Lukas 6, 17-26 Weh uns!?

Vor einiger Zeit habe ich mit jemand gesprochen (bzw. er hat mehr mit mir gesprochen ;)), der überzeugt war, dass es in Deutschland so wenige Christen gibt, weil es uns zu gut geht. Wir sind zu reich und satt, wir leiden nicht unter Verfolgung. Mir war es etwas unwohl bei diesen Aussagen. Denn was ist die Konsequenz daraus? Sollen wir um Armut, Hunger und Verfolgung bitten, damit mehr Menschen zu Jesus finden?

Bei der Feldpredigt in Lukas macht nun Jesus ähnliche Aussagen: Selig sind die Armen und Hungrigen und diejenigen, die um Jesu willen gehasst werden. Den Reichen, Satten und nicht Verfolgten dagegen gilt Jesu Weheruf. Na toll! Dann hab ich ja schlechte Karten bei Jesus! Im weltweiten Durchschnitt gesehen bin ich reich, ich bin satt und ich brauche mich nicht vor Verfolgung fürchten…

Soll ich diese Seligpreisungen und Weherufe geistlich umdeuten – so wie es Matthäus macht? Bei Matthäus spricht Jesus nämlich von den geistlich Armen und denen, die nach Gerechtigkeit hungern. Oder sollte ich um so dankbarer sein, dass ich trotz Wohlstand und Freiheit zum Glauben kommen durfte?

| Bibeltext |

Bonhoeffer: Nachfolge (13) – Die verborgene Gerechtigkeit

Nach den einführenden Kapiteln zum Thema Nachfolge ging es in Bonhoeffers Buch zunächst um Matthäus 5. Bonhoeffer hat diese Auslegung von Mt. 5 überschrieben mit „Vom ‚Außerordentlichen‘ des christlichen Lebens“. Jetzt geht es um Matthäus 6 unter der Überschrift „Von der Verborgenheit des christlichen Lebens“. Für Bonhoeffer rückt Matthäus 6 das vorige Kapitel ins rechte Licht: Die Nachfolge fordert das Außerordentliche, das was über das normale Maß hinausgeht. Darin liegt allerdings auch eine Gefahr: „Sich mit allem Radikalismus und aller Kompromisslosigkeit von der Welt zu trennen“ (S.150) und in geistlichen Hochmut zu verfallen (S.151).

Als Gegenpol geht es nun um die Demut der Verborgenheit in der Nachfolge. „Zwar muss es sichtbar werden, muss das Außerordentliche geschehen, aber – habt acht, dass es nicht geschieht, damit es sichtbar werde. Zwar hat die Sichtbarkeit der Nachfolge einen notwendigen Grund, nämlich den Ruf Jesu Christi, aber sie ist niemals selbst ein Ziel.“ (S.153) Nachfolge muss also einerseits sichtbar werden, die Menschen sollen das Außerordentliche des Nachfolgers sehen, aber wir sollen andererseits dieses Außerordentliche nicht deswegen tun, damit die Leute es sehen und wir selbst damit in den Mittelpunkt gerückt werden.

Konkret gelebt werden kann dieser Widerspruch nur im Schauen auf Christus. Der Nachfolger soll nicht auf das Außerordentliche sehen, sondern auf den, der ihm vorangeht (S.154). „So sieht der Nachfolgende immer nur seinen Herrn und folgt ihm. Sähe er das Außerordentliche selbst, so stünde er schon nicht mehr in der Nachfolge.“ (S.155) „Das echte Werk der Liebe ist immer das mir verborgene Werk.“ (S.155)

Ich finde diese Beobachtungen von Bonhoeffer sehr erhellend. Denn da liegt ja tatsächlich eine gewisse Spannung: Einerseits sollen wir unser Licht leuchten lassen vor den Menschen (Mt.5,16), aber andererseits sollen wir unsere Frömmigkeit nicht ausüben, um von den Menschen gesehen zu werden (Mt 6,1).

