Lukas 5, 17-26: Entsetzen und Lob

Diese Geschichte finde ich immer wieder neu faszinierend. Immer wieder neu stolpere ich beim Lesen über die Reaktion Jesu. Diese Männer bringen einen Gelähmten zu Jesus. Sie lassen sich von Hindernissen nicht abhalten. Was erwarten sie von Jesus? Es wird nicht gesagt. Wie so oft lässt die knappe Darstellung der Bibel Raum für eigene Deutungen. Aber vom Zusammenhang her wird deutlich dass die Männer hoffen, dass Jesus den Gelähmten heilt (kurz vorher wird berichtet wie Jesus einen Aussätzigen heilt, in V. 15 kommen viele zu Jesus um ihn zu hören und gesund zu werden und in V. 17 wird gesagt, dass Gottes Kraft mit Jesus war, so dass er heilen konnte).

Und Jesus? Er heilt ihn zunächst nicht, sondern spricht ihm Sündenvergebung zu. Will er damit deutlich machen, dass körperliche Gesundheit nicht das Wesentliche ist? Will er die anwesenden Pharisäer und Schriftgelehrten provozieren? Wäre es ohne ihre Einwände bei der Sündenvergebung geblieben? Das alles wird im Text nicht deutlich beantwortet. Es wird aber deutlich, dass Heil und Heilung viel mehr als körperliche Heilung bedeutet. Auch ich als Leser werde in Frage gestellt: Was ist für mich das größere Wunder? Dass Jesus Sünden vergeben kann oder dass er einen Gelähmten heilt?

Schließlich frage ich mich: worüber sind die Menschen so aufgebracht? Am Ende des Textes wird beschrieben, wie sich alle entsetzen, Gott preisen und von Furcht erfüllt werden. Das ist eine seltsam ambivalente Reaktion: Entsetzen und Lob. Betrifft diese Reaktion die Heilung oder die Sündenvergebung oder Jesu provozierenden Umgang mit den Pharisäern und Schriftgelehrten? Wie auch immer – vielleicht wäre das auch bei uns heute manchmal  eine angemessene Reaktion auf diesen fremdartigen Jesus, der sich nicht an unseren Erwartungen ausrichtet, sondern an Gott: eine Mischung von Entsetzen und Lob.

| Bibeltext |

Peter Rollins: How (not) to speak of God

Rollins: How to (not) speak of GodPeter Rollins ist in Belfast geboren und aufgewachsen. Seine frühen Glaubenserfahrungen waren charismatisch geprägt. Am der Queen’s University von Belfast studierte er Philosophie, seinen Master machte er auf dem Gebiet der politischen Theorie und für seinen Doktor beschäftigte er sich mit poststrukturellem Denken. Wie so viele aus der Bewegung der „emerging church“ arbeitet er kritisch seine charismatisch-evangelikalen Wurzeln aus postmoderner Perspektive auf.

„How to (not) speak of God“ ist sein erstes Buch. Es ist im Jahr 2006 erschienen. Das Vorwort schreibt eine Gallionsfigur der ermergenten Bewegung: Brian McLaren. Rollins unterteilt sein Buch in zwei Teile. Im ersten Teil entfaltet er theoretische Grundlagen und im zweiten Teil wird gezeigt, wie das praktisch dann in Gottesdiensten aussehen kann.

Sein Grundgedanke ist eine Paradoxie: Zum einen stellt er fest, dass wir als Menschen gar nicht angemessen von Gott reden können, weil er der völlig Andere ist. Zugleich hält er fest, dass Gott das eine Subjekt ist, von dem und zu dem wir nicht aufhören dürfen zu reden. Deswegen auch der Doppeltitel: von Gott reden, obwohl wir es eigentlich nicht können.

Gegenüber einem Evangelikalismus, der glaubt man könne sehr deutliche Aussagen darüber machen, wer Gott ist und an welche theologischen Doktrine wir glauben müssen, betont Rollins die Andersartigkeit Gottes. Gott ist größer als unser menschliches Denken, wir können ihn immer nur bruchstückhaft und auf dem Hintergrund unserer kulturellen Prägung erahnen. Er bleibt ein Mysterium. Gegenüber einem liberalem Relativismus hält er daran fest, dass Gott als das Absolute existiert und dass wir mit unserem Reden und Denken diesem Mysterium näher kommen können. Allerdings wird nach meinem Empfinden die Argumentation gegen ein evangelikales Besserwissen stärker betont als die Vorbehalte gegen einen postmodernen Relativismus.

Für Rollins geht es nicht darum, den „richtigen Glauben“ zu haben (d.h. die an die richtigen dogmatischen Erkenntnisse zu glauben), sondern darum auf „richtige Weise zu glauben“ (d.h. den Glauben richtig zu leben). Im Bild ausgedrückt: Wichtig ist nicht, dass ein Baby intellektuell erfassen kann, wer seine Mutter ist, sondern dass es spürt, wie es von ihr gehalten wird. Die Wahrheit des christlichen Glaubens können wir nicht beschreiben, sondern nur erfahren. Es geht nicht darum, dass jeder die Wahrheit auf dieselbe Weise interpretiert, sondern dass wir alle die Wahrheit lieben und von ihr verändert werden.

