immer mehr und mehr. Der britische Journalist John Naish entlarvt nüchtern die Fallstricke unserer westlichen Überflussgesellschaft. Um gut und zufrieden leben zu können, haben wir von allem Wesentlichen genug: Wir haben genug Informationen, Essen, Sachen, Arbeit, Auswahl, Glück, Wachstum (diesen Stichworten geht Naish in seinem Buch nach). Trotzdem machen wir uns vor: wenn wir nur noch ein bisschen mehr hätte, dann ginge es uns besser. Aber das ist ein Trugschluss.

Naish spricht sich für eine Lebensphilosophie des Genughaben aus. Weniger ist mehr. Wenn wir lernen, mit dem was wir haben, zufrieden zu sein, dann leben wir entspannter und erfüllter. Der Autor geht sehr rational an die Sache heran und zitiert oft wissenschaftliche Untersuchungen. Er argumentiert auch des Öfteren mit der menschlichen Evolutionsgeschichte.

Um so überraschender war für mich das letzte Kapitel, in welchem er den grundsätzlichen Lebensansatz entfaltet, wie wir nach seiner Meinung der Überflussgesellschaft entkommen können: Dankbarkeit. Er empfiehlt uns, dankbar für das zu sein, was wir haben. Das geht bei ihm sogar so weit, dass er – als jemand der mit Gott offensichtlich nicht so viel anfangen kann – mit seiner Familie die Sitte des Tischgebets eingeführt hat! Auch wenn er nicht daran glaubt, dass dieses Gebet tatsächlich von einem Gott gehört wird, sieht er es als sinnvoll an, um sich darin in Dankbarkeit zu üben. Da können auch wir Christen noch so einiges lernen…

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