Hermann Hesse: Narziß und Goldmund

Hesse: Narziß und GoldmundImmer wieder geht es in Hesses Bücher um das eine: um sich selbst, um seine Kämpfe mit sich selbst und der Welt, um die Suche nach dem persönlichen Lebensweg, um ein erfülltes, sinnvolles Leben. Auch die beiden Hauptfiguren mit Namen Narziß und Goldmund sind im Grunde Repräsentanten von verschiedenen Persönlichkeitsanteilen von Hesse selbst. Narziß ist asketische Denker, welcher der sinnlichen Welt entfliehen will und ganz dem Geist dienen will. Goldmund ist der sinnenfreudige und freiheitsliebende Lebemann, der alle Höhen und Tiefen des Lebens voll auskosten will. Die asketische Seite Hesses kann man leicht erkennen, wenn man Fotos von ihm anschaut: eine dürre, hagere Gestalt mit klaren Augen, die hinter die Oberfläche der Welt zu sehen scheinen. Die rebellische Seite Hesses lässt sich in jeder Biographie nachlesen: schon von klein auf will er sich nicht ein- und unterordnen lassen und hat seine Lust an der Schönheit der Welt. Hermann Hesse: Narziß und Goldmund weiterlesen

Sprüche 25, 11-28 Das süße Leben

Wer Honig findet, der hat Glück (V.16). Für jemand im Alten Orient, der keinen Industriezucker und bergeweise Süßigkeiten im Küchenschrank hat, ist gefundener Honig eine seltene Köstlichkeit. Honig ist süß und macht glücklich. Aber in unserer Überflussgesellschaft merken wir das ganz genau: Dass sich das Glück mit der Menge des Honigs proportional erhöht ist ein Trugschluss. Wenn wir zu viel Gutes in uns hinein stopfen, dann schmeckt es uns am Ende nicht mehr und es wird uns schlecht davon. Weniger ist mehr – das ist wahre Lebenskunst.

„Ein Mann, der seinen Zorn nicht zurückhalten kann, ist wie eine offene Stadt ohne Mauern.“ (V.28) Aber ist nicht ein Mann, der dauernd seinen Zorn unterdrückt wie ein explosives Pulverfass? Was ist die richtige Balance, um mit unserem Zorn nicht entweder andere oder uns selbst zu schaden? Wie können wir mit Zorn konstruktiv umgehen?

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