Römer 11, 17-24: Stolz und Vorurteil

Auch das ist eine Konsequenz aus der Rechtfertigung allein aus Gnade: Als Gläubige, die wir auf Gottes Gnade vertrauen, haben wir nichts, mit dem wir uns gegenüber anderen rühmen könnten. Wir können uns nichts darauf einbilden, dass wir Zweige am Baum des Glaubens sein dürfen. Denn wir sind es nicht aus eigenen Verdiensten, sondern aus reiner Gnade. Das gilt besonders im Blick auf Israel. Sobald wir als Christen überheblich auf Israel niederschauen sprechen wir selbst uns das Urteil. Auf etwas, das uns aus reiner Gnade geschenkt ist, können wir nicht stolz sein (V.20).

Zugleich rückt Paulus das Verhältnis von Juden und Christen ein für allemal unmissverständlich zurecht: Als Christen, die wir nicht aus dem Volk Israel stammen, sind wir nur aufgepfropfte Zweige. Der Stamm bleibt Israel. Wir als Zweige profitieren von ihm, wir sind auf ihn angewiesen – nicht anders herum.

So schnell stehen wir in der Gefahr, gegenüber anderen stolz zu werden. Das war zu den Zeiten des Paulus nicht anders als heute. So schnell kommen wir uns besser vor als andere. Als die anderen, die gar nicht glauben, oder die das Falsche glauben, oder die nicht ernsthaft genug glauben. Anstatt stolz zu sein, sollten wir dankbar und demütig sein. Gott schenkt uns seine Gnade. Paulus hat die Hoffnung, dass Gottes Gnade auch die ausgebrochenen Zweige des Baumes Israel noch erreichen kann. Auch wir sollten diese Hoffnung nicht aufgeben.

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Johannes 4, 19-26 Wo beten wir Gott an?

Die Frau scheint einem Gespräch über ihre persönliche Situation ausweichen. Sie lenkt das Thema auf die theologischen Unterschiede im Glauben der Samariter und der Juden. Die richtige Gottesanbetung ist in der damaligen Vorstellung noch viel mehr als bei uns auch an den richtigen Ort gebunden. Die Samariter beten Gott auf dem Berg Garizim an, für die Juden ist Jerusalem der wichtigste Ort um Gott anzubeten.

Für Jesus ist der Ort zweitrangig. Wichtig ist, Gott „im Geist und in der Wahrheit“ (V.23f) anzubeten. Dabei meint Geist nicht den menschlichen Geist, so dass wahre Anbetung nur innerlich geschehen kann, sondern es geht um den Geist Gottes. Wenn der Geist Gottes gegenwärtig ist, dann spielt der Ort keine Rolle. „Wahrheit“ ist im Johannesevangelium ein Schlüsselbegriff. Auf den Punkt gebracht, ist Jesus selbst die Wahrheit (Joh. 14,6). Nur in ihm und durch das, was er uns von Gott offenbart, können wir Gott in Wahrheit anbeten.

Ich denke in unserer heutigen Zeit stehen wir eher in der Gefahr, den Ort der wahren Gottesanbetung zu vernachlässigen. Wir haben richtig erkannt, dass es letztendlich keine Rolle spielt, wo wir sind: Gott kann überall da sein. Aber dadurch stehen wir in der Gefahr, dass unser Glaube zu einer sehr individuellen und beliebigen Sache wird. Wenn Gott überall ist, dann gibt es keine Orte der besonderen Nähe. Vielleicht können uns bestimmte Orte auch helfen, um uns Gottes Gegenwart besser bewusst zu werden.

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Johannes 4, 1-10 Gib mir zu trinken!

