Josua 12 Dankbarkeit

In diesem Kapitel wird eine Liste aufgestellt, von all den Königen, welche von Israel besiegt wurden. Es ist ein dankbarer Rückblick auf Gottes Wirken: Gott hat den Israeliten das Land verheißen und jetzt kann das Volk feststellen, dass es tatsächlich so eingetroffen ist. Natürlich ist es ihnen nicht einfach in den Schoß gefallen, sondern sie mussten hart darum kämpfen. Gottes Verheißungen schließen unser Wirken nicht aus, sondern sie schließen es mit ein.

Was an der Liste auffällt: Es wird auch der König von Jerusalem als besiegt aufgezählt, obwohl wenig später explizit erwähnt wird, dass Jerusalem noch nicht erobert wurde (Jos. 15,63). Die Stadt wurde erst von David erobert und zur Hauptstadt des Landes gemacht (vgl. 2. Sam. 5,6-9). Manchmal dauert es eben ein bisschen länger, bis Gott seine Versprechen einlöst. Aber trotzdem können wir ihm jetzt schon danken für das, was bereits geschehen ist (und für das, was Gott noch tun wird!). Das ist ja häufig ein Problem von uns Menschen: wir schauen oft auf das, was wir noch nicht haben, anstatt uns über das zu freuen, was wir schon haben.

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Die Reha – Endspurt

In den letzten Zügen… Oder nein, doch besser: Endspurt. Habe morgen noch ein Tag mit Anwendungen und am Donnerstag ist ja dann Feiertag. Da kann ich, wenn ich Lust habe, noch ein bisschen Ergometer-Training machen und Schwimmen gehen… Am Freitag ist dann Abreise! Ich freu mich auf zu Hause! 🙂 🙂 🙂

Ich bin dankbar für die Zeit hier. Mein linker Fuß hat deutliche Fortschritte gemacht. Seit ein paar Tagen komme ich ganz ohne Schmerzmittel aus, die Beweglichkeit hat sich enorm verbessert, nur mit der Koordination und Feinmotorik happert es noch ein bisschen. Werde wohl noch eine Weile daran arbeiten müssen, bzw. Geduld haben müssen.

Ich freu mich auf die Heimat, auf die Familie und auch darauf, wieder langsam mit der Arbeit zu beginnen. Ich freu mich auch hier auf „windhauch“ dann wieder ganz „normal“ mit dem Buch Jeremia weiter zu machen. Aber wenn ich ehrlich bin, hab ich auch ein bisschen Angst vor dem Alltag. Hier hatte ich viel Zeit und viel Ruhe. Zeit, um mich um meinen eigenen Körper und meine Fitness zu kümmern; Zeit zum Lesen und Nachdenken.

Hier in der Reha habe ich für einige Wochen in einer anderen Welt gelebt. Man ist heraus gehoben aus der normalen stressigen, lauten und schnellen Welt. Es ist zwar körperlich anstrengend gewesen, aber diese körperliche Anstrengung tat mir – als jemand, der bisher viel zu wenig Bewegung hatte – sehr gut. Die spannende Frage ist nun ob es gelingt, ein bisschen was von den guten Anstößen hier in den Alltag hinüber zu retten. Im normalen Leben hat man nun mal nicht die Zeit, stundenlang Fahrad zu fahren, jeden Tag schwimmen zu gehen und umfangreiche Fitness-Übungen zu machen. Mal sehen…

Psalm 118 – Die Freundlichkeit Gottes

Zwei Gedanken zu diesem Psalm. Das eine betrifft die Luther-Übersetzung von V.1: „Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ Das ist einfach toll übersetzt. Besonders gefällt mir das „freundlich“. Im Hebr. steht hier „tob“, was man eigentlich am einfachsten mit „gut“ übersetzt. Ich kann nicht genau sagen warum, aber mir gefällt Luthers Übersetzung hier richtig gut. Es klingt besser. Und irgendwie mag ich die Vorstellung von der Freundlichkeit Gottes. Ich denke da automatisch an ein freundlich lächelndes Gesicht, das mich liebevoll anblickt…

