Johannes 20, 19-23 Erstaunlich nüchtern

Beim Lesen habe ich mich darüber gewundert, wie nüchtern und distanziert Johannes von diesen Ereignissen berichtet. Da ist das größte Wunder geschehen: Jesus ist von den Toten auferstanden und begegnet seinen Jüngern. Die einzige Reaktion, die beschrieben wird: „Da wurden seine Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.“ (V.20) Was muss da nicht alles in den Köpfen und Herzen der Jünger vorgegangen sein? Das ist doch ein Ereignis, das einen tiefen und bleibenden Eindruck hinterlässt! Was könnte man da nicht alles schreiben über die Gefühle und Gedanken der Jünger! Stattdessen nur diese kurze und nüchterne Darstellung, die nur eine Andeutung von der Freude wiedergibt, welche die Jünger gefühlt haben müssen.

Andererseits finde ich diese Nüchternheit auch wohltuend. In unserer heutigen religiösen Welt wird viel mit Gefühl, Stimmung und Begeisterung gearbeitet. Das Spektakuläre und Außergewöhnliche wird gepuscht. Je mehr Emotionen geweckt werden, desto besser. Die Bibel ist da viel zurückhaltender. Es geht nicht in erster Linie um unsere menschlichen Gefühle, sondern um Jesus Christus, das Wunder seiner Auferstehung und die Gabe des Heiligen Geistes. Das müssen wir nicht künstlich hochpuschen, sondern das hat in aller Nüchternheit eine tiefe innere Kraft, die mehr Veränderung schafft, als eine kurzfristige Begeisterung.

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Johannes 20, 11-18 Noch ein Missverständnis

Was für eine Szene! Ich finde das eine der eindrücklichsten Stellen im Johannesevangelium. Hier finden die für Johannes typischen Missverständnisse ihren Höhepunkt. Maria findet das leere Grab. Dann sieht sie Jesus. Aber sie erkennt ihn nicht! Diese Schwierigkeit den Auferstandenen auf den ersten Blick zu erkennen, finden wir auch bei anderen Auferstehungsgeschichten. Aber Johannes treibt es hier auf die Spitze. Maria hält Jesus für den Gärtner und beschuldigt ihn sogar, den Leichnam Jesu beiseite geschafft zu haben! Da ist das geschehen, worauf das ganze Evangelium hinausläuft – Jesus hat den Tod besiegt und ist auferstanden – und Maria versteht die Situation völlig falsch! Wie bei so vielen johanneischen Missverständnissen, denken die Menschen auf irdischer Ebene, während Gott in Jesus Christus auf einer ganz anderen Ebene handelt.

Aber Jesus genügt ein Wort, um das Missverständnis aufzudecken: „Maria!“ Allein die Anrede macht alles klar – wobei auch dann noch nicht alles völlig klar ist: Maria will Jesus festhalten, sie will ihn gewissermaßen als irdischen Jesus bei sich behalten. Aber der Auferstandene ist nicht einfach ein wieder ins irdische Leben Zurückgekehrter. Er wird bei seinen Nachfolgern in Zukunft auf andere Weise gegenwärtig sein. Aber auf jeden Fall öffnet die Anrede Jesu Maria die Augen für seine Identität. Ich fürchte so manches mal verstehe ich Jesus und Gott auch auf einer unzureichenden irdischen Ebene. Vielleicht begegnet er mir so manches mal in meiner irdischen Welt und ich erkenne ihn gar nicht. Auch ich habe es nötig, dass er mich beim Namen ruft und mir die Augen für seine Gegenwart öffnet.