Wenn ich darüber nachdenke, dann ist es tatsächlich so, dass beides notwendig ist, ja, dass beides zusammengehört. Die Christen, die meines Erachtens am hellsten leuchten, sind gerade die Demütigen und Bescheidenen (und da geht es um echte Demut und nicht vorgespielte oder oberflächlich antrainierte Demut). Sobald Christen anfangen, sich auf ihre Frömmigkeit und ihre Fähigkeit das Außerordentliche zu tun, etwas einzubilden, wird es schief, hässlich, abstoßend und dunkel. Unter den Menschen, die ernsthaft Christus nachfolgen wollen, ist das tatsächlich eine große Gefahr: geistlicher Hochmut.

Matthäus 28, 16-20 – Du sollst missionieren!!!

So ein richtiger „Schlechtes-Gewissen-Text“. Diesen „Missionsbefehl“ bekommen wir Christen immer und immer wieder zu hören. Und immer wird betont, wie wichtig und zentral es ist, dass wir unseren Glauben bezeugen und dass wir all die Ungläubigen um uns herum „missionieren“. Mich beschleicht bei diesem Text das dumpfe Gefühl, dass wir ihn alle mit einem schlechten Gewissen hören. Denn wer tut das schon? Die ganze Welt „missionieren“? Den meisten von uns ist es schon zuviel, wenn der Arbeitskollege einen schief anschaut, weil man am Sonntag in der Kirche war.

Um das Gewissen zu beruhigen unternehmen wir immer wieder mal ein paar Missionsversuche. Entsprechend verkrampft sehen die dann auch oft aus – und unsere Scheu davor wird nur noch verstärkt. Am einfachsten ist es noch, wenn wir bei „Pro Christ“ oder ähnlichen Veranstaltungen in der Küche helfen können, denn das zählt ja dann auch als „Mission“. Wir fühlen uns viel zu oft wie Verkäufer, die etwas verkaufen sollen, an dem niemand so richtig Interesse hat. Viel zu oft geht’s schief, wir sind frustriert und bekommen oft selbst Zweifel an dem „Produkt“, das wir verkaufen sollen.

Was mich aber heute an diesem Text umgehauen hat, war der Vers 17. Da erscheint der auferstandene Jesus seinen Jünger und sie fielen vor ihm nieder, „einige aber zweifelten.“ Wie krass ist das denn?! Jesus selbst steht sichtbar vor ihnen und trotzdem sind noch nicht alle überzeugt?! Trotzdem können es einige noch nicht glauben, dass Jesus lebt?!

Das zeigt mir einerseits, wie schwierig es ist unsere menschlichen Zweifel zu überwinden. Wenn nicht mal Jesus selbst das bei all seinen Jüngern schafft, wie sollen wir das heute bei Menschen schaffen, die mit Gott gar nichts am Hut haben?! Zum anderen finde ich die Ehrlichkeit der Bibel hier – wieder mal – einfach herrlich! Das ist doch genial, dass hier nichts schön geredet wird. Für mich ist diese Ehrlichkeit auch gegenüber dem Scheitern sehr viel überzeugender, als so manche auf Hochglanz polierte Überzeugungsrede, wie fantastische doch das Leben als Christ sei.

Matthäus 28, 1-15 – Furchtbar schön

Wie ist das, wenn plötzlich ein Toter vor dir steht? Ganz schön gruselig! Ganz schön furchteinflössend! Ja klar: Der Jesus, der den Frauen am Grab erscheint ist nicht tot, sondern es ist der Auferstandene. Ja klar: Die Menschen damals hatten noch kein so aufgeklärtes und kritisches Weltbild wie wir heute. Und trotzdem: Für die Frauen war Jesus tot. Seit drei Tagen im Grab. Und sie rechneten vielleicht eher mit dem Übernatürlichen als wir, aber dass ein Toter von selbst aus dem Grab heraus kommt und plötzlich vor einem steht, war ganz sicher auch damals nicht alltäglich.

