1. Johannes 3, 3-12 Lebe, was du bist!

Das scheint durchaus verwirrend, was Johannes in seinem Brief zur Sünde schreibt. Auf der einen Seite betont er, dass keiner ohne Sünde ist (1.Joh.1,8: „Wenn wir sagen wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst“). Er rechnet realistisch mit der Möglichkeit, dass auch die christlichen Leser des Briefes sündigen können (1.Joh.2,1: „Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater“). Jetzt in Kap.3 schreibt er aber: „Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren.“ (V.9) D.h. ein Christ kann gar nicht mehr sündigen!

Ja was denn nun? Das ist doch unlogisch!? Zunächst einmal muss man feststellen, dass wir modernen, westlichen Menschen eine andere Auffassung von Logik haben als ein antiker Hebräer. Wir haben ein stringentes und eindimensionales Verständnis von Logik. Egal von welchem Blickwinkel her betrachtet, muss eine Argumentation in sich schlüssig und einheitlich sein. Die hebräische Logik ist eher mehrdimensional. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln kann man durchaus zu unterschiedlichen Aussagen kommen, die aber trotzdem alle zutreffen. Schwierig für uns ist auch, dass Johannes sich mit Irrlehrern und ihrem Sündenverständnis auseinandersetzt und wir diese Gegenposition nicht genau kennen.

Ich glaube sein Anliegen ist folgendes: Wir sollen das, was wir sind, auch leben. Wir sind Gottes Kinder und als solche haben wir nicht nur Vergebung, sondern als Gottes Kinder können wir eigentlich gar nicht mehr sündigen. In Jesus Christus sind wir sündlos und darum sollen wir auch dementsprechend leben. Aber das ist keine automatisch eingepflanzte Eigenschaft, sondern etwas um das wir uns laufend bemühen müssen. Wenn wir versuchen in Gott zu bleiben, dann bedeutet das, dass wir zugleich auch versuchen, nicht zu sündigen. Darum liegt der Ton in Kap. 3 auch auf dem Sünde „tun“ – damit ist ein bewusstes Tun und Verharren in der Sünde gemeint. Als Kind Gottes geht das nicht. Ich kann als Christ nicht einfach munter drauflos sündigen, weil mir ja sowieso alles vergeben ist oder weil ich sage (so haben es wahrscheinlich die Irrlehrer gesehen): Ich gehöre ja zu Gott und darum ist alles was ich tue automatisch richtig.

Also ein differenziertes und gerade dadurch realistisches Verständnis von Sünde: Einerseits sind wir in Christus frei davon. Als Kind Gottes können wir keine Sünde tun wollen. Andererseits sind wir immer noch ein Teil unserer irdischen und vergänglichen Welt und stehen in der Gefahr zu sündigen.

| Bibeltext |

1. Johannes 2, 18-29 Der Antichrist

Interessant an diesem Text ist, dass Johannes von Antichristen im Plural spricht und dass er davon ausgeht, dass schon viele Antichristen gekommen sind (V.18). Inhaltlich kennzeichnet er einen Antichristen als jemand, „der leugnet, dass Jesus der Christus ist.“ (V.22) Damit meint er wohl gnostische Irrlehrer aus der damaligen Zeit, die ursprünglich mit christlichen Gemeinden verbunden waren.

Was die Gnostiker nicht glauben konnten war, dass der himmlische Christus, der Sohn Gottes, wirklich eins geworden ist mit dem Menschen Jesus. Für sie ist Gott und sein Sohn so herrlich und so anders, dass er nicht wirklich zu vergänglicher Materie werden konnte und am Kreuz verbluten und ersticken konnte. Sie gingen davon aus, dass der himmlische Sohn Gottes nur den Menschen Jesus von Nazareth eine Zeit lang sozusagen als Hülle benutzt hatte und dann rechtzeitig wieder in die himmlische Herrlichkeit zurück kehrte.

Ich kann die Denkrichtung der Gnostiker recht gut verstehen. Ich würde auch lieber als Nachfolger Christi in himmlischen Sphären schweben, als mich immer wieder neu mit der Gebundenheit an die vergängliche materielle Welt auseinander zu setzen. Ich würde auch lieber dem Leid und dem Schmerz entfliehen, als mich mit den Abgründen unserer verlorenen Welt auseinander zu setzen. Aber wenn ich von Jesus Christus das Fleisch, das Leiden, das Sterben wegnehme, dann wird daraus ein Antichrist.