Wie so oft im Johannesevangelium scheint aber Marias Missverständnis auf einer hintergründigen Ebene doch eine tiefere Wahrheit aufzudecken. Denn Jesus ist tatsächlich so etwas wie der Gärtner. Natürlich kein gewöhnlicher Gärtner, sondern durch Tod und Auferstehung ist er der Beginn einer neuen Schöpfung. Er ist sozusagen der Gärtner eines neuen Garten Edens. In ihm beginnt die neue Schöpfung. Und so wie Adam und Eva den ersten Garten Eden bebauen und bewahren sollten, so ist Jesus der Gärtner der neuen Schöpfung.

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Johannes 16, 16-33 Wir wissen nicht, was er redet

„Wir wissen nicht, was er redet.“ (V.18b) Das finde ich mich in den Jüngern wieder. So geht es mir mit diesen Text auch. Da gibt es so manches, was ich nicht richtig verstehe. Jesus redet davon, dass es noch „eine kleine Weile“ dauert, dann werden sie ihn nicht mehr sehen (V.17). Dann wird es wieder „eine kleine Weile“ dauern und sie werden ihn wieder sehen. Das erste scheint in der damaligen Situation ganz offensichtlich auf Jesu Kreuzestod anzuspielen. Nur noch wenige Stunden, dann wird Jesus nicht mehr unter seinen Jüngern sein.

Aber was ist mit dem zweiten gemeint? Jesu Auferstehung oder Jesu endgültige Wiederkunft, nach seiner Rückkehr zum Vater? Für die erste Möglichkeit spricht der Ausdruck „eine kleine Weile“. Jesus verwendet ihn sowohl für die Zeit bis zu seinem Tod, als auch für die Zeit, bis die Jünger ihn wiedersehen werden. Das macht mehr Sinn, wenn damit die Auferstehung gemeint ist. Andererseits spricht Jesus in V.28b von seinem Weggang zum Vater – damit ist wohl nicht die kurze Zeit zwischen Kreuz und Auferstehung gemeint, sondern sein endgültiger Weggang nach der Auferstehung. Wiedersehen würden wir Jesus dann erst bei seinem endgültigen und zweiten Kommen in die Welt.

Leben wir jetzt in der Zeit der Traurigkeit, weil Jesus nicht mehr leibhaftig auf der Welt ist, sondern bei seinem Vater? Oder leben wir in der Zeit der Freude, weil er aus dem Tode auferstanden ist und damit eigentlich alle Fragen beantwortet sind? „Wir wissen nicht, was er redet.“ Vielleicht weil beides irgendwie zutrifft. Zwischen Jesu Auferstehung und seinem zweiten Kommen leben wir in einer Zwischenzeit. Eigentlich ist schon alles geschehen und alles klar. Andererseits leben wir noch immer in einer vergänglichen Welt und wir spüren am eigenen Leib, dass Angst, Fragen und Traurigkeit noch nicht endgültig aus der Welt verschwunden sind. Jesus fasst es so zusammen: „In der Wellt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (V.33)

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Johannes 14, 1-11 Die Wohnung steht nicht leer

Jesus geht hin, um für seine Jünger in seines Vaters Haus eine Stätte zu bereiten. Bis jetzt hatte ich diesen Text immer als rein zukünftige Verheißung gelesen. Jesus geht zum Vater und bereitet alles für uns vor. Wenn wir einmal sterben werden, dann werden wir auferstehen und in die Wohnung einziehen, die Jesus für uns bereitet hat.

Beim heutigen Lesen hab ich mich aber gefragt, ob dieser Text wirklich rein zukünftige Aussagen macht.Wenn man die folgende Verse liest, dann könnte man ihn auch durchaus präsentisch verstehen: „Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.“ (V.7) „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ (V.9) Hier geht es eindeutig nicht um eine ferne Zukunft, sondern um das Jetzt und Hier. In Jesus können wir jetzt schon den Vater sehen und Gemeinschaft mit ihm haben.

