Römer 8, 1-11: Wer versteht das heute denn noch?

Beim Lesen habe ich mich heute gefragt, ob ein moderner Mensch aus dem 21. Jh. der in einer westlichen Kultur aufgewachsen ist, überhaupt richtig nachvollziehen kann, wovon Paulus hier im Römerbrief schreibt? Wenn es um Gott, Glaube und Religion geht, dann haben wir heute doch ganz andere Fragen, als Paulus damals. Wir stellen heute ganz grundsätzlich alles in Frage. Gibt es Gott überhaupt? Und wenn ja, können wir überhaupt etwas von ihm wissen? Was für eine Art von Gott oder Macht ist das? Für Paulus und auch noch Luther war das überhaupt keine Frage. Sie beschäftigte v.a. wie ich vor Gott gerecht und angenommen sein kann.

Selbst wenn wir heute an Gott glauben, dann stellen wir eher die Frage, was Gott für mich persönlich bedeutet und was Gott mir bringt. Wir stellen heute nicht die Frage nach der Rechtfertigung, sondern nach einem sinnvollen und erfüllten Leben. Wir stellen die Frage, wie Gott das Leid zulassen kann. Wir stellen die Frage, wie die Menschen in Frieden und Freiheit leben können und wie wir die Schöpfung bewahren können. Hat uns der Römerbrief überhaupt noch etwas zu sagen? Es ist eine fremde Welt, die uns hier begegnet.

Was würde Paulus wohl uns heutigen Menschen schreiben? Wie würde er sich ausdrücken? Was wären die Fragen, mit denen er sich beschäftigen würde? Seine Briefe würden heute sicher anders aussehen. Vielleicht würde er über youtube predigen. Ganz sicher würde er nicht so viel vom jüdischen Gesetz reden und vom Gegensatz zwischen Fleisch und Geist. Aber er würde ganz sicher von Jesus reden, von seinem Tod am Kreuz, von seiner Auferstehung. Er würde von Gottes Liebe reden, von Befreiung und Frieden. Die grundlegende Botschaft der Bibel ist heute noch genauso aktuell wie damals.

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Römer 3, 21-26: Schwierige Schlüsselwörter

Das ist ein sehr zentraler Abschnitt, in welchem Paulus in dichter Form ganz zentrale Aussagen macht. Ob die Leser von damals alles verstanden haben, was Paulus da an theologischen Aussagen mit hinein packt? Sie hatten auf jeden Fall den Vorteil, dass sie in derselben Zeit und demselben Kulturkreis lebten wie Paulus. Für uns heute ist es nicht mehr so einfach nachzuvollziehen, was ein antiker jüdischer Mensch bei solchen Stichworten wie Gerechtigkeit Gottes und Sühne gedacht und empfunden hat.

Bei Gerechtigkeit denken wir heute eher an ausgleichende Gerechtigkeit oder an Gerichte, die durch Rechtsprechung das Gesetz durchsetzen. In der hebräischen Bibel geht es bei der Gerechtigkeit Gottes mehr um seine Gemeinschaftstreue. Gott ist dann gerecht, wenn er sich als der treue Gott erweist. Für Paulus erweist sich diese Gerechtigkeit Gottes v.a. im Handeln an Jesus Christus. In ihm wird Gottes Treue sichtbar. In ihm geschieht Erlösung, Befreiung von der Sünde. In ihm werden wir mit hinein genommen in die Treue Gottes. Um Anteil an dieser Gerechtigkeit zu haben, ist es deswegen wichtig, auf Jesus zu vertrauen, an ihn zu glauben (V.22: „Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben“).

