Hesekiel 47 Strom des Lebens

Nein, es geht nicht um einen neuen Energieversorger oder um Öko-Strom, sondern es geht um Hesekiels große Hoffnungs- und Zukunftsvision. Nach den ganzen Ausführungen zum Tempel und Opferdienst, kommt jetzt ein Bild, das auch mich heute noch ganz unmittelbar anspricht: Hesekiel sieht aus dem Tempel einen Wasserstrom fließen, der ständig größer und tiefer wird. Am den Flussufern stehen viele Bäume, mit immergrünen Blättern und Früchten ohne Ende. Der Fluss fließt ins Tote Meer und sein Wasser hat so viel Lebenskraft, dass selbst das Tote Meer wieder „gesund“ wird und es dort viel Fische gibt.

Was für ein herrliches Bild: aus dem Tempel, dem Ort von Gottes Gegenwart, fließt lebendiges Wasser ins Land. Es macht das Land fruchtbar und lebendig. Ich möchte auch so ein Baum sein, der am Ufer dieses lebendigen Flusses steht, grünt und Früchte im Überfluss hervorbringt. Ich will nicht menschlich-fromme Früchte erzwingen, sondern das Wasser des Lebens aufnehmen und in mir wirken lassen. Ich will mich nach Gott ausstrecken und seine Kraft in mir Früchte hervor bringen lassen.

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Epheser 3, 14-17 Macho-Christentum

Zwei Dinge sind mir in diesem Text aufgefallen. Das Erste: es geht um innere Stärke (V.16: „…stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen…“). Die entscheidende Stärke ist also nicht eine äußerliche, sondern eine innerliche (die äußerliche zunächst einmal gar nicht sichtbar sein muss). Wir leben in einer Welt, in der v.a. äußere Stärke zählt. Zu dieser äußerlichen Stärke gehört nicht nur Muskelkraft, sondern auch solche Dinge wie: Selbstbewusstsein, gutes Aussehen, Redegewandtheit, materielle Statussymbole, usw.

Leider schauen auch wir Christen oft auf Äußerlichkeiten: Erfolgreiche Gemeinden, die in schicken Gemeindehäusern mit allem technischen Schnickschnack ihre minutiös geplanten Gottesdienste performen, oder selbstbewusste Christen, die mit gewinnendem Vertreterlächeln von ihrem siegreichen Leben in Christus berichten, oder überzeugende und redegewandte Prediger, die allein schon durch ihre Ausstrahlung begeistern, usw. Zugespitzt gesagt: das ist Macho-Christentum. Aber um dieses äußerliche Machogehabe geht es nicht, es geht um innere Stärke. Um das nicht so Offensichtliche. Um die Stärke, die auch dann noch da ist, wenn äußerlich alles zu Ende scheint.

Das zweite, was mir an dem Text aufgefallen ist, ist die Grundlage für diese innere Stärke: Eingewurzelt und gegründet sein in der Liebe (V.17). Ein schönes Bild! Es kann sein, dass ein Baum nach außen hin kümmerlich und unscheinbar aussieht, dass er aber tiefe Wurzeln hat, dass er sich mit aller Kraft in das Erdreich klammert und die Stürme des Lebens ihn nicht entwurzeln können. So soll es sein! Diese Verwurzelung macht einen Menschen wirklich stark.

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Jeremia 17, 1-13 – Dürrezeiten

Hier taucht bei Jeremia genau das gleiche Bild auf wie in Psalm 1 auf: Derjenige, der sich auf Gott verlässt ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist. Er braucht keine Angst vor Dürrezeiten haben, denn seine Wurzeln gehen zum Bach hin und dadurch wird er auch in trockenen Jahren Frucht bringen.

Was mir bei diesem Vergleich wieder aufgefallen ist: Es heißt nicht, dass derjenige, der auf Gott vertraut keine schwierigen Zeiten durchmachen wird. Nein, auch für ihn wird es Zeiten der sengenden Hitze geben, auch bei ihm gibt es dürre Jahre. Aber das wichtige ist: Diese Hitze und Dürre wird ihn nicht unterkriegen – er bringt trotzdem Frucht.

Ich fühle mich wie ein Baum, der gerade in der sengenden Hitze steht und der eine Zeit der Dürre durchmacht. Man könnte jetzt fragen, warum Gott diese Hitze, Dürre und Krankheit zulässt. Aber Gott hat mir nicht versprochen, mich vor allen Problemen zu bewahren. Ich spüre, wie sich die Wurzeln zum Bach hin strecken und ich hoffe, dass auch ich trotzdem und gerade in der Dürrezeit Früchte bringen kann.
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Psalm 92 – Der singende Baum

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Ein wundervolles Bild, das da in den Versen 13-16 entfaltet wird. Wer Gott vertraut ist wie ein Baum, der auch im Alter noch blüht, fruchtbar und frisch ist. Das Foto oben stammt aus unserem Urlaub in England. Dieser Baum hat mich beeindruckt. Was für eine Kraft, Schönheit und Stärke dahinter steht. Als einziger Baum hat er sich halten können. Als einziger Baum streckt er sich dort oben dem Himmel entgegen. Vom Wind gebeugt und nicht mehr ganz der Jüngste – und trotzdem ist er frisch und grün. Trotz schwieriger Bedingungen lebt er und lobt allein schon dadurch Gottes gute Schöpfung. Ich hör ihn förmlich singen: „Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.“ (V.2-3)
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