Lukas 10, 17-24 Die größte Freude

Freue ich mich noch darüber, dass mein Name im Himmel geschrieben ist? Klar freue ich mich darüber, aber das ist eben etwas, was ich nicht sehen kann. Ich kann nur im Glauben darauf vertrauen. Es ist leichter sich über sichtbare Glaubenserfolge hier auf Erden zu freuen. So ging es den 72 Jüngern auch, welche Jesus ausgesandt hatte und die nun erfolgreich und voller Freude zurück kehren. Sie haben was gesehen und erlebt. Sie haben mit eigenen Augen gesehen, wie Gott durch sie wirkt.

Jesus sagt: Viel mehr Grund zur Freude ist, wenn unsere Namen im Himmel geschrieben stehen. Das heißt: wenn wir jetzt schon und für alle Ewigkeit zu Gott gehören. Das ist das größte Wunder das geschehen kann – auch wenn es für uns nicht immer offensichtlich ist.

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Richter 18 Religiöses Beiwerk

In diesem Kapitel geht es um den Stamm Dan. Er hat bei der Landverteilung eigentlich ein Gebiet nordwestlich von Juda bekommen. Aber offensichtlich konnten sie dort nicht dauerhaft Fuß fassen und wurden von den Philistern und Kanaanitern bedrängt. Deswegen suchen sie ein neues Siedlungsgebiet im äußersten Norden, am Fuß des Hermon.

So wie es hier erzählt wird, spielt Gott und Glaube dabei nur noch die Rolle eines religiösen Beiwerks. Nach Gott wird zwar gefragt, aber er soll nur bestätigen, ob der Weg, den sie gehen, auch zum Ziel führt (V.6). Auf dem Weg in ihre neue Heimat führen sie sich auf wie Räuber: sie stehlen die Götterfigur von Micha (vgl. Kap. 17) und werben auch sein Priester ab. Mit beidem gründen sie ihr eigenes Heiligtum (V.30f).

„Himmlischer Vater, lass mein Glaube nicht zum religiösen Beiwerk verkommen. Du weißt wie wir auch in Gemeinden schnell in der Gefahr sind, unsere eigenen Ziele zu verfolgen und unsere eigenen Heiligtümer zu bauen. Schenke mir ein Herz, das wirklich auf Dich sieht und auf Dich hört.“

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Hesekiel 31 Gottes Baumschule

Hesekiel vergleicht den Pharao und sein Land Ägypten mit einem wunderschönen und riesigen Zedernbaum. Zedernbäume waren in der damaligen Welt die gewaltigsten und größten Bäume. Doch Gott wird diesen Baum stürzen, weil er zu stolz und überheblich geworden ist. Aufgefallen ist mir v.a. V.8-9: „So war ihm kein Zedernbaum gleich in Gottes Garten… Ich hatte ihn so schön gemacht mit seinen vielen Ästen…“ Ägypten nicht als ein Baum außerhalb von Gottes Garten, sondern ein Teil von Gottes Garten. Nicht andere Götter oder gar der Teufel haben Ägypten so mächtig werden lassen, sondern Gott selbst. Es scheint mir, dass bei dieser Aussage sogar ein gewisser Stolz Gottes über diesen schönen, kräftigen Baum mitschwingt.

Gott ist so manches mal da am Werk, wo wir es gar nicht vermuten! Vielleicht gibt es auch bei uns so manche Menschen, bei denen wir denken: „Da ist Hopfen und Malz verloren, die wollen doch überhaupt nichts mit dem Gott der Bibel zu tun haben.“ Aber wer weiß: vielleicht ist Gott im Verborgenen schon längst am Werk bei ihnen und freut sich über den Wuchs eines schönen Baumes und seine kräftigen Äste. Allerdings kommt bei jedem Menschen einmal der Punkt, an dem er erkennen sollte, dass nicht er selbst für seinen Erfolg verantwortlich ist, sondern dass dies ein Geschenk ist. Jeder von uns steht in der Gefahr von Stolz und Überheblichkeit. Aber wir sind alle nur Bäume in Gottes Garten und er schenkt uns das Wachstum und die richtige Pflege.