Schon durch seine Auswahl und seine Anordnung des Stoffes betreibt das Johannesevangelium Theologie. Das erste längere Gespräch hat Jesus mit Nikodemus, einem gesellschaftlich und religiös hoch angesehenen und respektierten Mann. Sozusagen als Ergänzung folgt nun gleich ein Gespräch mit einer Frau, die gesellschaftlich am Rand stand und die als Samaritanerin religiös von den Juden nicht akzeptiert war. Jesus lässt sich auf beide ein, redet mit ihnen und lässt sich Zeit für sie. Für Jesus spielt das Geschlecht, die gesellschaftliche Stellung und auch die religiös-moralische Ausgangslage eines Menschen keine Rolle. Er kommt zu allen, nicht nur zur Mitte der Gesellschaft. Das sollte uns vielleicht auch für manch aktuelle Debatte zu denken geben…

Was mir an dieser Geschichte auch auffällt ist, wie menschlich Jesus zu Beginn geschildert wird. Das ist gerade im Johannesevangelium ungewöhnlich, denn in ihm wird ja auf extreme Weise von Anfang an Jesus Hoheit und seine göttliche Seite betont. Hier jedoch ist er ganz Mensch. Er ist müde von der Reise (V.6) und er bittet eine Frau um Hilfe (V.7). Für jemand der Wasser in Wein verwandeln kann, wird er hier ganz schön schwach und hilfsbedürftig dargestellt.

Für mich ist das ein Trost: Gott verzichtet in Jesus auf seine Hoheit und will uns Menschen gerade auch in unserer Schwachheit und Menschlichkeit gebrauchen. Die Frau kann kein Wasser in Wein verwandeln, aber sie kann ihren Wasserbehälter nutzen, um Jesus zu trinken zu geben. Obwohl Jesus es ist, der ihr das entscheidende Wasser gibt – das lebendige Wasser – kann sie ihren ganz menschlichen Teil beitragen, um Jesus zu helfen. So möchte auch ich mich in meiner Schwachheit gebrauchen lassen. Ich kann kein lebendiges Wasser geben, aber wenn Jesus mich ruft, etwas kleines und mir mögliches zu tun, dann will ich es tun.

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Sacharja 1, 1-6 Immer wieder neue Umkehr

Der Prophet Sacharja erfährt im Jahr 520 V. Chr. seine Berufung. Zu der Zeit waren die Juden aus dem Exil in Babylonien wieder zurück gekehrt nach Jerusalem in ihre Heimat. Allerdings war es keine triumphale Rückkehr und es gab so manche Probleme. Juda war kein selbständiges Königreich mehr. Nachdem die Babylonier ihre Vormachtstellung verloren hatten, waren die Perser die neue Großmacht, unter deren Einfluss auch Jerusalem stand. Neben den politischen Problemen war auch das religiöse Leben angeschlagen, was sich z.B. darin zeigte, dass der Wiederaufbau des Tempels nicht einfach und sich immer wieder verzögerte.

In dieser Situation erinnert Sacharja seine Zeitgenossen an die Geschichte ihrer Väter. Sie haben sich von Gott abgewandt und das Exil wurde dann als Abkehr Gottes von seinem Volk verstanden. Aber Gott hat sein Volk nicht verlassen und es wieder zurück ins verheißene Land gebracht. Deswegen ist es jetzt wichtig – auch wenn nicht alles glatt läuft – Gott treu zu bleiben, bzw. immer wieder neu zu ihm umzukehren. Glaube und Umkehr zu Gott ist etwas, das von jeder Generation und von jedem einzelnen Menschen immer wieder neu gefordert ist. Glaube ist nicht etwas, das man als Volk oder Einzelner einmal in der Tasche hat, sondern etwas, das sich immer wieder neu bewähren muss.

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Apostelgeschichte 21, 27-40 Unsere jüdischen Wurzeln

Paulus hat sich zwar bemüht, seinen jüdischen Glaubensgeschwistern entgegen zu kommen. Trotzdem sind sie gegen ihn aufgebracht und wollen ihn sogar töten. Nach der Darstellung des Lukas war der Anlass dazu nicht gerechtfertigt: Paulus wurde zwar in Jerusalem von einem Heidenchristen begleitet, aber er hatte ihn nicht mit in den Tempel gebracht. Es wird auf jeden Fall deutlich, welche Schwierigkeiten die Heidenmission im Miteinander der Judenchristen und der Juden gebracht hat. Es wird hier schon angedeutet, dass der Glaube an Jesus Christus zu mehr geworden ist, als eine jüdische Sondergruppierung.

