2. Timotheus 3, 1-13 Der Schein der Frömmigkeit

Paulus spricht von Menschen, die gottlos und schlecht leben, aber trotzdem den Schein der Frömmigkeit haben. Solche Menschen soll Timotheus meiden. Aber kann man die Grenzlinie so einfach ziehen? Auf der einen Seite die Guten und auf der anderen Seite die Bösen? Auch meine Frömmigkeit hat an manchen Stellen mehr Schein als Sein. Und ich kenn genügend andere Christen, die es durchaus ernst mit dem Glauben nehmen und doch immer wieder großen Mist bauen.

Für mich ist das entscheidende nicht diese Grenzlinie bei anderen zu ziehen, sondern bei mir selbst. Paulus setzt dem Schein der Frömmigkeit die Kraft der Frömmigkeit gegenüber (V.5). Geht es mir um den Schein oder um die Kraft des Glaubens? Zum Wesen des Glaubens gehört das hinfallen dazu. Wer nur den Schein der Frömmigkeit hat, für den stürzt damit alles zusammen. Wer die Kraft der Frömmigkeit sucht, der darf an Gottes Hand wieder aufstehen.

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Hesekiel 13 Mehr Schein als Sein

Bewegt hat mich in diesem Text das Bild von der Wand, die schön aussieht, weil sie übertüncht ist, die aber beim Sturm in sich zusammen fällt. Genau dies wirft Hesekiel den falschen Propheten der damaligen Zeit vor: Sie bauen keine stabile Mauer, um das Volk zu schützen (V. 5), sondern sie übertünchen nur eine baufällige Wand, welche sich das Volk selbst aufbaut (V. 10). D.h. sie reden dem Volk nach dem Mund und lassen das Ganze einfach schön aussehen – aber es steckt keine Substanz dahinter.

„Allmächtiger Gott und Vater, du siehst wo es in meinem Leben genau so aussieht: nach außen hin fromm, schön und stabil – aber im Kern brüchig und wackelig. Bewahre mich vor dieser Heuchelei: mehr scheinen zu wollen, als ich bin. Lass das was ich rede und lebe stabil sein – auch wenn es nicht so imposant aussieht, wie bei manch anderen. Lass mich wirklich deine Stimme hören und hilf mir, mich danach auszurichten. Gib mir den Mut und die Kraft, das zu tun, was dir wichtig ist – auch wenn es nach außen nach nicht viel aussieht.“

| Bibeltext |

Jeremia 5, 15-19 – „Gott ist schuld“

Traurig, aber wahr – bis heute: Sobald im Leben was schief läuft, sind auch diejenigen, die sonst nie was von Gott wissen wollen, schnell dabei Gott dafür verantwortlich zu machen. Ganz klassisch sehen wir das hier bei Jeremia: „Und wenn sie sagen: Warum tut uns der Herr, unser Gott, dies alles?, sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlasst und fremden Göttern dient in eurem eigenen Lande, so sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist.“ (V.19)

Typisch Mensch, oder?! Ganz deutlich sagt ihnen Jeremia, dass es böse enden wird, wenn sie nicht zu Gott umkehren, aber keinen kümmert es. Wenn es dann soweit ist und die große Katastrophe kommt, dann wird Gott dafür verantwortlich gemacht. Dann sind alle ganz entsetzt und fragen sich, wie Gott nur so was zulassen kann… Das ist bis heute so: Wenn es uns gut geht und alles glatt läuft, fragt keiner nach Gott – sobald aber ein Unglück geschieht fragen alle: „Wo warst du Gott?“

Natürlich ist diese Warum-Frage durchaus berechtigt – aber was ist denn das für eine scheinheilige Heuchelei, wenn man sich einen Dreck um Gott kümmert und dann nur in der Not anklagend vor Gott tritt und fragt: Warum tut uns der Herr, unser Gott, dies alles?
Bibeltext

Jeremia 3, 1-10 Szenen einer Ehe

Szenen einer Ehe… Die Frau liegt ständig mit anderen Männern im Bett (V.1). Sie scheint kein Unrechtsbewusstsein zu haben und schämt sich nicht dafür (V.3), sondern ist pikiert über den Zorn ihres Mannes (V.5). Heuchlerisch betont sie ihre Treue zu ihm (V.4.10). Und der Mann? Zornig und zutiefst enttäuscht beschimpft er seine Frau als Hure. Immer wieder hatte er gehofft, dass seine Frau zur Vernunft kommt, aber sie kehrte nicht zurück (V.7).

