Kohelet 1, 12-18 Weisheit macht unglücklich

Alles ist eitel [häbäl: vergänglicher Hauch/Windhauch/Nichtigkeit] und Haschen nach Wind (V.14). Ja sogar die Weisheit – also das Streben nach Einsicht in die göttliche Ordnung der Welt – ist ein Haschen nach Wind (V.17b). Viel Weisheit bringt nicht mehr Glück, sondern mehr Leiden (V.18). Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: „Bei aller Weisheit wird der Mensch nicht glücklicher; je mehr er weiß, desto schwieriger wird das Leben.“

Mir ist dazu David Foster Wallace eingefallen. Er war ein genialer Denker, Philosoph und Schriftsteller. Er hat ein gigantisches, von allen Literaturkritikern hochgelobtes Buch geschrieben: „Unendlicher Spaß“. Ich hab nur die ersten 150 Seiten von insgesamt über 1500 Seiten geschafft. Man merkt bei ihm, dass er unendlich viel weiß, dass er sehr gebildet ist und einen sehr scharfsichtigen Blick auf die Welt, seine Mitmenschen und auch sich selbst hat. Aber all seine Begabungen und all seine Weisheit hat ihn nicht glücklicher gemacht. Er hat sich 2008 das Leben genommen. Vielleicht ist das wirklich was dran: Ein Mensch mit weniger Wissen kann unbeschwerter und unbekümmerter durchs Leben gehn.

Natürlich ist es ein Unterschied, ob es um menschliche Weisheit oder um Weisheit im biblischen Sinn geht. Aber um so erschreckender sind die Aussagen des Kohelet: Selbst biblische Weisheit, die wirklich nach Gott sucht, macht letztendlich nicht glücklich! Stimmt das?! Kann man das so pauschal sagen?! Ich weiß nicht… Da fehlt mir die Weisheit, um das wirklich zu beurteilen. 😉
Bibeltext