Das Wort Sühne und sein damaliges Verständnis ist für uns heute noch schwerer zugänglich – sowohl intellektuell, als auch erst recht emotional. Man könnte es so beschreiben: Sühne ist ein Mittel, um eine vergiftete Beziehung wieder zu heilen. Rechtfertigung durch Glauben ist eben mehr als nur ein richterliches Urteil, dass der Schuldige nicht bestraft wird. Es geht um weit mehr als nur eine zugesprochene Gerechtigkeit. Sünde ist im biblischen Verständnis wie ein Gift, welches die Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen vergiftet. Um diese Beziehungen zu heilen, ist mehr nötig als ein Vergebungswort. Im Sühnetod am Kreuz nimmt Jesus diese Giftstoffe der gestörten Beziehungen auf sich selbst und heilt dadurch die Beziehungen. Es geschieht hier mehr als dass nur ein Unschuldiger für die Schuldigen stirbt, damit dem Gesetz genüge getan wird. Es wird ein Prozess der Heilung in Gang gesetzt.

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Johannes 19, 31-42 Blut und Wasser

Johannes liebt es durch sein ganzes Evangelium hindurch hinter der Erzählebene tiefere Botschaften zu verstecken. Manchmal sind seine Anspielungen leicht zugänglich, manchmal bleibt offen, was er eigentlich genau damit meint. In dem heutigen Abschnitt fällt vor allem die Betonung auf, mit der er erzählt, dass nach Jesu Tod durch einen Lanzenstich Blut und Wasser aus der Seite Jesu kamen. Das ist auf der reinen Erzählebene ein deutlicher Hinweis, dass Jesus tatsächlich tot ist. Er war nicht scheintot und wurde dann wiederbelebt, sondern er ging tatsächlich ins Totenreich und ist dann auferstanden.

Aber wenn es nur um die Tatsache des Todes gegangen wäre, dann hätte ein Hinweis auf das Blut Jesu gereicht. Außerdem wird gerade diese Beobachtung durch den nachfolgenden Vers 35 in besonderer Weise hervorgehoben. Aber es ist nicht ganz eindeutig, worauf Johannes mit Blut und Wasser anspielen will. In der Alten Kirche wurde es meist als Anspielung auf die Sakramente von Abendmahl und Taufe gedeutet. Das macht von den Symbolen her durchaus Sinn. Allerdings scheint Taufe und Abendmahl im Johannesevangelium insgesamt keine besonders große Rolle zu spielen (es ist z.B. das einzige Evangelium, das die Einsetzungsworte des Abendmahles nicht überliefert).

In 1. Joh. 5,6 gibt es eine interessante Parallelstelle: Dort wird festgehalten, dass Jesus durch Wasser und Blut gekommen ist. Dies scheint im Zusammenhang eine Anspielung auf Jesu eigene Taufe und sein Kreuzestod zu sein. Allerdings scheint eine Anspielung auf Jesu Taufe bei Jesu Tod wenig Sinn zu machen. Was auch immer Johannes genau gemeint hat: Blut spielt sicherlich auf die erlösende Kraft von Jesu Tod an (an welche ja beim Abendmahl erinnert wird) und das Wasser könnte ganz allgemein auf den Geist anspielen (der ja im Neuen Testament eng mit der Taufe verbunden ist – sowohl bei Jesu Taufe, als auch bei der späteren Taufe von Gläubigen). Dann würde der Hinweis deutlich machen, dass wir in Jesus Christus Erlösung und neues Leben durch den Heiligen Geist haben.

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Johannes 19, 16-30 Es ist vollbracht

Auch bei der Darstellung von Jesu Kreuzigung und Tod hebt Johannes ganz die hoheitliche Seite Jesu heraus. Er berichtet nur davon, dass Jesus selbst sein Kreuz getragen hat, vom Dienst des Simon von Kyrene, der nach den anderen Evangelien das Kreuz zumindest ein Stück des Weges getragen hat, schweigt Johannes. Beim Tod selbst ist nichts von einem Schrei oder einem Bittgebet zu lesen, sondern ganz ruhig beendet Jesus sein Leben mit den Worten: „Es ist vollbracht!“ (V.30) Im griechischen Original ist dann nicht davon die Rede, dass er verschied, sondern wörtlich: „übergab er seinen Geist“. Bis zuletzt bleibt Jesus der Handelnde, der selbst bestimmt was geschieht!