Das andere was mich an diesem Psalm besonders angesprochen hat, waren die Verse 24-25: „Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohlgelingen!“ Faszinierend finde ich hier das Ineinander von Freude und klagender Bitte. Die Freude in Gott schließt den Blick auf so manches Beklagenswertes nicht aus! Im Gegenteil: Wer „fröhlich an ihm“ ist, wird um so intensiver Gott bitten in das Leid dieser Welt einzugreifen. Und andererseits muss mich aber das Leid dieser Welt nicht davon abhalten, mich über Gottes Güte und Freundlichkeit zu freuen.
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Psalm 108 – Das Morgenrot wecken

SonnenaufgangIch bin bei diesem Psalm über diese Formulierung gestolpert: „Ich will das Morgenrot wecken.“ (V.3) Was soll das? Wie soll ein Mensch das Morgenrot wecken? Was soll das bedeuten? Naja, ich find die Formulierung klingt richtig gut, irgendwie schön poetisch – aber was ist damit gemeint?

Auch hier ist meine Stuttgarter Erklärungsbibel mal wieder erste Hilfe: Zu Ps. 57,9 (dort kommt die selbe Formulierung vor) schreibt sie: „Das Gotteslob soll das Morgenrot herbeirufen, das die Nacht des Leidens beendet (vgl. Jer. 8,20; 9,1; zum Morgen als Zeit der göttlichen Hilfe)“ Jetzt wird’s klarer! Wenn wir Gott loben, dann kann das helfen, die Nacht und das Dunkel zu vertreiben! Wenn wir Gott loben, dann wird es heller! Wenn Gott eingreift, dann ist das so, wie wenn nach der Nacht die Sonne aufgeht. Und wenn der Beter Gott lobt, dann möchte er dieses Eingreifen herbei singen.

Sehr schöner Gedanke, in einem sehr schönen Bild formuliert. Gefällt mir… 🙂 Ja, das brauche wir: Mehr Morgenrot!Bibeltext
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Foto: roloplan / pixelio.de

Psalm 105 – Schönfärberei

Der Psalm betreibt ganz schön viel Schönfärberei! Es ist ein Dankpsalm in dem auf die Geschichte zurück geblickt wird und Gott für seine Wunder gelobt wird. Es beginnt mit dem Bundesschluss mit Abraham, geht über die Zeit des Volkes in Ägypten, bis zur Wüstenwanderung und der Gabe des versprochenen Landes in Kanaan.

All das wird in sehr positiven Licht geschildert. Kein Wort von Problemen, Schwierigkeiten, Zweifeln, Ungehorsam und Murren der Erzväter und des Volkes. Im Nachhinein scheint so manches rosiger zu leuchten, als es war… Aber das liegt natürlich auch am Thema und Ziel des Psalmes: Es geht darum Gottes wunderbares Eingreifen in die Geschichte zu feiern und zu loben. Es geht nicht darum, menschliche Unzulänglichkeiten darzustellen.

Wenn ich den Psalm so lese, dann bin ich froh, dass die Bibel an anderen Stellen auch ehrlich und offen über all die menschlichen Schwächen der Erzväter und des Volkes berichtet. Das spricht sehr für die Glaubwürdigkeit der Bibel und es hilft mir, mit meinen eigenen Unzulänglichkeiten zurecht zu kommen. Trotz all dieser Schwächen ist Gott zu seinem Volk gestanden und hat immer wieder eingegriffen. Gehn wir mal davon aus, dass er das auch bei mir tut…Bibeltext

Psalm 65 – Mehr als eine rosarote Brille

Rosarote BrilleIn meiner Luther-Bibel ist der Psalm überschrieben mit: „Danklied für geistlichen und leiblichen Segen„. Das beschreibt den Inhalt des Psalms sehr gut. Der Beter dankt Gott dafür, dass er Gebete erhört und dafür, dass er Herr der Natur ist und Nahrung für uns wachsen lässt. Nach vielen Psalmen, in denen es um Feinde und Notsituationen ging, ist es schön auch mal wieder ein Blick auf das Positive zu werfen: Gott segnet uns, auf geistlicher und leiblicher Ebene. Das dürfen wir dankbar annehmen und ihn dafür loben.