Das riecht nach Scheidung… und heutzutage geht das ja schnell. Aber das verrückte ist, dass dieser Ehemann nicht aufgibt. Er kämpft und wirbt, er hofft und bangt, er droht und schreit. Er wird schließlich klein und wehrlos, er gibt sein Leben für die Frau. Er gibt nicht auf…
Bibeltext

Psalm 62 – Damals wie heute

Tausende von Jahren ist dieser Psalm schon alt. Erstaunlich, wie wenig sich die Schwächen und Eigenheiten von uns Menschen seitdem geändert haben. Z.B. V.5: „Mit dem Mund segnen sie, aber im Herzen fluchen sie.“ Diese Heuchelei und Falschheit gab es damals genau so wie heute.

Es werden in der Bibel so manches mal Vorstellungen deutlich, die sich heute völlig gewandelt haben. Wir haben heute z.B. ein völlig anderes Weltbild, wir wissen dass die Erde eine Kugel ist und wir in einem riesigen Weltraum umherschwirren. Aber die grundsätzlichen menschlichen Gefühle und Erfahrungen sind heute dieselben wie damals.

Das Schöne ist: So wie Menschen damals bei Gott Trost und Hoffnung finden durften, geht das heute noch genau so. Auch unsere Seele darf bei Gott still werden und bei ihm Hilfe finden.
Bibeltext

Psalm 21 – Vom ehrlichen Gebet zur Heuchelei

Noch einmal ein Psalm, in dem es um den (irdischen) König geht. Man nimmt an, dass dieser Psalm bei der Königskrönung vorgetragen wurde oder bei der jährlichen Erinnerung. In überschwänglicher Weise wird beschrieben, wie Gott den König segnet. Der König ist fröhlich in Gott und vertraut auf ihn.

Nun frag ich mich: Das mag ja für manche Könige, wie z.B. David, zugetroffen haben. Aber wie war das bei anderen Königen? Wahrscheinlich wurde dieser Psalm nicht nur bei einem König vorgetragen, sondern er wurde aufgeschrieben, ging in die Tradition über und wurde auch für andere Könige verwendet. Aus der Bibel wissen wir, dass ein Großteil der Könige, vor allem im Nordreich Israel, aus Sicht des Glaubens sehr negativ bewertet wurden. Viele kümmerten sich nicht groß um den Gott Israels, sondern liefen anderen Göttern nach.

Und schwups: So schnell kann aus einem vielleicht anfänglich ehrlich gemeinten Gebet die reine Heuchelei werden. Mir fallen dabei manchen Lobpreislieder ein, die ja auch oft eine etwas übertriebene und überschwängliche Sprache haben: Meinen wir das wirklich immer, was wir da singen? Mir stockt da manchmal der Atem. Nur ein Beispiel: „Das höchste meines Lebens ist, dich lieben, Herr.“ Eigentlich kann ich das nur als Wunsch singen und nicht als Feststellung. Wo fängt da die Heuchelei an? Müssten wir nicht manchmal lieber schweigen?Bibeltext

Matthäus 23, 13-36 – Weh uns!