Johannes will Jesus hier nicht besser darstellen, als er war. Nein, er möchte die innere Bedeutung des Geschehens herausarbeiten. Es war ein erbärmlicher und grausamer Tod, das steht außer Frage. Das wusste damals jeder Leser. Aber das ist für Johannes nicht das entscheidende. Tausende von Menschen starben diesen erbärmlichen und grausamen Tod. Das besondere an diesem Tod war, wer hier starb: Der König von Israel, der von Gott gesandte Retter! Es war kein zufälliger, sinnloser oder tragischer Tod, sondern es war ein Weg, der so gewollt war. Jesus konnte am Ende sagen: Es ist vollbracht! Jesus hat die Aufgabe, die ihm von Gott gegeben war, zu Ende geführt. Es war kein sinnloser Tod, sondern ein Tod für uns. Der König starb für uns. Und gerade dadurch legt er den entscheidenden Grundstein für ein neues Königreich, ein Reich das nicht von dieser Welt ist.

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Johannes 18, 1-11 Keine menschliche Tragödie

Beim Lesen musste ich vor allem an die Parallelberichte in den anderen Evangelien denken. Und da fällt sofort auf, wie anders Johannes diese Szene schildert. Er betont in seiner Darstellung die Hoheit Jesu und dass es sein längst gefasster Entschluss ist, ans Kreuz zu gehen. Kein Wort von einem Gebetskampf unter Blut und Tränen, sondern ein gelassener Jesu, der „alles wusste, was ihm begegnen sollte“ (V.4). Kein verräterischer Kuss durch Judas, sondern ein selbstbewusstes „Ich bin’s“ (V.5) von Jesus. Die Soldaten die ihn verhaften sollen fallen angesichts solch einer Hoheit sogar vor Ehrfurcht auf den Boden (V.6). Nur in V.11 findet sich noch eine kleine Anspielung auf das Ringen Jesu, ob er diesen Kelch trinken soll oder nicht. Aber hier sehen wir nur das Ergebnis – Jesus geht bei Johannes ganz selbstverständlich und bewusst den Weg ins Leiden.

Ist das nun eine Verzerrung der historischen Wahrheit, die damals geschehen ist? Nein, denn eine absolut neutrale Geschichtsschreibung gibt es nicht. Jeder erzählt seine Wahrnehmung aus einem bestimmten Blickwinkel. Jeder hat seine weltanschauliche Brille auf, durch die er die Welt und was in ihr ist, wahrnimmt. Johannes will durch seine bewusst andere Darstellung etwas in dem Geschehen herausarbeiten, das in dem Geschehen auch drin steckt. Er will nichts erfinden oder beschönigen, sondern eine verborgenen Wahrheit des Getsemanegeschehens offenbaren. Für Johannes ist Jesu Weg ans Kreuz ein Weg der Erhöhung zum wahren König Israels. Was auf den ersten Augenblick aussieht wie eine menschliche Tragödie ist in Wahrheit ein göttlicher Triumph über Sünde und Tod.

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Johannes 16, 16-33 Wir wissen nicht, was er redet

„Wir wissen nicht, was er redet.“ (V.18b) Das finde ich mich in den Jüngern wieder. So geht es mir mit diesen Text auch. Da gibt es so manches, was ich nicht richtig verstehe. Jesus redet davon, dass es noch „eine kleine Weile“ dauert, dann werden sie ihn nicht mehr sehen (V.17). Dann wird es wieder „eine kleine Weile“ dauern und sie werden ihn wieder sehen. Das erste scheint in der damaligen Situation ganz offensichtlich auf Jesu Kreuzestod anzuspielen. Nur noch wenige Stunden, dann wird Jesus nicht mehr unter seinen Jüngern sein.

