Apostelgeschichte 16, 23-40 Wenn Träume wahr werden

Was für eine traumhafte Geschichte! Ich wünsche mir das auch, dass Gott auf wunderbare Weise eingreift. Dass er meine inneren Ketten und meine Gefängnisse öffnet und mich befreit. Dass Menschen von sich aus fragen, was sie tun müssen, um gerettet zu werden. Dass Menschen ohne große evangelistische Events oder jahrelange mühevolle Kontaktarbeit zum Glauben kommen. Dass ganze Hausgemeinschaften sich auf den Glauben einlassen und sich taufen lassen. Dabei haben Paulus und Silas gar nicht mal um Befreiung gebetet, sie saßen im Gefängnis und haben Gott gelobt! Diese Fähigkeit, weg von mir und auf Gott zu schauen wünsche ich mir auch…

| Bibeltext |

Apostelgeschichte 12, 1-25 Gottes Hand hält uns

Petrus wird auf wunderbare Weise aus dem Gefängnis errettet. Die Gemeinde bittet intensiv und ausdauernd für ihn und Gott erhört dieses Gebet. Er greift ein und rettet Petrus aus der Hand des Feindes. Die Beter können es selbst kaum glauben als Petrus an der Tür klopft. Es erscheint ihnen plausibler, dass ein Engel vor der Tür steht, als dass tatsächlich Petrus aus dem Gefängnis frei kam. Was für ein Wunder!

Aber bei dem Text sind mir auch die ersten zwei Verse aufgefallen. Hier wird nur kurz und ohne ausführliche Beschreibung erzählt, wie einer der zwölf Apostel – Jakobus, der Bruder von Johannes – von Herodes Agrippa (dem Enkel des Herodes, welcher für den Tod von Jesus mitverantwortlich war) getötet wurde. Das ist aus unserer Sicht ganz und gar nicht wunderbar. Warum hat Gott hier nicht eingegriffen und Rettung geschenkt?

Dieses Gegenüber beschäftigt mich: Einerseits kann Gott auf wunderbare Weise eingreifen und vom Tod bewahren. Andererseits kann er es zulassen, dass seine Nachfolger um des Glaubens willen getötet werden. Wir haben als Christen keine Garantie dafür, dass alles glatt läuft. Wir dürfen mit all unseren Anliegen zu Gott kommen. Sicher wurde auch für Jakobus und für andere Märtyrer gebetet. Aber Gott kann auf unterschiedliche Weise auf Gebet antworten. Er kann unser Leben auf unterschiedliche Weise führen. Er kann uns aus der Hand des Feindes erretten. Es kann aber auch sein, dass wir als Nachfolger in der Hand des Feindes sterben. Was in beiden Fällen sicher ist: wir sind von einer noch stärkeren und größeren Hand gehalten.

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Cormac McCarthy: All die schönen Pferde

John Grady ist sechzehn Jahre alt und nichts hält ihn mehr zu Hause in Texas. Zusammen mit seinem Freund Lacey Rawlins reitet er zu Pferd nach Mexiko. Unterwegs schließt sich ihnen Jimmy Blevis an, ein noch jüngerer Ausreißer, der die beiden in ziemliche Schwierigkeiten bringt. Die beiden Freunde kommen jedoch ungeschoren davon und finden auf einer Farm Arbeit. John Grady besitzt ein einmaliges Talent für das Zureiten von Pferden und das kann er bei seinem wohlhabenden Arbeitgeber mit Erfolg einsetzen. Die Beiden sind eigentlich am Ziel ihrer Träume.

Doch John Grady verliebt sich in die Tochter des Farmbesitzers. Das geht nicht lange gut, denn diese Beziehung stößt beim Vater und der Tante auf wenig Gegenliebe. Die beiden Freunde werden überraschend festgenommen und ins Gefängnis geworfen. Ihnen ist lange nicht klar warum eigentlich. Sie geraten in einen Albtraum aus Gewalt und knallhartem ÜberlebenskampfCormac McCarthy: All die schönen Pferde weiterlesen

Philipper 3, 1 Freude im Herrn

Herrlich! Da sitzt einer im Gefängnis und schreibt über die Freude! Und zwar immer wieder. Auch in diesem Vers ruft Paulus seine Leser erneut zur Freude auf. Und darüber hinaus betont er noch, dass es ihn nicht nervt immer wieder dasselbe zu schreiben, sondern dass dies seine Leser umso gewisser macht. Wir müssen uns das immer wieder sagen lassen. Das ist nichts, was man einmal kapiert hat, umsetzt und worüber man dann kein Wort mehr verlieren muss.

Es ist wie mit der Liebe: Es wäre schlimm, wenn ein Ehepaar sich nur bei der Hochzeit sagt, dass sie sich lieben und dann nie wieder. Das muss immer wieder gesagt werden. Das muss ständig wiederholt werden und mit Leben gefüllt werden. Deswegen dürfen wir uns das immer wieder sagen lassen: Freut euch in dem Herrn! Wohlgemerkt: Nicht darüber, dass es euch gut geht (darüber darf man sich auch freuen, aber das ist nicht das Entscheidende), sondern in dem Herrn. Die „Neue Genfer Übersetzung“ schreibt hier sehr treffend: „Freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid!“
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Philipper 2, 14-18 Der Grunde der Freude

Fast schon unwirklich und übermenschlich, wie Paulus hier mit seiner Situation umgeht. Er sitzt im Gefängnis und hätte allen Grund, frustriert zu sein – aber er freut sich und ruft die Philipper auf, sich mit ihm zu freuen. In diesem Abschnitt stellt er das Murren und Zweifeln gegenüber Gottes Wegen (V.14) der Freude gegenüber (V.17-18). Selbst wenn Paulus geopfert werden sollte, d.h. wenn er im Gefängnis sein Leben geben muss, so freut er sich doch. Vier mal (!) kommt in V.17-18 die Freude vor. Paulus freut sich, er freut sich mit den Philippern, und er will dass sie sich auch freuen und sie sich mit ihm freuen.

Das ist beschämend: Wenn wir uns unser Leben anschauen und eigentlich erkennen können, wie relativ gut es uns geht und wie wenig wir uns freuen können. Wie oft sind wir innerlich am Murren und Zweifeln! Aber der Grund für die Freude des Paulus ist nicht, dass es ihm gut geht, sondern dass er Christus nahe ist. Und wenn er um Christi willen leidet, dann ist er ihm umso näher und kann sich umso mehr freuen! 🙂 🙂 🙂
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