Lukas 9, 57-62 Wie radikal muss Nachfolge sein

Wie radikal muss Nachfolge sein? Ist nur der ein echter Nachfolger, der als obdachloser Wanderprediger durch die Lande zieht? Darf man als Nachfolger an der Beerdigung seines Vaters teilnehmen? Muss man seine Familie verlassen ohne Abschied zu nehmen? Wie radikal und wie grundsätzlich hat Jesus diese Verse gemeint?

Diese Aussagen sind auf jeden Fall herausfordernd. Aber wenn wir das Neue Testament anschauen, dann können wir feststellen, dass Jesus solch radikalen Forderungen keineswegs an alle gestellt hat. Es gab Jünger und Jüngerinnen, die in ihrer Heimat und ihrem Haus geblieben sind und Jesus gerade auf diese Weise mit Unterkunft und Verpflegung unterstützt haben. Auch die ersten Christen haben Jesus nicht so verstanden, dass sie alle alles aufgegeben haben und ohne festen Wohnsitz durch die Lande gezogen sind.

Trotzdem machen diese Verse deutlich, was für eine radikale (radikal bedeutet wörtlich: an die Wurzel gehend) Angelegenheit die Nachfolge ist. Das kann sich in einer äußerlichen Radikalität zeigen, so dass manche Christen um des Glaubens willen allen irdischen Besitz aufgeben. Viel wichtiger ist jedoch eine innere Radikalität, in der wir unser Leben ganz auf Jesus ausrichten. Es gibt ja auch weltliche Aussteiger, die alles aufgeben – aber allein diese äußerliche Radikalität macht sie noch lange nicht zu Nachfolgern Jesu…

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Josua 21 Gast im Land Gottes

Der Stamm der Leviten bekommt bei der Landverteilung zwar kein Land zugewiesen, sie bekommen aber Orte, an denen sie wohnen können und dazu Weideplätze für ihre Viehherden. Die Stuttgarter Erklärungsbibel schreibt dazu: „Mit ihrer Weidewirtschaft setzen sie in gewisser Weise die halbnomadische Lebensweise der ‚Väter‘ Israels fort, die noch kein Besitzrecht im Land hatten. Man kann darin ein Sinnbild sehen: Der Stamm Levi, den Gott für sich in Anspruch nimmt, bezeugt durch sein Dasein und seine Lebensweise, dass Israel das Gott geheiligte Volk ist, das in dem geschenkten Land Gottes ‚Gast‘ ist und bleibt.“

Das gilt ja auch für uns: Wir sollen haben als hätten wir nicht (1. Kor. 7,29-31). Gott beschenkt uns mit irdischen Gütern und die dürfen wir auch genießen. Aber wir sollten uns immer bewusst sein: das ist nicht das Letzte und Wichtigste. Wir dürfen uns nicht von irdischem Besitz abhängig machen – denn wir sind nur von Gott abhängig. Wir sind hier nur zu Gast…

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