Aber was ist mit dem zweiten gemeint? Jesu Auferstehung oder Jesu endgültige Wiederkunft, nach seiner Rückkehr zum Vater? Für die erste Möglichkeit spricht der Ausdruck „eine kleine Weile“. Jesus verwendet ihn sowohl für die Zeit bis zu seinem Tod, als auch für die Zeit, bis die Jünger ihn wiedersehen werden. Das macht mehr Sinn, wenn damit die Auferstehung gemeint ist. Andererseits spricht Jesus in V.28b von seinem Weggang zum Vater – damit ist wohl nicht die kurze Zeit zwischen Kreuz und Auferstehung gemeint, sondern sein endgültiger Weggang nach der Auferstehung. Wiedersehen würden wir Jesus dann erst bei seinem endgültigen und zweiten Kommen in die Welt.

Leben wir jetzt in der Zeit der Traurigkeit, weil Jesus nicht mehr leibhaftig auf der Welt ist, sondern bei seinem Vater? Oder leben wir in der Zeit der Freude, weil er aus dem Tode auferstanden ist und damit eigentlich alle Fragen beantwortet sind? „Wir wissen nicht, was er redet.“ Vielleicht weil beides irgendwie zutrifft. Zwischen Jesu Auferstehung und seinem zweiten Kommen leben wir in einer Zwischenzeit. Eigentlich ist schon alles geschehen und alles klar. Andererseits leben wir noch immer in einer vergänglichen Welt und wir spüren am eigenen Leib, dass Angst, Fragen und Traurigkeit noch nicht endgültig aus der Welt verschwunden sind. Jesus fasst es so zusammen: „In der Wellt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (V.33)

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Johannes 13, 21-30 Unerklärlich

Wie erklärt man das Unerklärliche? Wie kann es geschehen, dass ein von Jesus berufener Jünger, der seine Predigten gehört hat und seine Wunder gesehen hat, sich am Ende gegen Jesus stellt? Der Evangelist kann es sich nicht anders erklären, als durch den Hinweis auf den Satan (V.27). Der Satan fuhr in Judas und deswegen verriet er Jesus. Aber ist damit das Unerklärliche erklärt?

Für mich bleibt das Ganze rätselhaft. Vor allem stellt Johannes es ja auch so dar, dass Jesus dieses ganze Geschehen scheinbar erst in Gang setzt. Der Satan fährt erst in Judas, als Jesus ihm den Bissen zu essen gibt. Andererseits weiß Jesus schon im Vornherein, dass Judas ihn verraten wird – er offenbart es also nur an dieser Stelle. Ist es nicht letztendlich Gott selbst, der das ganze Geschehen so geplant hat? Er hat doch seinen Sohn in die Welt gesandt, damit er zum Lamm wird, das der Welt Sünde trägt. Was kann dann Judas oder der Satan dafür? Sind sie dann nicht lediglich Werkzeuge Gottes?

Wir sollten uns davor hüten diesen Verrat zu schnell und eindimensional mit dem Hinweis auf den Satan zu erklären. Es bleibt letztlich unverständlich, wie das geschehen konnte und wer genau mit welchem Anteil der Verursacher des Kreuzesgeschehens war. Wir bekommen auch in der Bibel nicht auf alle Fragen eine Antwort. Aber sie fordert uns auf und ermutigt uns, trotz und in allen Fragen auf Gott zu vertrauen.

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Johannes 13, 1-11 Dreckige Füße

Die Fußwaschung ist offensichtlich eine Zeichenhandlung. Jesus will seinen Jüngern damit etwas deutlich machen. Wie so vieles konnten sie auch dieses Zeichen erst nach Kreuz und Auferstehung richtig verstehen. Zu Beginn wird auf Jesu Tod hingewiesen („erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater“, V.1). Der Zusammenhang legt darum nahe, die Fußwaschung als ein deutendes Zeichen für Jesu Tod am Kreuz zu sehen. Durch das Kreuz reinigt Jesus seine Jünger.

