Josua 21 Gast im Land Gottes

Der Stamm der Leviten bekommt bei der Landverteilung zwar kein Land zugewiesen, sie bekommen aber Orte, an denen sie wohnen können und dazu Weideplätze für ihre Viehherden. Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: „Mit ihrer Weidewirtschaft setzen sie in gewisser Weise die halbnomadische Lebensweise der ‚Väter‘ Israels fort, die noch kein Besitzrecht im Land hatten. Man kann darin ein Sinnbild sehen: Der Stamm Levi, den Gott für sich in Anspruch nimmt, bezeugt durch sein Dasein und seine Lebensweise, dass Israel das Gott geheiligte Volk ist, das in dem geschenkten Land Gottes ‚Gast‘ ist und bleibt.“

Das gilt ja auch für uns: Wir sollen haben als hätten wir nicht (1. Kor. 7,29-31). Gott beschenkt uns mit irdischen Gütern und die dürfen wir auch genießen. Aber wir sollten uns immer bewusst sein: das ist nicht das Letzte und Wichtigste. Wir dürfen uns nicht von irdischem Besitz abhängig machen – denn wir sind nur von Gott abhängig. Wir sind hier nur zu Gast…

| Bibeltext |

Psalm 127 – Ohne Augenzwinkern

„Denn seinen Freunden gibt er es im Schlaf.“ (V.2) Komisch: Wenn ich so darüber nachdenke, dann wird dieser Vers meistens nur mit einem Schuss Ironie oder mit einem Augenzwinkern zitiert. Z.B. als witzig gemeinte „Ausrede“ wenn jemand verschlafen hat. Oder mit leicht vorwurfsvollem Ton, wenn sich jemand zu wenig in der Gemeinde einbringt. Diese Aussage scheint für uns eher eine nicht ganz ernst gemeinte Übertreibung zu sein. Es scheint eine stille Übereinkunft zu geben, dass der Vers, so wie er dasteht, natürlich nicht gemeint sein kann: „Natürlich wird uns alles von Gott geschenkt, aber wir müssen doch auch was dafür tun! Nur die Hände in den Schoss legen und den Tag verschlafen geht doch nicht!“

Wie wär’s wenn wir den Vers mal ohne Augenzwinkern lesen?!?