Sieben Wehe-Rufe gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer. Matthäus schreibt sein Evangelium vor allem für Judenchristen, die sich zur Zeit der Abfassung in ziemlich harten Auseinandersetzungen mit der jüdischen Gemeinde befanden. Vor diesem Hintergrund erklärt sich der scharfe Ton dieser Verse. Sicher hat auch Jesus selbst sich gegen die Schriftgelehrten seiner Zeit ausgesprochen, aber es scheint als ob Matthäus das besonders betont und in besonders ausführliche Worte kleidet. Bei Markus und Lukas (die ja an vielen Stellen wortwörtliche Übereinstimmungen haben) finden sich diese Verurteilungen nur ansatzweise (Mk.12,38-40).

Schon die Bibel gewichtet als Jesu Worte je nach der Situation, in die diese Worte hineinsprechen. So muss auch ich heute bei diesen Worten überlegen, in welche Situation sie bei mir im Jahr 2009 in Deutschland hineinsprechen. Wir Christen hier in Deutschland befinden uns nicht in Auseinandersetzung mit jüdischen Schriftgelehrten. Ich höre aus diesen Worten etwas anderes, als Matthäus selbst gehört hat. Ich höre eine Warnung an mich selbst: Pass auf, dass du nicht solch ein Mensch bist, wie hier exemplarisch und verallgemeinernd die Pharisäer und Schriftgelehrte dargestellt werden.

Ein Wehe-Ruf hat mich auf diesem Hintergrund besonders getroffen: „Von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.“ ( V.28 ) Das ist bis heute noch eine Gefahr für jeden Christen und ganz besonders für uns Pastoren. Nach außen ein schönes Bild abgeben, aber innen drin wohnen ganz andere Gefühle und Gedanken. Zweierlei ist dann nötig: Innere Erneuerung und authentisches Leben nach außen.

Wehe uns, die wir oft als Hochglanzchristen erscheinen wollen, bei denen scheinbar immer alles glatt läuft und die ständig mit ihrem zufriedenen „Ich bin erlöst“-Lächeln herumlaufen. Weh uns, die wir unser Versagen nicht eingestehen können und die wir nur die weniger dramatischen Sünden öffentlich zugeben. Weh uns, die wir überheblich auf die weniger „frommen“ und „begeisterten“ Christen herab schauen und dabei selbst ein hartes, selbstgerechtes Herz haben.

Matthäus 6, 5-8 – Zeitgebundenheit der Bibel

Noch zwei Anweisungen Jesu, die ich gut und gerne befolgen kann: Wir sollen nicht in der Öffentlichkeit beten und wir sollen nicht viele Worte beim beten machen. Das kommt mir beides sehr entgegen: In der Öffentlichkeit beten ist ja sowieso peinlich, da kann ich gern drauf verzichten und ewig viel herumplappern beim beten ist auch nicht mein Ding, ich bin nicht so der geschwätzige Typ…

Tja, diese zwei Gebote sind schöne Beispiele dafür wie irreführend es sein kann, wenn man biblische Anweisungen aus ihrem zeitgeschichtlichen Kontext herauslöst und sie in einem vermeintlich buchstäblichen Gehorsam umsetzen will. Wenn ich diese Anweisungen einfach direkt in unsere heutige Zeit und Kultur übertrage, dann sind sie kein Problem. Aber wenn ich den zeitgeschichtlichen und kulturellen Hintergrund betrachte und auf die Aussageabsicht schaue, dann wird es schon schwieriger.

Es geht Jesus um die Heuchelei. Frommer ausschauen, als man ist und vor den anderen damit auch noch angeben. Im Buch „unchristian“ von Kinnaman und Lyons wird genau diese Scheinheiligkeit und Heuchelei auch als ein zentrales Problem des heutigen Christseins gesehen. Nur äußert sich das heute anders. Heute erhält niemand einen Ansehensgewinn, wenn er in der Öffentlichkeit betet (wie es wohl damals bei den Pharisäern war: „Wow, seht mal wie viel der betet! Das ist ja super!“), im Gegenteil: Wer sich öffentlich als frommer Beter outet, wird eher schräg angeschaut und man lächelt müde über ihn. Die buchstäbliche Erfüllung von Jesu Anweisung ist deshalb kein Problem. Aber wenn man es in unsere heutige Zeit überträgt, dann gewinnt dieses Gebot eine ganz neue Dimension: Denn es wird auch heute noch geheuchelt. Wir Christen geben viel zu oft vor, besser zu sein, als wir es tatsächlich sind.