Kein Wunder, dass sie sich gefürchtet haben. Das ältere Markus Evangelium berichtet nur von der Furcht. Er schreibt von Zittern und Entsetzen (Mk.16,8). Die Frauen waren echt geschockt! Die haben gedacht sie sind im falschen Film! Denen ist der Schreck ihres Lebens in die Glieder gefahren! Bei Matthäus klingt das ganze dann schon weniger furchteinflössend. Sowohl ein Engel, als auch Jesus beruhigen die Frauen: „Fürchtet euch nicht!“ und Matthäus schreibt nur von Furcht und Freude, nachdem sie dem Engel begegnet sind.

Jesus zu begegnen kann furchteinflössend sein. Denn da passiert was, was eigentlich nicht passieren kann. Etwas, das alles Verstehen übersteigt. Etwas, mit dem wir eigentlich nicht rechnen. Wenn wir Jesus begegnen, dann bricht unsere bisherige Welt zusammen. Das ist wie bei einem guten Gruselfilm: Am gruseligsten und erschreckendsten sind gerade die Dinge, mit denen man nicht rechnet.

Ich denke, das ist bis heute so. Mir macht dieser Auferstandene auch heute noch manchmal Angst. Weil ich denke: Das ist doch alles verrückt, das kann doch nicht sein, das ist zu schön, um wahr zu sein. Kann es wirklich sein, dass dieser Jesus lebt? Kann es wirklich sein, dass es diesen Gott der Bibel gibt? Und immer wieder lasse ich mich ängstlich fallen und erlebe, wie da eine Hand da ist die mich trägt. Eine Stimme, die sagt: „Fürchte dich nicht!“ Christsein ist furchtbar schön!

Matthäus 27, 62-66 – Streit ums leere Grab

Viele historisch-kritische Bibelausleger sehen in diesem Text eine Übertreibung oder sogar Erfindung der ersten Christen. Die Hohepriester wollen von Pilatus, dass er das Grab Jesu von Soldaten bewachen lässt – das klingt anscheinend auf den historischen Hintergründen nicht sehr plausibel. Darüber kann man sicher streiten und keiner kann das eine oder das andere wirklich beweisen.

Was man aber auf jeden Fall als historisch sehen kann, ist die Tatsache des leeren Grabes. Dass das Grab leer war, wird auch von den Gegnern später nie angezweifelt. Es wird lediglich darüber gestritten und diskutiert, wie das geschah. Die Christen sagen: Jesus ist auferstanden. Die Gegner sagen: Seine Anhänger haben die Leiche geklaut. Das wird aus diesem Text von Matthäus auf jeden Fall deutlich: Egal, ob er historisch ganz genau so zutrifft oder nicht, auch zur Abfassungszeit des Matthäusevangeliums (wahrscheinlich einige Jahre nach 70 n. Chr.) ist das immer noch ein wichtiges Thema und ein Streitpunkt zwischen Nichtchristen und Christen (sonst hätte Matthäus die Szene getrost weg lassen können).

Wohlgemerkt: Der Streit geht nicht darum, ob das Grab leer war oder nicht (das bezweifelte niemand), der Streit dreht sich darum, wie es dazu kam. Und das ist bis heute die Frage: Wie kommt es, dass dieses Grab leer war? Haben die niedergeschlagenen und ängstlichen Jünger, die bei der Verhaftung Jesu feige geflohen sind, den Leichnahm geraubt und die größte Lüge der Weltgeschichte in Umlauf gesetzt? Oder könnte es sein, dass dieser Jesu tatsächlich auf übernatürliche Weise aus dem Grab kam?

Matthäus 27, 57-61 – Gott ist tot

Zwei Frauen beobachten, wie Jesus begraben wird. Der Lärm ist vergangen. Das hasserfüllte Schreien hat aufgehört. Die Spötter haben sich in ihre eigene kleine Welt zurück gezogen. Die meisten von Jesu Anhänger haben sich ängstlich in ihren Verstecken verbarikadiert. Nur die zwei Frauen sehen, wie man das leblose Stück Fleisch, das früher einmal ihre ganze Hoffnung war, in das in den Fels gehauene Grab schleppte. Nur sie hörten das dumpfe Geräusch, als der schwere Stein in seine Position vor den Grabeingang gewälzt wurde.