Was mir bei diesem Psalm besonders gefällt ist aber, dass trotzdem mit realistischem Blick auch das Negative gesehen wird: „Unsere Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben.“ (V.4) Da wird nicht einfach nur die rosarote Brille des positiven Denkens aufgesetzt, sondern der Beter erkennt Gottes Segen und erkennt zugleich auch die eigene Sünde. Aber vor Gott darf beides ins rechte Licht gerückt werden: Ich darf mit meiner Sünde zu ihm kommen, ihn um Vergebung bitten und frei werden. Und ich darf mich über all das Gute, das Gott mir schenkt auch von Herzen freuen.
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Psalm 54 – Ist Gott bestechlich?

Was mir heute bei diesem Psalm aufgefallen ist, ist eine Verknüpfung, die öfters in den Psalmen auftaucht: Wenn du mir hilfst Herr, dann werde ich dir Dankopfer bringen. Hier mir folgenden Formulierungen: „Hilf mir, Gott,…“ (V.3) „Gott, erhöre mein Gebet…“ (V.4) und als Versprechen bei erfolgreicher Gebetserhörung: „So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen.“ (V.8 ) Was soll das? Will der Beter Gott bestechen? Wenn du mir hilfst, dann bin ich auch bereit, dich anzubeten?

Wenn man dann allerdings andere Übersetzungen anschaut, merkt man, dass Luther hier etwas unglücklich übersetzt hat. Die Gute Nachricht übersetzt V.8 folgendermaßen: „Aus freien Stücken bringe ich dir Opfer;  ich will dir danken, HERR, weil du so gütig bist.“ Es geht nicht um ein Opfer, das an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, sondern um ein freiwilliges Opfer. Ich denke auch in anderen Psalmen geht es nicht darum, Gott bestechen zu wollen, sondern mehr um eine Selbstverpflichtung: Ich will Gott nicht nur um etwas bitten, sondern ich will ihm auch danken und ihn preisen. Wobei das natürlich leichter ist, wenn unsere Gebete erhört wurden… 😉

Dieser Gedanke (wenn… dann…) ist uns auch heute gar nicht so fremd: „Gott, wenn du mich glücklich machst, wenn du mir ein erfülltes Leben schenkst, wenn ich Geborgenheit und Freude in dir erleben darf, wenn ich gesund werde, wenn… , dann glaube ich auch an dich und vertraue auf dich, dann will ich dich anbeten und dir danken.“ Die Kunst des Glaubens besteht gerade darin, am zweiten Teil festzuhalten, auch wenn sich der erste Teil nicht immer so erfüllt.
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Psalm 30 – Erschrecken

Das ist für mich einer der eindrücklichsten Psalmen überhaupt. Der Psalm ist ein dankbarer Rückblick darauf, wie Gott den Beter aus tödlicher Bedrohung gerettet hat. Ein wichtiger Gedanke in diesem Psalm (da steckt noch viel mehr tolles drin…) : Oft bemerken wir viel zu spät, wie gut es uns eigentlich geht und wie gut Gott zu uns ist. In V.7-8 beschreibt der Beter seine Zuversicht in der Zeit als es ihm gut ging. Aber als er in Schwierigkeiten gekommen ist, da ist er erschrocken und hat angefangen zu Gott zu schreien.

Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.“ (V.8b) Ja – dass Gott uns freundlich und liebevoll angeschaut hat, merken wir manchmal erst, wenn es nicht mehr so ist. In den Psalmen wird immer wieder auch deutlich: Gott kann sich abwenden, er kann sein Angesicht verbergen. Es kann auch für uns Gläubige sein, dass Gott plötzlich weg ist, dass wir nichts mehr von ihm bemerken und wahrnehmen können. Erst dann wird uns richtig deutlich, wie wichtig Gottes Gegenwart eigentlich ist. Erst dann merken wir, dass es unbezahlbar und unendlich wichtig ist, dass Gott uns freundlich anschaut.

