Iris Hanika: Treffen sich zwei

Das besondere an diesem Buch ist nicht das Thema über das die Autorin schreibt, sondern das besondere daran ist, wie sie darüber schreibt. Die Geschichte ist eigentlich altbekannt: Zwei Menschen treffen sich, es ist Liebe auf den ersten Blick und nach den ersten überwältigenden Hochgefühlen tauchen die Probleme auf. Soweit, so gut. Nichts außergewöhnliches.

Aber die Art und Sprache mit der diese Geschichte erzählt wird, finde ich außergewöhnlich. Das, was ich da auf den ersten 50 Seiten über diese Liebe auf den ersten Blick gelesen habe, gehört für mich zum Schönsten und Bewegendsten das ich bisher überhaupt gelesen habe. Einfach klasse! Auf der einen Seite scheint da, bis in den Sprachstil hinein, die deutsche Romantik des 19. Jh. wieder aufzuerstehen, ohne aber auf der anderen Seite in billigen Kitsch abzudriften. Die ganze Romantik wird von der Autorin mit einem souveränen Augenzwinkern und doch eindringlich erzählt. Postmoderne und Romantik fließen da ineinander über. Große Gefühle werden da beschrieben und zugleich die postmoderne Unsicherheit, wie man mit derart absoluten Gefühlen umgeht.

Der weitere Verlauf des Romans hat mich nicht mehr ganz so gepackt, da kippt der Roman mehr von der Romantik in die Postmoderne – aber trotzdem ein wundervolles Buch, das mich begeistert hat.

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