Hermann Hesse: Unterm Rad

Hermann Hesses zweiter Roman „Unterm Rad“ erzählt die Geschichte des begabten Jungen Hans Giebenrath der unter das Rad einer ehrgeizigen Erziehung gerät. Hans wächst in einem „kleinen Schwarzwaldnest“ als einziges Kind des verwitweten Vaters auf. Vorbild für den Ort ist offensichtlich Hesses Heimatstadt (und meine Geburtsstadt 😉 ) Calw. Die Begabung des Jungen wird von seinem nicht besonders einfühlsamen Vater, vom Schulmeister, vom liberalen Stadtpfarrer und von pietistischen Stundenbruder Flaig gefördert. Und tatsächlich wird Hans als einziger aus seinem Heimatort für das Landesexamen der angehenden Theologiestudenten des Maulbronner Stifts auserwählt. In den Genuss dieses Stipendiums, an das sich eine lebenslange Versorgung als Pfarrer anschließt, kommen nur die besten Schüler. Hermann Hesse: Unterm Rad weiterlesen

Exodus 4, 10-17 Ein störrischer, alter Schafhirte

Hach, ich mag ihn – diesen störrischen, alten Schafhirten. Da begegnet ihm Gott persönlich und will ihn mit einem besonderen Auftrag losschicken und Mose findet einen Einwand nach dem anderen. Nach vielen beredeten Ausflüchten stellt er gegen Ende der Diskussion mit Gott fest, dass er eigentlich gar nicht so gut reden kann und dass es besser wäre, jemand anders zu schicken. Gott geht nicht darauf ein und als letztes Argument sagt Mose einfach: „Nee, macht ich ganz einfach nicht. Send wen du willst – aber nicht mich!“ (V13) Gott setzt sich am Ende durch, wobei er dem Mose seinen Bruder Aaron an die Seite stellt, damit dieser das Reden übernimmt.

Ich find’s genial, dass Gott so unterschiedliche Menschen gebrauchen kann. Da gibt es nicht nur die frommen und eifrigen Jesajas, die auf die Frage „Wen soll ich senden“ sofort losschreien: „Sende mich!“ (Jes.6,8), sondern eben auch die störrischen und ängstlichen Leute wie Mose. Und beide sind dann im Auftrag des Herrn unterwegs.

| Bibeltext |