Heute ist dieser Bruch offensichtlich: Das Christentum ist eine eigene Religion geworden. Trotzdem tut es uns gut, unsere Wurzeln nicht zu verleugnen. Jesus war Jude, die Apostel waren Juden und Paulus war Jude. Sie haben keinen neuen Gott erfunden, sondern sind Gott innerhalb ihrer Tradition neu begegnet. Auch wenn wir in der Apostelgeschichte sehen, wie sehr sich Paulus um die Heiden bemüht hat, so sehen wir doch auch, wie ihm seine jüdischen Wurzeln am Herzen lagen.

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Apostelgeschichte 21, 15-26 Paulus setzt auf Deeskalation

Trotz Warnungen reist Paulus nach Jerusalem. Dort macht ihm Jakobus gleich deutlich, dass die Situation schwierig ist. Unter den Juden hat die nationale Strömung zugenommen und alles nichtjüdische wird stärker abgelehnt. Historisch hängt das wohl mit der Thronbesteigung des Kaisers Neros um 54 n. Chr. zusammen. Unter ihm verschärfte sich der Konflikt zwischen den Juden und Rom, was dann schließlich in den Jahren 66 bis zu einem Krieg führte. Mit seiner Mission unter Heiden und seines recht freien Verständnisses des Gesetzes wurde Paulus von vielen Juden stärker abgelehnt als Jakobus und die judenchristliche Gemeinde in Jerusalem.

Paulus möchte einer Konfrontation aus dem Weg gehen und geht auf den Vorschlag von Jakobus ein. Er demonstriert seine eigene Gesetzestreue, indem er sich selbst reinigt und übernimmt die Kosten für einige Männer die ein jüdisches Gelübde abgelegt hatten. Das finde ich bei Paulus spannend: auf der theologischen Seite kämpft er hart für einen Glauben, der nicht auf Gesetzesgerechtigkeit beruht. Aber auf der sozialen Ebene kann er versöhnende Zeichen setzen. Auch wenn das in diesem Fall dann nicht funktioniert hat…

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Anne Frank: Tagebuch

Überrascht, fasziniert und bewegt hat mich das Tagebuch von Anne Frank. Obwohl ich gerne lese und Anne Frank eigentlich zur Standardliteratur in deutschen Schulen zählt, hab ich das Buch bis jetzt noch nicht gelesen und wusste auch kaum etwas über den Inhalt.

Überrascht hat mich, dass von den eigentlichen Schrecken des Krieges recht wenig direkt deutlich wird (auf indirekte Weise dann natürlich schon). In den Tagebucheinträgen, welche Anne Frank im Alter zwischen dreizehn und fünfzehn Jahren schrieb, wird vor allem der Alltag von acht Juden deutlich, welche sich in einem abgeschirmten Hinterhaus in Amsterdam während der deutschen Besetzung versteckt hielten. Vom Krieg selbst erhalten die untergetauchten Juden nur indirekt über ihre Helfer oder über Radio Informationen. Im Alltag bestimmender sind die zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen, die nervliche Anspannung aufgrund der Enge und der Angst und für Anne Frank selbst ihre persönliche Entwicklung und die Auseinandersetzung mit ihren Eltern in diesen Jahren der Pubertät.

Faszinierend ist, was in diesen ungeschönten Tagebucheinträgen deutlich wird von der Person der Anne Frank. Ein hoch intelligentes und schriftstellerisch begabtes junges Mädchen. Nach außen hin fröhlich, extrovertiert, selbstbewusst und oft auch frech. Aber in ihren Aufzeichnungen wird auch eine zweite, nachdenkliche und tiefgängige Seite ihres Charakters deutlich. Es werden ihre Ängste und Kämpfe deutlich, ihre Sehnsucht nach Verstandenwerden und Ernstgenommenwerden, ihre Verletzungen und wie sie diese Verletzungen nach außen hin überspielt.

