Insel der Seligen

Rundherum abgemäht – nur eine Insel der Seligen blieb stehen…

Musste interessanterweise beim mähen immer wieder an Gott als Richter denken. Alles wird kurz und klein geschnitten. Das lang gewordene Gras genauso wie das Unkraut und die schönen Gänseblümchen. Nur eine kleine Blumeninsel hab ich übrig gelassen. Auch Jesaja spricht manchmal von dem „Rest“ der nach dem Gericht übrig bleibt. Allerdings hängt es nicht von der Willkür des Richters ab, wer dazu gehört, sondern davon, wer zu Gott umkehrt (Jesaja 10,21-22).

Regen

Die meisten Menschen mögen ihn nicht: Regen. Zu nass und zu ungemütlich. Wie es wohl den Pflanzen geht? Dem Ahornbaum, der zwar seine Wurzeln tief im Erdreich hat, aber der auch unter zu wenig Wasser leiden kann? Der Blume, die ohne Wasser erst gar nicht zum blühen kommt? Vielleicht schreien sie innerlich: „Jipiiiiee! Regen! Lass es runter! Mehr davon!“

Die meisten Menschen mögen ihn nicht: Gott. Zu kompliziert und ungemütlich. Und sie merken nicht, wie sie innerlich verdursten und vertrocknen. Ihre Blätter fallen ab und ihre Blüten kommen nie zur Entfaltung. Ich aber will schreien wie die Blumen: „Jipiiiiee! Lebendiges Wasser aus dem Himmel! Lass es runter! Mehr davon!“

Der Sonne entgegen

Irgendwie scheinen die Blumen schlauer zu sein als wir Menschen. Es ist für sie gar keine Frage, was sie tun sollen: Wachsen – und zwar der Sonne entgegen. Alles andere ist unwichtig. Wir dagegen erkennen oft die Sonne gar nicht. Und selbst wenn, dann wollen wir immer noch dies und jenes tun, diesem und jenem nachgehen, anstatt einfach nur der Sonne und dem Licht entgegen zu wachsen.