Bei diesem Geräusch zuckte ihre Herz noch einmal zusammen: „Jetzt ist es endgültig! Es ist vorbei! Der Sohn Gottes – tot! Kein Leben mehr, sondern nur noch toter Stein! Wie konnte Gott das zulassen? Warum hat er es nicht verhindert? War alles nur eine große Lüge? Wer war dieser Jesus dann wirklich? Was sollte das alles?“ Es fühlte sich an, als ob nicht nur ein Mensch gestorben ist, sondern als ob Gott selbst da im Grab lag. „Welchen Sinn macht das Leben jetzt noch? Es wird dunkel! So dunkel! Und der Schmerz bohrt sich tiefer und tiefer! Warum nur?!? Warum das alles?“

Matthäus 27, 45-56 – Es ist vollbracht

„Jesus schrie abermals laut und verschied.“ (Mt. 27,50) Die Evangelisten berichten auf recht unterschiedliche Weise von Jesu letzten Stunden und von seinen letzten Worten. Bei Johannes hört sich das ganze ziemlich souverän und abgeklärt an: Jesus sprach: „Es ist vollbracht!, und neigte das Haupt und verschied.“ (Joh. 19,30) Bei Matthäus klingt es dagegen dramatischer und schmerzvoller.

Für mich muss sich das nicht unbedingt widersprechen. Beide betonen unterschiedliche Wahrheiten und Aspekte des Geschehens am Kreuz. Johannes schaut tiefer und er betont das Kreuz als Höhepunkt und Vollendung von Jesu Wirken. Denn hier am Kreuz besiegt er den Tod und den Teufel (auch wenn es rein äußerlich gar nicht danach aussieht). Matthäus betont dagegen mehr, dass dieses Sterben am Kreuz auch für den Sohn Gottes kein Spaziergang war. Auch für ihn ist es schrecklich und schmerzvoll.

Eigentlich müsste beim Anblick des Sohnes Gottes am Kreuz die Hölle ein Freudenfest gefeiert haben. Aber ich glaube, die haben nicht lange gefeiert. Die haben irgendwann gemerkt: „Hey, das sah zwar wie ein Sieg aus, aber in Wirklichkeit ist jetzt alles verloren!“ Die richtige Party ging dann im Himmel ab: „Er hat’s getan, er hat durchgehalten, er hat den Tod besiegt! Es ist vollbracht!!!“

Matthäus 27, 31-44 – Der verhöhnte Gott

Christus am KreuzIn Mt. 26,53 sagt Jesus noch: „Meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte?“ Ja, er hätte das ganze leicht vermeiden können, aber er tat es nicht. Er lässt sich ans Kreuz nageln, er lässt sich verhöhnen und verspotten. Die „Zuschauer“ schütteln die Köpfe und lästern über ihn: „Wie kann man nur mit solch einem Anspruch auftreten? Sohn Gottes?! Selbst schuld, wenn er für diesen Größenwahn jetzt sterben muss!“ Die religiösen Anführer verspotten ihn: „So, der will also der König von Israel sein? Soll er doch runterkommen vom Kreuz und den Thron besteigen! Wenn er wirklich Gottes Sohn wäre, dann würde Gott ja spätestens jetzt eingreifen!“ Und selbst die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren, verschmähen ihn: „Wo ist jetzt deine Macht?! Wo bleiben jetzt die Zeichen und Wunder, von denen du angeblich so viele getan hast? Warum kannst du dir selbst und uns nicht helfen?“

Was ist das für ein Gott, der all das über sich ergehen lässt? Der tatenlos zusieht, wie sein Sohn ermordet wird und wie er lächerlich gemacht wird? Was ist das für ein Gott, der sich so demütigen lässt, der so schwach wird, dass alle auf ihm herum trampeln? Hätte er nicht mit einem Fingerschnipsen alles beenden können? Ja – hätte er können! Er tat es aber nicht. Muss ihm wohl wichtig gewesen sein, dass Jesus am Kreuz für uns starb! Sehr wichtig!

