Lukas 20, 41-47 Gefahren des Glaubens

Ja, das ist gefährlich: fromme Bibelkenner, denen es in Wirklichkeit vor allem darum geht, Ansehen zu haben, sich selbst den Bauch vollzuschlagen und nach außen besonders heilig dazustehen. Nicht nur politische Macht kann korrumpieren, sondern auch religiöse Macht. Jesus warnt vor ihnen.

Aber diese Gefahren betreffen nicht nur die Anderen, sie betreffen jeden Christen. Wer hat nicht gerne Anerkennung und Ansehen? Das ist ja auch okay, aber wo ist die Grenze zur Selbstgefälligkeit? Wer ist wirklich frei von aller Selbstsucht, so dass er wirklich von Herzen lieber andere beschenkt, als selbst zu genießen? Es ist ja auch okay, das was man hat zu genießen, aber wo ist die Grenze zur Gier? Welcher Christ kennt das nicht, dass Gottesdienstbesuch, Bibellesen und Gebet zur äußeren Form verkommt, dass das innere Leben zu erlöschen droht? Das ist ja ganz normal und es ist wichtig, trotzdem weiter dran zu bleiben. Aber wo ist die Grenze zur Scheinheiligkeit?

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Kohelet 4, 17 – 5, 6 Höre!

Um was geht es im Gottesdienst? Schon damals, zur Zeit des Predigers, gab es offensichtlich Leute, die sich vor allem selbst darstellen wollten (indem sie viele Worte beim Gebet machten – nach dem Motto: „Seht her wie fromm ich bin!“) oder die ihr religiöses Gewissen mit Opfergaben beruhigen wollten (die Glaube also nicht als Herzenssache angesehen haben, sondern die mit rein äußerlichen Handlungen das Thema Glaube abhaken und erledigen wollten).

„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, dass du hörst.“ (V.17) Darum geht es im Gottesdienst. Mit der Formulierung „bewahre deinen Fuß“ ist gemeint, dass man nicht gedankenlos und überhastet zum Gottesdienst gehen sollte. Der Fuß sollte wissen, wo er jetzt hingeht und was an diesem Ort zählt. Und dann: „komm, dass du hörst.“ Es geht um das Hören!

Also sage ich dir: „Geh am Sonntag in den Gottesdienst und höre! Höre!“

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