Warum sollten die ersten Verse anders gemeint sein? Jesus geht hin, um eine Stätte zu bereiten. Er wird wiederkommen und seine Jünger zu sich nehmen. Das kann die Wiederkunft Jesu am Ende der Zeit meinen. Es kann aber auch das Wiederkommen Jesu nach dem Kreuz meinen (also die Auferstehung). Vom gesamten Johannesevangelium ist es auf jeden Fall klar, dass das Wohnen beim Vater nicht erst irgendwann später beginnt. Nein, in Jesus Christus ist jetzt schon das Heil in vollem Umfang gegenwärtig. So ist es auch mit der Wohnung beim Vater: Sie steht nicht leer bis zur endgültigen Wiederkunft Christi, sondern wie sind jetzt schon Hausgenossen Gottes (vgl. Eph.2,19) und dürfen in seiner Nähe wohnen.

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Johannes 12, 20-36 Jesus sprengt Erwartungen

Komische Reaktion! Da wollen zwei Menschen Jesus sehen (d.h. sie wollen ihn kennen lernen) und Jesus antwortet mit einem nicht ganz einfachen Wort über das Sterben. Er deutet sein eigenes Sterben an und betont, dass dies nötig sei, damit Frucht wachsen kann. Aber auch seine Nachfolger sollen ihr irdisches Leben „hassen“, damit sie das ewige Leben erhalten (V.25). Klingt nicht gerade attraktiv und einladend für die beiden Menschen, die gerade ihr Interesse bekundet haben, Jesus näher kennen zu lernen!

Jesus entspricht nicht den üblichen Erwartungen. Das zeigt sich auch in V.34: Das Volk hat vom Messias ganz andere Vorstellungen. Sie gehen davon aus, dass der Messias nicht sterben wird, sondern in Ewigkeit herrschen will. Auf dem Hintergrund manch alttestamentlicher Stellen ist das auch gar nicht so abwegig (Jes. 9,5-6Hes. 37,25, Ps. 89,37). Aber auch hier antwortet Jesus nicht wie erwartet und klärt die Menschen über ihre falschen Vorstellungen auf, sondern fordert sie einfach auf, dem Licht zu vertrauen. Keine Erklärung, keine logischen Argumente,…

Das liegt wohl auch daran, dass man Jesus erst von Kreuz und Auferstehung her recht verstehen kann. Vorher muss es für die Menschen immer recht schwierig gewesen sein, Jesus wirklich zu verstehen. Aber es warnt auch uns davor, ein allzu genaues und festgelegtes Jesusbild zu haben. Jesus lässt sich nicht in unsere menschlichen und religiösen Schablonen pressen.

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Johannes 11, 17-27 Bei Jesus im Leben und Sterben

Was für ein Anspruch! Jesus sieht sich als die Auferstehung und das Leben in Person! Das ist wohl das provozierendste und weitgehendste Ich-bin-Wort des Johannesevangeliums. Jesu ist mehr als ein Wegweiser oder eine Hilfe zum Heil, er ist das Heil selbst. Er vermittelt nicht nur Leben, sondern ist das Leben in Person. Es ist verständlich, dass die junge Christenheit bei solchen Ansprüchen in Konflikt mit der jüdischen Gemeinde geraten ist. Diese Aussagen sind noch einmal von einer anderen Qualität, wie wenn ein Prophet von sich sagt, im Namen Gottes zu reden.

Ist die Aussicht auf ein Leben nach dem Tod aber wirklich ein Trost angesichts des Verlustes eines irdischen Menschenlebens? Manche tun das als billige Jenseitsvertröstung ab. Mit selbst kommt es auch manchmal so vor. Der Schmerz und die Verzweiflung über Leid und Tod in dieser Welt ist trotzdem noch da. Aber dann gibt es auch Zeiten, in denen mich solche Hoffnungsaussagen tragen, halten und trösten. Wer in der Gewissheit leben und sterben kann, dass Jesus das Leben und die Auferstehung ist, und wer diesem Jesus vertrauen kann, der lebt und stirbt leichter.