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Matthäus 27, 15-30 – Die Hände in Unschuld waschen

Hände waschenDer arme, arme Pilatus. Der eingeschüchterte Mann wird von der bösen Volksmenge dazu gezwungen – gegen seine eigene Einsicht – einen Unschuldigen hinrichten zu lassen. Aber er kann sich ja elegant aus der Affäre ziehen: Er wäscht seine Hände in Unschuld. „Ich kann ja nichts dafür und ich würde ja soooo gerne anders handeln – aber die Umstände erlauben es halt nicht.“

Wer hat hier eigentlich das Sagen? Wer hat hier eigentlich die Macht? Der römische Statthalter, Vertreter der großen Weltmacht, oder die Vertreter des besetzten Landes? Immer wieder wurde dieser Text herangezogen, um den Juden allein die Schuld am Tod Jesu zu geben. „Seht doch, hier steht’s: Die Juden selbst übernehmen die alleinige Verantwortung für den Tod von Jesus Christus. Sie sagen sogar, dass sein Blut über sie kommen soll. Dann ist es doch nur gerecht, wenn sie von uns Christen im Lauf der Geschichte immer wieder dafür bestraft werden!“ Aber hatte Pilatus wirklich keine andere Wahl?

Es ist so leicht, seine Hände in Unschuld zu waschen, wenn anderen Unrecht getan wird. „Ich war ja nicht beteiligt. Die anderen waren es! Und durch die äußeren Umstände konnte ich auch leider, leider nicht eingreifen…“ Ich merke, wie ich selbst immer wieder zu dieser Haltung tendiere: Lieber wegschauen und Ungerechtigkeiten ignorieren, anstatt selbst einzugreifen und sich womöglich einigen Ärger aufladen.
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Matthäus 27, 1-14 – Späte Einsicht

Also hat er seinen Fehler doch noch eingesehen. Judas bringt das Geld für seinen Verrat zurück und versucht, das Rad der Geschichte noch mal zurück zu drehen. Aber es geht nicht: Die Hohepriester und Ältesten bleiben bei ihrem Urteil. Judas verzweifelt an seiner Schuld und erhängt sich.

Ich finde es spannend wie Matthäus die Schicksale von Petrus und Judas in seiner Darstellung verknüpft und gegenüberstellt. Beide haben Fehler gemacht und sehen ihr Versagen ein. Bei Petrus geht es letztendlich gut aus, bei Judas nicht. Liegt es an der Größe der Schuld? Petrus hat Jesus nur verleugnet, Judas ist als Verräter für seinen Tod verantwortlich (Ist er das wirklich? Jesus hätte sich ja noch rechtzeitig vom Acker machen können – er wusste was ihn erwartet! Ist nicht letztendlich Gott selbst verantwortlich dafür? Dazu hat er doch Jesus auf die Welt geschickt: Um die Menschen durch seinen Tod mit sich zu versöhnen).

Ich bin überzeugt: Selbst für Judas hätte es die Möglichkeit zur Umkehr gegeben, selbst ihm hätte seine Schuld vergeben werden können. Aber anders als Petrus hat er versucht, selbst mit seiner Schuld fertig zu werden, anstatt sich an Jesus zu wenden.

Vergebung heißt nicht, dass dadurch etwas ungeschehen gemacht wird. Judas kann seinen Verrat nicht rückgängig machen (genau so wenig konnte Petrus seine Verleugnung rückgängig machen). Vergebung heißt aber, dass nicht ich sondern ein anderer mit der Schuld fertig wird. Vergebung heißt, dass ich trotz allem was schiefgelaufen ist, mit Gott noch einmal neu anfangen darf.