Bewegt hat mich diese innere Entwicklung eines jungen Menschen unter extremen Bedingungen. Bewegt hat mich auch das Schicksal der ganzen Familie und der anderen im Versteck untergekommenen Juden. Was für ein Wahnsinn, dass diese ganz normalen Menschen mit ihren Träumen, Hoffnungen und Ängsten kein Recht zum Leben haben sollten, nur weil sie Juden waren!?! Bewegend sind auch und gerade diese Beschreibung der manchmal scheinbar kleinen Alltagssorgen, welche auf paradoxe Weise verdeutlichen, welcher Irrsinn es ist, wenn Menschen, die einfach nur leben und lieben wollen, im Chaos des Krieges zerrieben werden.

(Amazon-Link: Anne Frank Tagebuch)

Jonathan Safran Foer: Alles ist erleuchtet

Der Roman hat mich überrascht. Ich hatte so meine Vorbehalte: von vielen Kritikern wurde das Buch hoch gelobt (macht mich irgendwie misstrauisch, wenn ein Roman so hochgejubelt wird), der zum Zeitpunkt des Erscheinens erst 24-jährige Autor sieht ziemlich jung und harmlos aus (ist ja nichts dagegen einzuwenden, aber vom Aussehen her hätte ich eher mit einer etwas langweiligen Geschichte gerechnet) und der Roman ist aus drei unterschiedlichen Perspektiven geschrieben (das nervt mich meistens, wenn Autoren meinen, sie müssten ihre Geschichte durch Erzähltricks moderner und spannender gestalten).

Aber das Buch ist tatsächlich gut, es ist für einen 24-jährigen erstaunlich reif und tiefgehend, und auch die unterschiedlichen Erzählebenen fand ich nicht störend, sondern bereichernd.

Die Geschichte handelt von einem jungen Amerikaner, der ganz zufällig Jonathan Safran Foer heißt und der in der Ukraine eine Frau namens Augustine sucht, welche seinem Großvater im zweiten Weltkrieg das Leben gerettet hat. Der Romanautor hatte tatsächlich eine Reise in die Ukraine gemacht, um das Herkunftsland seiner Vorfahren kennen zu lernen. Doch das Buch ist kein Tatsachenbericht dieser Reise, sondern eine Verarbeitung der Reise in Romanform.

In der Ukraine reist der Hauptdarsteller mit dem jungen Dolmetscher Alex (der nur sehr gebrochenes Englisch spricht) und dessen Großvater (der das Auto fährt, obwohl er von sich behauptet, dass er blind ist) herum. Man sieht schon, bei den beiden ukrainischen Hauptpersonen, dass der Roman reichlich skurril ist…

Dieser eine Handlungsstrang, die Suche der drei nach Augustine, wird von dem jungen Ukrainer Alex im Rückblick erzählt und ergänzt durch Briefe, welche Alex an den nach Amerika zurück gekehrten Jonathan schickt. Das ergibt eine interessante und manchmal witzige Doppelsicht auf die Ereignisse. In seiner Erzählung stellt sich Alex oft abgeklärter und wissender dar, als es in seinen Briefen dann deutlich wird.

Der zweite Handlungsstrang ist die Vorgeschichte der jüdischen Vorfahren von Jonathan in der Ukraine. Sie wird von Jonathan erzählt, enthält zahlreiche Übertreibungen und jüdisch-herben Humor. Auch diese Erzählung wird von Alex in seinen Briefen manchmal wohlwollend und manchmal kritisch kommentiert.

Es kommt selten vor, dass ich beim Lesen eines Buches laut lachen muss – bei diesem war es so. Manches ist mit einem wundervollen Humor beschrieben und die unterschiedlichen Erzählperspektiven bieten immer wieder Anlass zum schmunzeln. Auch die seltsam unbeholfene Wortwahl, in der Alex schreibt, ist oft zum Schreien komisch. Inhaltlich ist das Thema dagegen nicht gerade leichtgewichtig: es geht um das Schicksal der ukrainischen Juden im zweiten Weltkrieg, als die Deutschen näher rücken und das Land schließlich erobern.

Besonders angesprochen hat mich das erste Drittel, das ich an vielen Stellen sehr witzig fand, und das letzte Drittel, das ernster, spannender und trauriger ist. Das mittlere Drittel fand ich etwas schwächer – da ist mir manches zu übertrieben skurril. Der Autor kann auf jeden Fall gut schreiben. Nicht nur von der Erzähltechnik her, sondern auch vom Stil her. Er hat Humor und traut sich was.