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Kohelet 9, 11-18 Lohnt sich Weisheit?

Bei diesem Abschnitt ist es gut, verschiedene Übersetzungen zu vergleichen. In V.11 stellt Kohelet die Frage, ob sich die Bemühungen und Begabungen des Menschen lohnen, oder ob das Glück nur Zufall ist. Kurz gesagt: Lohnt sich Leistung oder ist alles nur Glückssache? In einer leistungsorientierten Gesellschaft wie unseren ja durchaus eine aktuelle und interessante Frage. Luther übersetzt den Schluss von V.11 sehr extrem: „Alles liegt an Zeit und Glück.“ Andere übersetzen vorsichtiger, so z.B. die Gute Nachricht: „Denn schlechte Tage und schlimmes Geschick überfallen jeden.“

Wie so oft hilft die Elberfelder Übersetzung dem Hebräischen am Nächsten zu kommen: „Zeit und Geschick trifft sie alle.“ Also durchaus verallgemeinernd: alle sind von Glück und Zufall abhängig, aber doch nicht so extrem wie Luther es ausdrückt, dass „alles“ nur an Zeit und Glück liegt. Ich denke, diese Richtung liegt durchaus im Sinn des ganzen Abschnittes. Der Prediger macht deutlich, dass es sehr gut ist weise zu sein, sich anzustrengen ein gutes Leben zu führen. Aber er stellt auch nüchtern fest, dass dies keine Garantie für ein glückliches Leben ist.

Lohnt sich also Weisheit? Lohnt es sich, ein gutes und weises Leben zu führen, lohnt es sich, ein Leben zu führen, das Gott gefällt? Lohnt es sich auch heute in einer Welt, die nicht nach Gott fragt, trotzdem am Glauben festzuhalten? Ein klares „Jein“! Es ist auf jeden Fall gut und richtig, aber es führt nicht automatisch zum Erfolg. Dieser Meinung von Kohelet kann ich mich durchaus anschließen, wobei ich froh bin, dass wir durch Jesus Christus auch in dieser Frage noch einmal einen tieferen und weiteren Blick bekommen (und man auch anfragen kann, was denn ein „erfolgreiches“ und „glückliches“ Leben ausmacht).

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Kohelet 4, 13-16 Der Traum vom Star

Je nach Übersetzung ein gar nicht so einfach zu verstehender Abschnitt. Es geht um hypothetische Überlegungen zu Weisheit, Erfolg und Volksgunst. Grundsätzlich wird festgestellt, dass es besser ist arm und weise zu sein, statt mächtig, reich und töricht. Nun wird der Gedanke aber weiter gesponnen. Selbst wenn ein armer, aber weiser Mann König wird und das Volk ihm zujubelt, so ist das doch auch nicht von bleibender Bedeutung. Denn Die Gunst des Volkes kann sich schnell wenden und sich auch gegen den weisen König wenden. Letztendlich ist das auch alles „Haschen nach Wind“. Politische Macht, Reichtum und Popularität ist selbst verbunden mit Weisheit nichts Bleibendes.

Das ist ja bis heute so: An einem Tag werden prominente Politiker, Sportler oder Medienstars von den Massen hochgejubelt und am anderen Tag sind sie schon vergessen. Es geht dem Prediger nicht in erster Linie darum, diese Wechselhaftigkeit zu kritisieren, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass man sein Leben nicht auf Popularität, Erfolg und Reichtum aufbauen sollte. Diese Dinge können genau so schnell vergehen, wie sie gekommen sind. Wenn das der einzige Sinn im Leben ist, dann ist man letztendlich arm dran.

Die ganzen Castingshows, von denen es im Fernsehen nur so wimmelt sind ein gutes Beispiel dafür. Da wird der Traum vom Star verkauft: „Wenn du die Castingshow gewinnst, dann bist du populär, erfolgreich und reich, dann hat dein Leben einen Sinn.“ Aber eigentlich weiß doch jeder, wie schnell dieser Ruhm auch wieder zerbröseln kann… Haschen nach Wind!

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