| Bibeltext |

1. Timotheus 6 Geschäft mit religiösen Sehnsüchten

Ganz zum Schluss des Briefes werden die Irrlehrer ausdrücklich mit einem Stichwort gekennzeichnet. Sie gehören zur „sogenannten Erkenntnis“ (auf griechisch: Gnosis). Das war eine religiös-philosophische Geistesströmung, die unterschiedliche Ausprägungen annehmen konnte und mit der sich v.a. im 1. Jh. n. Chr. die junge Kirche auseinandersetzen musste. In der vielgestaltigen Strömung wurden Elemente aus verschiedenen Religionen und Weltanschauungen integriert – ähnlich der heutigen Esoterik. Ein wesentliches Merkmal der Gnosis war eine Skepsis gegenüber allem Materiellen und Leiblichen. Das konnte sich einerseits in einer extremen Leibfeindlichkeit äußern (vgl. 1. Tim. 4,3), es konnte aber auch ins Gegenteil umschlagen, in eine extreme moralische Gleichgültigkeit gegenüber allem Leiblichen. Diese Haltung beruht auf der Annahme, dass alles Materielle von einem bösen Gott geschaffen wurde. Erlösung findet man durch die „Erkenntnis“ des wahren Göttlichen, das als göttlicher Lichtfunke in jedem von uns wohnt.

Bezeichnend in diesem Kapitel ist auch, dass das Streben nach Reichtum und Gewinn bei den Irrlehrern kritisiert wird. Das verbindet sich ja bis heute gerne: Seltsame esoterische Lehren, die durchaus eine gewisse Schnittmenge mit guter Lehre haben, aber in Endeffekt etwas völlig anderes sind, und das Gespür dafür, dass man mit religiösen Gefühlen und Sehnsüchten auch gute Geschäfte machen kann. Als aktuelles Beispiel fällt mir da die „Gebetsessenz“ von einem gewissen Jürgen Fliege ein. Angeblich eine Art „Ursuppe“, über welche Jürgen Fliege gebetet hat, die dadurch besondere Heilkräfte besitzen soll und die sich dann prächtig für 39,95 Euro (95 ml-Flasche, 420 Euro pro Liter) verkaufen lässt… (vgl. hier auf EsoWatch)

| Bibeltext |

1. Timotheus 2, 8-15 Die Frau sei still

„Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber hat sich zur Übertretung verführen lassen. Sie wird aber selig werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.“ (V.11-15)

Ein paar Hinweise zur Einordnung dieser Aussagen:

  • In der damaligen patriarchalen Welt war es schon revolutionär, dass Frauen überhaupt Zugang zu religiöser Bildung hatten.
  • Der Brief richtet sich an eine bestimmte Gemeinde, die mit Irrlehren zu kämpfen hatte. Auch diese Verse sprechen in diesen Kontext hinein. Wir wissen nicht, ob damit allgemeine Aussagen gemacht werden sollen, oder ob spezielle Irrlehren angesprochen sind.
  • Es gab damals gnostische Traditionen, welche Eva höher schätzten als Adam: Eva wurde die Erkenntnis der Wahrheit zuteil und sie galt als die Mutter von Allem, also als Vorfahre der menschlichen Rasse schlechthin und damit auch des Mannes. Demgegenüber betont der Timotheusbrief, dass Adam zuerst erschaffen wurde.
  • Die Irrlehrer lehnten Heirat und Kindergebären ab (vgl. 1. Tim. 4,3). Demgegenüber betont der Timotheusbrief das als gute Schöpfungsordnung. Selbstverständlich ist damit nicht gemeint, dass eine Frau allein durch die Mutterschaft und unabhängig vom Glauben selig wird – das würde sonst dem ganzen Neuen Testament widersprechen (deswegen auch die Ergänzung: „wenn sie [die Frauen] bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung“).
  • Timotheus selbst hat seinen Glauben von Frauen empfangen: von seiner Großmutter und seiner Mutter (vgl. 2. Tim. 1,5).
  • Wie bei allen biblischen Aussagen müssen wir überprüfen: Wie verhalten sich die Aussagen zum Gesamtzeugnis der Schrift? Und: Wie übertragen wir den Sinn und die Aussageabsicht aus der damaligen Welt und Kultur in unsere heutige Welt und Kultur?

| Bibeltext |

2. Petrus 3, 1-9 – Ja wo bleibt er denn?!?

Petrus schreibt hier über Spötter, die sich darüber lustig machen, dass Jesu Wiederkunft ausbleibt: „Wo bleibt denn die Verheißung seines Kommens?“ (V.4) Wahrscheinlich steht auch hier im Hintergrund die Auseinandersetzung mit gnostischen Anschauungen. Die Gnostiker konnten mit der Wiederkunft Jesu auf die Erde und einer Neuschöpfung nicht viel anfangen. Für sie sah Errettung so aus, dass Gott den göttlichen Lichtfunken im Herzen des Menschen nach dem Tod des irdischen Leibes in seine himmlische Herrlichkeit aufnimmt. Dafür braucht man keine Wiederkunft Christi, dafür braucht man keinen neuen Himmel und keine neue Erde.