Simon Petrus sieht zunächst nur die äußere Handlung: Das Waschen der Füße war damals ein Sklavendienst. Darum will er es nicht annehmen, dass Jesus ihm die Füße wäscht. Aber wer nicht auf Jesu Heilstat am Kreuz vertraut, der hat keinen Anteil daran. Darum ist es auch für Petrus wichtig, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen.

Jesus wird zum Diener. Am Kreuz wäscht er uns die dreckigen Füße. Er reinigt uns von unserer Sünde. Er nimmt all unser Versagen, unsere Wut, unseren Hass, unsere Überheblichkeit, unseren Stolz, unsere Lieblosigkeit, unsere Unfähigkeit, unsere Müdigkeit, unsere Verzweiflung, … auf sich. Vielleicht verhalten auch wir uns manches mal wie Simon Petrus und wollen uns gar nicht eingestehen, dass wir das nötig haben. Wir sind doch Christen, wir verhalten uns im Vergleich zu anderen doch gar nicht schlecht, wir sind doch ganz okay, so wie wir sind. Ist es wirklich nötig, dass sich Jesus für uns die Hände dreckig macht? Ja! Jeder braucht das. Immer wieder neu.

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Johannes 12, 20-36 Jesus sprengt Erwartungen

Komische Reaktion! Da wollen zwei Menschen Jesus sehen (d.h. sie wollen ihn kennen lernen) und Jesus antwortet mit einem nicht ganz einfachen Wort über das Sterben. Er deutet sein eigenes Sterben an und betont, dass dies nötig sei, damit Frucht wachsen kann. Aber auch seine Nachfolger sollen ihr irdisches Leben „hassen“, damit sie das ewige Leben erhalten (V.25). Klingt nicht gerade attraktiv und einladend für die beiden Menschen, die gerade ihr Interesse bekundet haben, Jesus näher kennen zu lernen!

Jesus entspricht nicht den üblichen Erwartungen. Das zeigt sich auch in V.34: Das Volk hat vom Messias ganz andere Vorstellungen. Sie gehen davon aus, dass der Messias nicht sterben wird, sondern in Ewigkeit herrschen will. Auf dem Hintergrund manch alttestamentlicher Stellen ist das auch gar nicht so abwegig (Jes. 9,5-6Hes. 37,25, Ps. 89,37). Aber auch hier antwortet Jesus nicht wie erwartet und klärt die Menschen über ihre falschen Vorstellungen auf, sondern fordert sie einfach auf, dem Licht zu vertrauen. Keine Erklärung, keine logischen Argumente,…

Das liegt wohl auch daran, dass man Jesus erst von Kreuz und Auferstehung her recht verstehen kann. Vorher muss es für die Menschen immer recht schwierig gewesen sein, Jesus wirklich zu verstehen. Aber es warnt auch uns davor, ein allzu genaues und festgelegtes Jesusbild zu haben. Jesus lässt sich nicht in unsere menschlichen und religiösen Schablonen pressen.

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Johannes 11, 45-57 Gott kommt zum Ziel

Das Wunder der Auferweckung des Lazarus führt bei vielen tatsächlich zum Glauben (V.45). Aber auf der anderen Seite steigert sich auch die Skepsis und der Widerstand gegen Jesus. Die Führungsschicht der Juden sorgt sich um die politische Zukunft des Volkes wenn die Jesus Bewegung weiter anwächst (und zugleich sorgt sie sich wohl auch um den eigenen religiösen Führungsanspruch…). Kurios dass gerade die Errettung eines Menschen aus dem Tod zum endgültigen Todesbeschluss gegen Jesus führt.

Überdeutlich betont Johannes gerade an dieser Stelle, dass der Hohepriester Kaiphas gerade in diesem Handeln Gottes Absichten durchführt: „Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe.“ (V.50) Das ist – auf einer anderen Ebene als Kaiphas das gedacht hat – genau die Botschaft des Evangeliums: anstatt den Vielen stirbt der Eine am Kreuz. Gott kommt trotz und gerade durch alle menschliche Widerstände mit uns zum Ziel.

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