Hermann Hesse: Narziß und Goldmund

Hesse: Narziß und GoldmundImmer wieder geht es in Hesses Bücher um das eine: um sich selbst, um seine Kämpfe mit sich selbst und der Welt, um die Suche nach dem persönlichen Lebensweg, um ein erfülltes, sinnvolles Leben. Auch die beiden Hauptfiguren mit Namen Narziß und Goldmund sind im Grunde Repräsentanten von verschiedenen Persönlichkeitsanteilen von Hesse selbst. Narziß ist asketische Denker, welcher der sinnlichen Welt entfliehen will und ganz dem Geist dienen will. Goldmund ist der sinnenfreudige und freiheitsliebende Lebemann, der alle Höhen und Tiefen des Lebens voll auskosten will. Die asketische Seite Hesses kann man leicht erkennen, wenn man Fotos von ihm anschaut: eine dürre, hagere Gestalt mit klaren Augen, die hinter die Oberfläche der Welt zu sehen scheinen. Die rebellische Seite Hesses lässt sich in jeder Biographie nachlesen: schon von klein auf will er sich nicht ein- und unterordnen lassen und hat seine Lust an der Schönheit der Welt. Hermann Hesse: Narziß und Goldmund weiterlesen

Hermann Hesse: Gertrud

Parallel zu Hesses Romanen lese ich gerade die Hesse-Biographie von Gunnar Decker. Darin wird deutlich, dass die Romane Gertrud und Roßhalde aus einer Übergangszeit von Hermann Hesse stammen. Er hatte mit Peter Camenzind einen großen Erfolg, mit dem darauffolgenden Roman „Unterm Rad“ verarbeitete Hesse seine Jugendzeit. Inzwischen hat er eigentlich sein großes Ziel erreicht: er ist Schriftsteller und kann von seine Einkünften leben. Recht gut sogar. Er hat geheiratet, hat Kinder bekommen, hat sich in Gaienhofen am Bodensee ein ansehnliches Haus gebaut. Er hat eigentlich die Krisen seiner Jugendzeit und des beruflichen Anfangs hinter sich – aber genau das macht ihm zu schaffen. Hermann Hesse: Gertrud weiterlesen