Lukas 23, 26-31 Weine nicht über mich!

Also gab es doch noch einige Fische, die gegen den Strom schwammen: Einige Frauen begleiten Jesus auf seinem Kreuzweg und klagen und beweinen ihn. Sie trauen sich, öffentlich ihre Zugehörigkeit zu Jesus zu zeigen – auch wenn die große Masse mit Gebrüll seinen Tod gefordert hatte.

Mich berührt an diesem Text dann diese Zurechteweisung Jesus: „Weint nicht über mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder.“ (V.28) Ist das auch eine Zurechtweisung an mich und meinen Umgang mit Karfreitag? Wichtiger als Betroffenheit und Mitgefühl für den Tod Jesu zu zeigen ist es, seine eigene Sünde und Verlorenheit zu erkennen. Schlimm an Karfreitag ist nicht Jesu Tod – der war von Gott gewollt und Jesus ist diesen Weg bewusst gegangen. Schlimmer ist es, wenn wir an Karfreitag nicht unsere Erlösungsbedürftigkeit erkennen. Denn dann war dieser Tod umsonst. Weint nicht über Jesus, sondern über euch selbst.

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Lukas 5, 27-32 Ein guter Nachfolger

Wieder solch ein knapper Evangeliumstext, der nur das Nötigste berichtet. Jesus sieht einen Menschen am Zoll sitzen, ruft ihn in die Nachfolge und zack: schon verlässt dieser alles und ist ein Jünger Jesu. Ich würde ja all zu gern noch ein bisschen mehr wissen: Sieht Jesus den Levi hier zum ersten mal? Hat er vielleicht schon von ihm gehört? Warum sucht er sich genau diesen Menschen zum aus? Was ist das Besondere an Levi? Wie reagiert Levi – es wird nicht gesagt wie er antwortet? Was bedeutet das, dass er sofort alles verlässt (und danach noch ein Fest mit Jesus in „seinem“ eigenen Haus feiern kann)?

Indirekt gibt die Stelle dann doch noch eine Antwort auf die Frage, warum Jesus gerade den Levi zum Jünger aussucht. Jesus sagt: „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.“ Das zeichnet also einen Nachfolger Jesu aus: dass er erkennt, dass er krank ist. Das hat wohl auch den Levi ausgezeichnet: Obwohl er als Zöllner wohl äußerlich reich war, war er krank und hilfsbedürftig. Er brauchte einen Arzt.

Was macht also einen guten Nachfolger Jesu aus? Seine Bedürftigkeit. Wer meint, er braucht Jesus nicht, der kann auch kein Nachfolger sein. Wer meint, er sei gesund und hat alles, der braucht keinen Arzt. Wer satt und zufrieden ist, dem braucht Jesus nicht den Hunger zu stillen.

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