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Johannes 2, 13-25 Worauf es wirklich ankommt

Für Johannes hat die Tempelreinigung ebenso programmatische Bedeutung wie das Zeichen bei der Hochzeit zu Kana. Gleich zu Beginn des Berichts über Jesu Wirksamkeit wird auch hier deutlich, um was es Jesus geht. Indem er den Tempel reinigt, macht er zeichenhaft deutlich, dass er die wahre Gottesverehrung wieder herstellen will. Glaube soll kein religiöses Geschäft sein, sondern soll sich allein auf Gott ausrichten. Gleich in dieser Geschichte wird auch deutlich, wie Jesus das letztendlich erreichen will: durch seinen Tod und seine Auferstehung (V.19). In der damaligen Situation konnte das niemand verstehen – erst im Nachhinein ist auch den Jüngern klar geworden, was damit gemeint ist.

Gleich zu Beginn lesen wir also hier einen Hinweis auf Jesu Heilshandeln in Tod und Auferstehung. So wie es schon vorher Hinweise darauf gab (z.B. Joh.1,29: Jesus als Gottes Lamm), soll hier deutlich werden, dass das ganze Evangelium unter diesem Blickwinkel zu lesen ist. Hier handelt nicht ein menschlicher Wundertäter oder ein großer Rabbi, sondern es handelt der Sohn Gottes, der für uns Erlösung und Heil bringt.

Für viele interessant ist natürlich die Frage, warum die Tempelreinigung bei Johannes zu Beginn von Jesu Wirksamkeit steht und bei den anderen Evangelien am Ende seiner Wirksamkeit. Was stimmt jetzt? Wer hat Recht? Wie war es historisch tatsächlich? Wenn wir ängstlich am Buchstaben kleben bleiben wollen, dann müssen wir behaupten, dass es zwei Tempelreinigungen gab. Ich für mich sage: Ich kann es historisch nicht genau sagen. Wir haben zwei Überlieferungen, die verschiedene Aussagen machen und dahinter kann ich nicht zurück. Wichtig ist für mich auch nicht, wann es geschehen ist, sondern dass es geschehen ist – und darin sind sich beide Überlieferungen einig.

Gerade dieser Abschnitt zeigt uns ja, wie sehr wir Jesus missverstehen, wenn wir uns nur am Buchstaben festklammern: die Juden können Jesu Aussage über den Tempel überhaupt nicht verstehen, weil sie Jesus nur buchstäblich verstehen (V.20). Jesus geht es aber in Wahrheit um eine ganz andere Ebene. So begegnen uns im Johannesevangelium häufig Missverständnisse, weil die Zuhörer Jesus auf einer viel zu oberflächlichen Ebene verstehen und gar nicht die geistlichen Wahrheiten dahinter erkennen. Ähnlich geht es uns, wenn wir die Wahrheit der Bibel an rein historischen Fragen festmachen wollen.

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Johannes 2, 1-12 Ein Hochzeitsfest am dritten Tag

Es ist kein Zufall, dass die erste öffentliche Handlung Jesu nach Johannes (er nennt es das „erste Zeichen“ Jesu; V.11) gerade die Weinvermehrung bei einer Hochzeit ist. Es ist sicherlich auch kein Zufall, dass Johannes am Anfang so betont, dass dies „am dritten Tag“ geschah (V.1). Das Johannesevangelium steckt voller tiefsinnigen Andeutungen hinter der Erzählebene.