Interessant ist auch immer wieder der geschilderte jüdische Umgang mit Glauben, Gott und der Erinnerung an die Geschichte des jüdischen Volkes. Ich glaube da vermittelt Foer sehr gut etwas vom jüdischen Selbstverständnis und Lebensgefühl. An manchen Stellen wird deutlich, dass man eigentlich nicht an einen Gott glauben kann, der so viel Leid zulässt – aber auf paradoxe Weise kommen die jüdischen Protagonisten gerade in ihrem Zweifel und Fragen nicht von ihrem tief sitzenden Glauben an Gott los.

Zitate

  • Ist Gott traurig?
    Dazu müsste es ihn erst einmal geben, meinst du nicht?
    Ich weiß,
    sagte sie und gab ihm einen Klaps auf die Schulter. Darum hab ich ja gefragt – weil ich endlich wissen wollte, ob du an ihn glaubst!
    Tja, dann will ich nur so viel dazu sagen: Wenn es Gott wirklich gibt, dann hat Er eine Menge, worüber Er traurig sein kann. Und wenn es ihn nicht gibt, dann müsste Ihn das auch traurig machen, würde ich sagen. Die Antwort auf deine Frage ist also: Gott muss traurig sein.
    “ (S. 115)
  • „Das ist die Lehre, die wir von allem gelernt haben: dass es Gott nicht gibt. Es brauchte alle seine verborgenen Gesichter, um uns das zu beweisen.“ (S.266)
  • „JUDEN HABEN SECHS SINNE
    Den Tastsinn, den Geschmackssinn, den Gesichtssinn, den Geruchssinn, den Gehörssinn … und das Gedächtnis.“ (S. 279)

Psalm 115 – Gegen den Augenschein

Spott über den Gott der Bibel gab es zu allen Zeiten. Auch vor tausenden von Jahren. Allerdings nicht von Atheisten, sondern von Andersgläubigen. Der Psalm wurde wahrscheinlich in der Zeit des babylonischen Exils geschrieben. Ganz offensichtlich hatte damals der Gott der Bibel seinem Volk nicht geholfen und die Götter der Babylonier haben sich als mächtiger erwiesen. Klar, dass dann über den Gott Israels gespottet wird.

Der Psalm sagt, dass es nicht um die Israeliten geht, dass der Spott nicht sie selbst trifft, sondern Gott. Deswegen soll Gott nicht uns die Ehre geben, sondern zeigen, dass er selbst mächtig ist, dass er selbst seinem Namen Ehre gibt (V.1). Auch wenn es nicht so aussieht, auch wenn es scheint als ob der Gott der Bibel nicht so mächtig ist, hält der Psalm an Gottes Macht fest: Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen was er will. (V.3)

Das ist Glaube: Vertrauen auf Gott – auch gegen den Augenschein. Die Israeliten hätten ja irgendwann auch sagen können: „Ne, das war’s jetzt! An solch einen Gott kann ich nicht mehr glauben!“ Und wenn man anschaut, was Israel im Lauf der Jahrhunderte alles durchmachen musste, dann wäre es durchaus verständlich gewesen. Und doch glauben die Juden bis heute an den Gott der Bibel. Und es ist dann auf der anderen Seite auch erstaunlich, dass es dieses Volk bis heute immer noch gibt, dass selbst ein hasserfüllter, skrupelloser und bösartiger Verrückter im 20. Jh. es nicht geschafft hat, dieses Volk auszurotten. Als ob da jemand seine Hand darüber hält…
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Psalm 83 – Durch die Jahrtausende

Schon verrückt: Schon vor tausenden von Jahren wollten manche die Juden auszurotten („Wohlan!“, sprechen sie, „Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!“ V.5) Bis heute gibt es Menschen, die so denken. Und bis heute hat es niemand geschafft!

So viel Hass und Verachtung durch die Jahrtausende. Und so viel Bewahrung und Zähigkeit durch die Jahrtausende. Selbst Nichtjuden und Ungläubigen müsste es doch so langsam dämmern, dass es mit diesem Volk etwas Besonderes auf sich hat…
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