Ich weiß, wie leicht man mit einer zeit- und kulturgebundenen Auslegung auch biblische Gebote aushebeln und relativieren kann. Vom Prinzip her lässt sich damit jede etwas anspruchsvolle und kritische Bibelstelle auf die Seite schieben. Aber wenn man’s nicht tut, dann kann man genauso gegen den eigentlichen Sinn der Gebote verstoßen und ihn beiseite schieben. Wir kommen nicht darum herum, uns über den damaligen Zusammenhang Gedanken zu machen und uns dann zu überlegen, was das heute heißen könnte.

1. Korinther 9 – Grenzen der Chamäleonmission

In diesem Kapitel stellt Paulus unter anderem seine Missionsstrategie dar:

„Denn obwohl ich frei bin von jedermann, habe ich doch mich selbst jedermann zum Knecht gemacht, damit ich möglichst viele gewinne. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne…“ (1. Kor. 9,19-20; in den folgenden Versen wendet Paulus diesen Grundsatz auch auf diejenigen, die unter dem Gesetz sind an, auf die diejenigen ohne Gesetz und auch die Schwachen). Dann folgt als Abschluss: “ Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.“ (1. Kor. 9,22b)

Ein genialer Grundsatz, der bis heute zutrifft und an dem wir viel zu oft scheitern. Wer ist denn allen Ernstes bereit, sich für andere wirklich (und nicht nur in Worten oder ein paar symbolischen Handlungen) zum Knecht zu machen? Allen alles werden – das erinnert mich an ein Chamäleon. Das passt sich auch an seine Umgebung an. Je nachdem von welchen Farben es umgeben ist, passt es sein Aussehen an.

Der Vergleich macht aber auch eine Grenze deutlich: Auch wenn das Chamäleon seine Farbe ändert, wenn es äußerlich anders aussieht, so bleibt es doch ein Chamäleon. Auch Paulus ist sich dieser Einschränkung bewusst: Er schreibt, dass er denen mit Gesetz wie einer mit Gesetz wird und schränkt dann ein: „obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz bin“ (V.20). Und da liegt dann eine Gefahr: Die Gefahr, dass wir zu Heuchlern werden. Die Gefahr, dass wir nur so tun, als ob uns die Menschen wichtig wären. Dass wir nur so tun, als ob es uns interessiert, wie sie leben, welche Freuden sie haben und welches Leid sie tragen. Und je nach Situation passen wir unser Äußeres an, bleiben aber im Inneren eigentlich unbeteiligt. Dann trifft der Vorwurf, dass viele Nichtchristen uns als Heuchler sehen, uns zurecht (vgl. Artikel „Kinnaman/Lyons: unChristian (Teil 2) – heuchlerisch“).

Für mich ergibt sich daraus zweierlei: Zum einen ist es wichtig, dass wir uns zwar in die Welt von Kirchenfernen hinein begeben, dass wir zugleich aber offen und ehrlich mit unserem „Andersein“ umgehen und dazu auch stehen. Zum anderen heißt das, dass wir wirkliches Interesse für die Persönlichkeit, die Geschichte und die Welt von Anderen entwickeln. Die Menschen merken sehr schnell, ob es uns wirklich um sie geht oder ob wir nur versuchen eine „Missionsstrategie“ umzusetzen.