Danke Gott, dass du mir immer wieder neu dein Angesicht zuwendest, dass du mich freundlich und liebevoll anschaust. Vergib mir, wo ich das oft gar nicht mehr merke, wo ich so sehr mit mir selbst beschäftigt bin, dass ich deinen Blick gar nicht mehr wahrnehme. Danke, dass deine Gnade lebenslang wärt und dass dein manchmal verborgenes Angesicht nur einen Augenblick lang weg schaut. Danke, dass du mich immer wieder neu einkleidest, dass du mir die schweren, dunklen Kleider des Todes ausziehst und mir die bunten, leichten Kleider der Freude schenkst!“
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Psalm 22, 23-32 – Dank feiern

V. 22 endet mit den Worten: Du hast mich erhört! Und jetzt, ab V. 23 folgt ein Danklied, mit dem der Beter für die Erhörung seiner Klage dankt. Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: „Viel direkter als in heutiger Praxis wurde beides, Klage und Dank, in den Gottesdienst hineingenommen. Das Danklied wurde im Zusammenhang mit dem Dankopfer vorgetragen, mit dem der Beter das in der Not abgelegte Gelübde erfüllt.“ D.h. dass sowohl die Klage als auch der Dank ausdrücklich in einem öffentlichen Gottesdienst zur Sprache kamen. Und zwar so, dass die Klage nicht erst zitiert wurde, als alles schon vorbei war und das Gebet erhört wurde, sondern die Klage und Bitte wurde in einem Gottesdienst vorgebracht – sie hat ihr eigenes Recht und ihre eigene Berechtigung unabhängig von der Erhörung. Erst später, nach der Erhörung kam es zu einem Dankgottesdienst mit Dankopfer.

Ich finde diese Vorstellung schön, dass beides, Klage und Dank, viel mehr in den Gottesdienst mit hineingenommen wurde. Beides hat seinen Platz und soll auch konkret zur Sprache kommen können. Das ist heute sicher von Gemeinde zu Gemeinde verschieden, aber oft ist es doch so, dass sowohl der Dank, als auch und noch viel mehr die Klage nur sehr abstrakt und unpersönlich in unseren Gottesdiensten vorkommen.

So ein Dankopfer-Gottesdienst hat doch auch was für sich. Denn beim Opfer wurde nicht einfach alles für Gott verbrannt, sondern die Teilnehmer bekamen auch was von dem leckeren Fleisch ab – sie haben also miteinander gegessen und gefeiert. Nicht nur in trockenen Worten, sondern auch mit saftigem Fleisch und fröhlicher Gemeinschaft. Das hört sich für mich alles irgendwie handfester, tiefer und konkreter an, als unser oft so verkopfter Glaube. Sowohl was die Klage und Verzweiflung angeht, als auch was den Dank und die Freude über Gott angeht…
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Matthäus 14, 34-36 – Der Saum seines Gewandes

Wahnsinn: Alle, die auch nur den Saum seines Gewandes berührten wurden gesund. Auch wenn die Leute nur in der Nähe Jesu waren und ein Kleidungsstück von ihm berührten wurden sie gesund. Wenn man sich so die verschiedenen Stellen im Neuen Testament anschaut, wo es um Heilung geht, dann kommt man ins Staunen über die Unterschiedlichkeit, in der Heilung geschieht. Jesus scheint kein festes System, keinen bestimmten Ablauf, kein festes Raster zu haben, wie Heilung funktioniert. Sie geschieht auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen. Mal indem er einem Blinden Dreck auf die Augen legt, mal allein durch sein Wort und hier an dieser Stelle sogar nur durch Berührung seiner Kleider. Wir können aus dem NT kein bestimmtes Programm herauslesen: Das und das und das muss man tun und dann geschieht Heilung.

Beim Lesen kam mir auch folgdender Gedanke: Die Geheilten mussten doch eigentlich wahnsinnig dankbar sein. Für sie begann ein neues Leben. Sie waren wieder gesund – und das alles durch Jesus. Aber wo waren all die Geheilten, als Jesus am Kreuz hing? Wo waren sie, als das Volk schrie: Kreuzige ihn! Schrecklich, wie vergesslich und feige wir Menschen oft sind! Und mir wird wieder deutlich, dass Heilung nicht alles und auch nicht das Wichtigste ist…