In der alttestamentlichen Zukunftshoffnung wird die endzeitliche Erfüllung von Gottes Verheißungen oft mit einer Hochzeit verglichen. Wenn Gott kommt, dann wird ein Freudenfest gefeiert. Jetzt beginnt Jesu seine Wirksamkeit mit einem Freudenfest. Er sorgt sogar dafür, dass das Fest nicht so schnell zu Ende geht. Er sorgt für genügend Wein. Der Wein wird im Alten Testament teilweise kritisch gesehen, aber er ist auch ein Zeichen der Freude und der Fülle. Zu einem gelungenen Fest gehört einfach Wein dazu. Die Zeitangabe „am dritten Tag“ erinnert den Leser natürlich an Jesu Tod und Auferstehung. Jeder der die Geschichte Jesu auch nur ein wenig kennt, weiß dass er am dritten Tag nach seiner Kreuzigung auferstanden ist. In Jesu Wirksamkeit und erst recht durch seine Auferstehung am dritten Tag beginnt das endzeitliche Hochzeitsfest. Am Anfang des Markusevangeliums sagt Jesus: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen (Mk.1,15). Hier im Johannesevangelium macht er dasselbe durch seine Zeichenhandlung deutlich. In Jesus baut Gott sein Reich.

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Apostelgeschichte 17, 16-34 Anknüpfungspunkte

Zwei Dinge sind mir aufgefallen: Zum einen ist Paulus wütend über die Götzenverehrung der Athener. Aber trotzdem sucht er einen positiven Anknüpfungspunkt. Er versucht ernsthaft sie zu gewinnen. Er versetzt sich in ihr Denken hinein. Er gebraucht ihr philosophisches Vokabular. Anders als in der Synagoge kann er bei den heidnischen Athenern nicht den Glauben an den Gott Israels voraussetzen. Er kann darum nicht an das Alte Testament anknüpfen, sondern sein Einstieg ist die Schöpfung der Welt durch Gott. Das können prinzipiell auch die Athener akzeptieren.

Das zweite, was mir aufgefallen ist: Der Punkt, an dem das Gespräch abbricht, ist die Auferstehung Jesu von den Toten. Die leibliche Auferstehung passt nicht in das philosophische Denken der Athener. Das Göttliche hat nichts mit dem Leiblichen und Materiellen zu tun. Das Göttliche ist ewig und unveränderlich, das Leibliche ist vergänglich. Paulus hat mit seiner Predigt nur wenig Erfolg. Nur wenige kommen zum Glauben.

In unserer heutigen aufgeklärten westeuropäischen Kultur sind die positiven Anknüpfungspunkte noch geringer. Selbst die Schöpfung ist für die meisten sehr gut ohne Gott vorstellbar. Und mit der Auferstehung haben sogar manche heutige Theologen ihre Schwierigkeiten. Was ist die Konsequenz? Sollen wir ganz auf argumentative Überzeugung verzichten? So geschieht es ja in der Praxis häufig: Wir argumentieren nur noch mit existentiellen Erfahrungen – die kann man nicht so leicht wegdiskutieren. Wie würde Paulus wohl heute predigen? Welche positiven Anknüpfungspunkte würde er finde?

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Leo Tolstoi: Auferstehung

Tolstoi: AuferstehungSchon vor einiger Zeit habe ich dieses Buch von Tolstoi gelesen. Nachdem ich von „Krieg und Frieden“ begeistert war, hatte ich mich auf diesen Roman gefreut. Tolstoi hat drei große Romane geschrieben. Auferstehung ist nach „Krieg und Frieden“ und „Anna Karenina“ der zeitlich letzte davon. Es ist das Alterswerk des großen russischen Schriftstellers. In dem Roman spürt man deutlich seine Hinwendung zu einem moralisch verstandenen Christentum, das sich vor allem an der Feindesliebe der Bergpredigt orientiert.

Bei der „Auferstehung“ geht es Tolstoi nicht um die leibliche Auferstehung Jesu Christi oder um die biblische Auferstehungshoffnung am Ende der Zeiten. Es geht um eine moralische Auferstehung, es geht um die Läuterung zu einem besseren Menschen. Der biblische Jesus ist für Tolstoi ein Lehrer der Nächstenliebe. Er hat für ihn keine göttliche Erlösungsmacht, sondern ist eher ein Vorbild. Leo Tolstoi: Auferstehung weiterlesen