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Bild: pixelio.de | khcamozzi

Kinnaman/Lyons: unChristian (Teil 2) – heuchlerisch

In Kapitel 3 gehen Kinnaman und Lyons auf die erste Beurteilung ein, wie Außenstehende uns Christen sehen: sie sehen uns als heuchlerisch und scheinheilig („hypocritical“). Scheinheilig ist jemand der eine bestimmte Aussage macht, aber dann ganz anders handelt. Erstaunlich ist, dass das die meisten jungen Menschen gar nicht besonders stört: Sie wissen ganz genau, dass jeder heuchlerisch ist. In unserer Welt will jeder gut dastehen und jeder versucht sich selbst ins beste Licht zu rücken. Es wird ganz einfach damit gerechnet, dass Christen das auch tun. Das ist traurig: Christen sind nicht dafür bekannt, dass sie ein transparentes und authentisches Leben führen, sondern dass sie versuchen ein Bild aufrecht zu erhalten, nach dem bei ihnen alles in Ordnung ist. Das Image der Scheinheiligkeit bekommen wir Christen ganz einfach deswegen, weil unser Leben nicht mit unserer Botschaft übereinstimmt.

Wie können wir dem begegnen? Spannend ist der Lösungsversuch, den die Autoren vorschlagen: Sie sagen, dass wir selbst schuld sind, weil wir ein falsches Bild vom Christentum vermitteln. Wir vermitteln das Bild, dass Glaube im Wesentlichen eine Anzahl von Regeln und Verboten ist, die es gilt einzuhalten. „Gut zu sein“ ist nicht nur in den Augen von Außenseitern das Wichtigste am Christentum, sondern die Christen selbst reduzieren ihren Glauben viel zu sehr auf moralische Faktoren. Natürlich merken wir selbst, dass wir diesen ganzen moralischen Anforderungen nicht genügen, aber anstatt ehrlich damit umzugehen, versuchen wir die Probleme zu überspielen und uns besser darzustellen als wir sind.

Wenn wir nicht als heulerisch da stehen wollen, dann gibt es nur einen Weg: Transparenz. Wir müssen zugeben, dass es auch für Christen stimmt, was die Bibel sagt: Wir leben in einer gefallenen Welt und wir brauchen Gott um mit unserem Versagen und unseren Sünden klar zu kommen. Sünde wird nicht dadurch beseitigt, dass wir so tun, als ob sie uns nicht beträfe. Es ist notwendig, dass wir immer wieder Buße tun, dass wir zu Gott umkehren. Und es ist notwendig, dass diese Buße auch nach außen sichtbar wird. Die Autoren fragen: „Are you honest with yourself about your own struggles? Do they motivate you to turn your heart – and that of others – toward God, seeking his ways to handle these issues? Or are you focused on maintaining the rules and regulations?“ (S.58) Jud Wilhite schreibt dazu (S.61), dass das eigentliche Problem nicht die Heuchelei sei, sondern die moralische Überlegenheit, die viele Christen ausstrahlen. Das Problem ist, dass wir die Unperfektheit unseres Lebens nicht mehr wahrnehmen und zugeben.

Ich kann diese Gedankengänge sehr gut nachvollziehen und möchte das unterstreichen. Auf meinem Weg zum Glauben waren es nicht die scheinbar strahlend perfekten Christen, die immer alles richtig machen, die mich beeindruckt haben. Im Gegenteil: Es waren einige Christen, die ihr Christsein ehrlich gelebt haben. Mit all den Kämpfen und Niederlagen, mit all der Unperfektheit, mit all dem Versagen. Mich hat ihre Ehrlichkeit und Offenheit beeindruckt, mich hat beeindruckt, dass sie eben nicht, wie alle andere in unserer Gesellschaft, einfach nur gut dastehen wollten. Mich hat beeindruckt, dass sie trotz und durch alles Versagen hindurch ihre Würde behalten haben. Mich hat nicht beeindruckt, dass sie Fehler vermieden haben, sondern wie sie mit den Fehlern umgegangen sind. Wenn wir die Botschaft der Vergebung predigen, dann können wir das doch nur dann, wenn wir deutlich machen, dass auch wir selbst immer wieder neu aus dieser Vergebung leben.