Die Spötter sind mit ihrem Spott wahrscheinlich auf offene Ohren gestoßen. Denn die Christen der ersten Stunde haben wirklich damit gerechnet, dass Jesus jeden Tag wiederkommen kann. Sie hatten eine feste Naherwartung: Es kann sich höchstens um ein paar Jahre handeln, bis Jesus wiederkommt. Und jetzt dauert’s doch länger. Einige „Väter“ der Gemeinde sind schon gestorben und die Christen sind total verunsichert: Was ist mit denen die schon gestorben sind? Wo sind die jetzt? Warum kommt Jesus nicht?

Petrus gibt Argumente für die Verzögerung von Jesu Wiederkunft: Zum einen sagt er, dass Gott andere Zeitmaßstäbe hat als wir (V.8: Ein Tag sind vor dem Herrn wie tausend Jahre) und zum anderen betont er, dass Gott Geduld mit uns Menschen hat und nicht will, dass jemand verloren geht (V.9) – er gibt uns einfach noch mehr Zeit, Jesus zu erkennen.

Mich macht das ganze sehr demütig in meinem theologischen Denken. Selbst die Apostel haben aus den Worten Jesu und der Schrift manchmal die falschen Schlüsse gezogen. Sie hatten fest mit einer nahen Wiederkunft Jesu gerechnet und sich doch getäuscht. Wenn das schon einem Petrus oder Paulus so ging, dann muss ich erst recht bei mir und meinem Bibelverständnis damit rechnen, dass ich so manches noch nicht hundertprozentig richtig verstehe… Allerdings macht Petrus ja auch klar, dass diese Verzögerung von Jesu Wiederkunft nichts an der ursprünglichen und klaren Verheißung ändert, dass er kommt. Für ihn ist das nach wie vor eine klare und unmissverständliche Aussage von Jesus. Diese Demut heißt dann also nicht, dass damit alles fraglich und unsicher wird.
Bibeltext

2. Petrus 2, 1-22 – Zu viel Geistliches

Das ganze Kapitel ist eine ziemlich heftige und polemische Breitseite gegen damalige Irrlehrer. Ich hab mich beim Lesen gefragt, ob die Abgrenzung gegenüber einer anderen Lehre so heftig und hart sein muss. Das könnt man doch auch ein bisschen diplomatischer ausdrücken. Aber mir wurde dann klar, dass Petrus nicht vom Hass gegen Irrlehrer getrieben ist, sondern dass seine heftigen Emotionen eher daher kommen, dass er die Gemeinde schützen möchte. Es geht ihm nicht zuerst darum, andere fertig zu machen, sondern er hat Angst, dass diese Irrlehren auch andere Christen vom Glauben abbringen.

Wahrscheinlich sind die genannten Irrlehrer Vertreter der Gnosis. Ein wichtiger Punkt in der Gnosis ist die Geringschätzung des Geschöpflichen. Wichtig ist vor allem alles Geistliche und alles, was unserer irdischen Welt enthoben ist. Wahre Einheit mit Gott finden wir nur außerhalb der Grenzen unserer irdischen Welt. Alles, was mit gegenständlicher Materie zu tun hat, spielt für den Glauben keine Rolle. Da zählt nur die absolut geistliche Dimension. Das führt interessanterweise zu zwei völlig unterschiedlichen Haltungen gegenüber unserer Geschöpflichkeit. Die eine Richtung geht in die völlige Askese. Alles Körperliche ist absolut böse und wir müssen alle leiblichen Lüste so gut wie möglich ablegen und vermeiden: Kein Fressen, kein Saufen, kein Sex, … Das andere Extrem ist das Gegenteil: Weil der Körper nichts mit Gott zu tun hat, kann ich mit ihm machen was ich will – das hat ja dann für den Glauben keine Auswirkung: Ich kann fressen, saufen, ungezügelten Sex mit jedem haben,… das alles betrifft ja nur den Körper und nicht meine geistliche Beziehung zu Gott.

Petrus scheint hier eher mit der zweiten Position zu tun zu haben (vgl. v.a. V.13f). Er wendet sich scharf gegen solch ein Verständnis des Glaubens. Er sagt, dass die Irrlehrer zwar Freiheit versprechen (Freiheit vom allem irdischen), dass sie sich aber selbst zu Knechten machen (V.19). Eine falsch verstandene Überbewertung des Geistlichen kann also für unseren Glauben ganz schön gefährlich sein. Gott hat uns nicht nur ein geistliches Verlangen geschenkt, sondern er hat uns auch Leib und Seele geschenkt.
Bibeltext

