Josua 3 Er macht den Weg frei

Israel geht über den Jordan in ein neues Land. Es wird nicht einfach werden, das wissen alle. Ganz betont wird in dem Text deshalb dargestellt, dass Gott voraus geht. Sieben mal wird die Bundeslade erwähnt. Nach damaligem Verständnis ist Gottes Gegenwart in besonderer Weise mit dieser Lade verknüpft. Gott geht für die Israeliten sichtbar in Gestalt der Lade voraus, er macht den Weg frei, er sorgt mit einer Wiederholung des Wunders am Schilfmeer (beim Auszug aus Ägypten) dafür, dass sein Volk sicher über den Jordan gelangt.

„Herr, lass auch mich keine Angst haben vor neuem Land. Auch wenn ich nicht recht weiß, was mich erwartet. Solange Du dabei bist, kann ich diesen Weg gehen. Vater, lass mich erkennen, welche Wege Du mit mir vorhast. Lass mich sehen, wo Du mich haben willst. Danke, dass Du voraus gehst. Ich will Dir vertrauen und Dir folgen.“

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Exodus 27 Das Zelt der Begegnung

In diesem Kapitel wird das mobile Heiligtum der Israeliten zum ersten mal als „Zelt der Begegnung“ bezeichnet. Luther hat diesen Ausdruck in Anlehnung an eine „Stiftskirche“ als „Stifshütte“ übersetzt. Der wörtliche Ausdruck im hebräischen zeigt jedoch ganz gut die Bedeutung dieser Stiftshütte: Es ist ein Zelt in dem sich Gott und Mensch begegnen.

Die Israeliten unterschieden sich mit ihrem Heiligtum deutlich von anderen damaligen Religionen: Es war damals üblich, dass man im Heiligtum Götterstatuen aufstellte und diese Statuen auch anbetete. Israel hält sich da ganz zurück. Es befolgt das Gebot, dass es sich kein Bildnis machen soll von Gott. Das Zelt der Begegnung ist nicht an sich heilig. Es gibt keine Götterstatue darin. Auch die Bundeslade hat man sich nur als eine Art Fußschemel Gottes vorzustellen.

An diesem „Zelt der Begegnung“ wird deutlich, dass Gott viel größer und herrlicher ist, als wir uns das vorstellen können. Wir können ihn nicht in Statuen, Bilder oder menschliche Vorstellungen hineinpressen. Wir können höchstens ein „Zelt der Begegnung“ aufbauen und auf Gott warten. Wir können bereit sein, dem unsichtbaren, heilige und herrlichen Gott zu begegnen.

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Psalm 132 – Überraschende Gnade

In diesem Psalm geht es um die Bundeslade, die David nach Jerusalem brachte und die später im Allerheiligsten des salomonischen Tempels stand. Wieder einmal geht es um die besondere Bedeutung eines bestimmten Ortes für den Glauben: “Denn der Herr hat Zion erwählt, und es gefällt ihm, dort zu wohnen.” (V.13)

Seltsamer Gott! Warum ist ausgerechnet dieser Kasten der Bundeslade der Schemel seiner Füße (V.7)? Warum wählt er sich ausgerechnet Zion als “Wohnort”? Nüchtern betrachtet ist das kein außergewöhnlicher oder besonders beeindruckender Ort. Die Liste ließe sich fortsetzen: Warum erwählt Gott sich dieses kleine unbedeutende Volk Israel auf besondere Weise? Warum David, der jüngste und kleinste der Familie? Warum Maria und Joseph, warum ausgerechnet Petrus, warum Paulus? Was zeichnet diese Orte und Personen gegenüber anderen aus?

Keine Ahnung! Gott scheint einerseits eine gewisse Liebe zum Schwachen und Unscheinbaren zu haben. Aber er kann genau so gut das Großmaul Petrus und den Christenhasser Paulus für besondere Aufgaben erwählen. Gott ist unberechenbar, großzügig und überraschend in seiner Gnade.
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