Marianne Fredriksson: Noreas Geschichte

Also viel biblisches darf man von diesem Buch nicht erwarten. Es geht um Norea, die nach alten Mythen eine Tochter von Adam und Eva gewesen sein soll. Fredriksson erzählt die fiktive Lebensgeschichte dieser Norea, die einen besonderen Zugang zur übersinnlichen Welt gehabt haben soll. In dem Buch finden sich allerdings wenig biblische Bezugspunkte und dafür eher gnostisches und tiefenpsychologisches Gedankengut (die Gnosis ist eine religiöse Strömung, die es v.a. im 2.-3. Jh. gab und in der ein buntes Mischmasch an religiösen und philosophischen Gedankengut gab; ein zentraler Gedanke ist z.B., dass jeder Mensch einen göttlichen Funken in sich hat und dass wir uns durch Entfaltung dieses Funkens irgendwie selbst erlösen könnten).

Nichts desto trotz hab ich das Buch gern gelesen. Es ist gut geschrieben und entführt einen in eine faszinierende alt-orientalische Welt. Man bekommt eine kleine Ahnung, in was für einer „Götter-durchtränkten“ Welt das Volk Israel damals am Glauben an den einen Gott festgehalten hat. Außerdem hat die Geschichte trotz allem esoterischen Firlefanz genügend Spannung, um zu fesseln.

Interessant fand ich auch, dass durch das Buch deutlich wird, dass die Gnosis kein längst vergangenes kleines Strohfeuer war, sondern dass viele gnostische Gedanken bis heute aktuell sind und z.B. in Verbindung mit der Tiefenpsychologie für die Menschen ihren Reiz hat. Das Göttliche in sich selbst zu entdecken und das rechnen mit parapsychologischen Erfahrungen spricht auch die Menschen heute noch an (zumindest scheint die Autorin davon recht angetan zu sein). Der Gott der Bibel wird von Fredriksson dagegen mit Schuld, Angst und Unfreiheit in Verbindung gebracht.

Das Buch zeigt mir wieder mal, dass es mehr gibt als die streng logisch-wissenschaftliche Weltsicht der Aufklärung. Es gibt zwischen Himmel und Erde viele Dinge, die wir mit unserem Verstand nicht so einfach einordnen und erklären können. Eigentlich müssten wir Christen ja auch von dieser neuen Offenheit für das Übersinnliche profitieren können. Aber irgendwie scheinen wir unseren Glauben so zu leben, dass unser Gott nur mit Schuld, Angst und Unfreiheit in Verbindung gebracht wird…

1. Korinther 8, 1-3 – Überhebliche Erkenntnis

Bevor Paulus sich mit einer weiteren Anfrage der Korinther beschäftigt (nämlich mit der Frage, ob Christen Fleisch essen dürfen, das bei heidnischen Kulten geopfert wurde), macht er eine grundsätzliche Aussage zum Umgang mit geistlicher Erkenntnis: „Die Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe baut auf.“ (1.Kor. 8,1) Die Erkenntnis (griechisch: gnosis) stand bei manchen Korinthern wohl zusammen mit der „Weisheit“ hoch im Kurs. Allerdings ging es nicht nur um eine rein verstandesmäßige Erkenntnis, sondern darüber hinaus über eine geistgewirkte Erkenntnis. Als ein tieferes Verstehen Gottes durch den Heiligen Geist.

Nun hat Paulus nicht grundsätzlich etwas gegen geistliche Erkenntnis, aber er sagt: „Erkenntnis allein macht überheblich. Nur Liebe baut die Gemeinde auf“ (so übersetzt die Gute Nachricht Bibel). Wie wahr! Das erleben wir bis heute: Menschen die einen tiefen Glauben haben, die viele geistliche Wahrheiten erkannt haben, die großartige spirituelle Erlebnisse haben und von denen doch eine seltsame Kälte ausgeht – weil sie ihre Erkenntnis nicht mit Liebe verbinden. Und da kann eine Aussage tausendmal richtig sein – ohne die Liebe ist sie wertlos. Habe heute von Christina Brudereck gelesen: „Denn Wissen, so merken wir, ist noch lange nicht Weisheit.“ (Faix/Weißenborn: ZeitGeist. Kultur und Evangelium in der Postmoderne, S. 26).

Das sagt sich so leicht, und das kann man vor allem diesen eingebildeten, aufgeblasenen und überheblichen Schlaumeierchristen schön vorwerfen, aber wenn wir ehrlich sind, dann ist das für jeden von uns unendlich schwer umzusetzen. Denn wenn ich überzeugt bin, die richtige Erkenntnis zu haben, dann ist es doch ganz logisch, dass ich den anderen davon überzeugen will. Und wenn der andere einfach nicht kapieren will, dann muss man deutlicher werden – das ist doch nur zu seinem Besten. Wie schwer ist es, zugunsten der Liebe die eigene und richtige Erkenntnis zurück zu stellen! Das können nur wenige.