Wenn wir meinen, Gott mit unseren theologischen Erkenntnissen in der Hand zu haben, dann wir unser Verständnis von Gott zu einem Götzen. Wir verehren nicht mehr Gott selbst, sondern unser Gottesbild. Wir können deshalb nicht von Gott an sich reden, sondern nur von unserem Verständnis von Gott. Schon die Bibel lehnt es deshalb ab, sich ein Bild von Gott zu machen. Gott kann nicht in Bildern – auch nicht in theologisch-intellektuellen Gottesbildern – erfasst werden.

Trotzdem ist für ihn der Inhalt dieses Gottesbildes nicht völlig beliebig. Rollins vergleicht es mit einem Kunstwerk. Bei einem Kunstwerk gibt es nicht die eine, all für allemal richtige und ewig gültige Interpretation. Jeder Betrachter kann etwas anderes in dem Kunstwerk entdecken. Die Interpretation eines jeden ist geprägt von seinen Erfahrungen, seiner Persönlichkeit, seiner Kultur und vielen anderen Dingen. Aber zugleich gibt es Interpretationen, die eindeutig der Absicht eines Kunstwerkes widersprechen können. Ein harmonisches, friedvolles Bild kann man z.B. nicht als Aufforderung zur Gewalt interpretieren. Es gibt also Grenzen der legitimen Interpretation.

Im zweiten Teil werden 10 „Veranstaltungen“ der „Ikon-Community“ dargestellt. Diese gottesdienstliche Events fanden tatsächlich in einem kleinen Pup in Nordirland statt. Auf kreative Art und Weise werden dort traditionelle Gottes- und Glaubensvorstellungen hinterfragt und die Teilnehmer zum Nachdenken und Diskutieren über Gott angeregt.

Rollins bezieht sich theologisch auf Karl Barth, der ja auch immer wieder die Andersartigkeit Gottes betont. Aber Barth zieht daraus andere Konsequenzen: Er lässt Gott nicht als dunkles Mysterium stehen, sondern schreibt in seiner Kirchlichen Dogmatik tausende von Seiten, wie er sich Gott vorstellt.

Ein anderer theologischer Anknüpfungspunkt sind für Rollins einige Gedanken von Bonhoeffer zu einem „religionslosen Christentum“. Rollins sieht seine Ausführungen als Fortführung dieser bruchstückhaften Ansätze. Das ist interessant, denn auch Bonhoeffer hat im Grunde eine postmoderne Erfahrung gemacht: alte Gewissheiten, wie seine gutbürgerliche Staatstreue, die Kirche als Organisation oder überhaupt das Christentum als Religion, sind für ihn angesichts des dritten Reiches und des Krieges zerbrochen. Auch seine eigene Identität hat er in der Gefangenschaft hinterfragt (im Gedicht „Wer bin ich?“) und er sieht sich am Ende nur gehalten von der Erfahrung, dass er in allen Fragen von Gott gehalten ist („Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“) Aber es ist müßig, darüber zu spekulieren, in welche Richtung sich Bonhoeffer weiterentwickelt hätte. Er wird ja heute von allen möglichen Richtungen (von liberal bis evangelikal) gerne vereinnahmt. Ich glaube, er war ein solch radikaler und eigenständiger theologischer Denker, dass er seinen ganz eigenen Weg gegangen wäre.

Was nehme ich für mich aus diesem Buch mit? Bei mir bleiben gemischte Gefühle und Gedanken zurück. Zunächst einmal ist Rollins ein scharfer Denker, der sich mit dem Thema Postmoderne auskennt und seine Gedanken dann auch noch interessant, anschaulich und mit überraschenden Sprachschöpfungen darstellen kann. Er arbeitet viel mit Bildern und Parabeln. Er schreibt engagiert und herausfordernd.

In seiner kritischen Analyse unserer selbstgemachten Gottesbilder stimme ich ihm zu. Er weist zurecht auf die Gefahr hin, dass wir unser eigenes Gottesbild zur Wahrheit selbst umfunktionieren. Die Dekonstruktion, das Auseinandernehmen von traditionellen Vorstellungen gelingt ihm sehr gut.

Allerdings bleibt für mich das, was er an die nun entstandene Leerstelle stellt, schwammig. Das ist wahrscheinlich gewollt, weil wir ja keine absoluten Aussagen machen können. Es bleibt ein bisschen Nächstenliebe, Toleranz und Mysterium. Es bleibt am Ende mehr Form als Inhalt. Auch die zehn Gottesdienste fand ich spannend, interessant und herausfordernd. Aber wenn ich mir vorstelle, nur noch so Gottesdienst zu feiern und ständig nur alles in Frage zu stellen, dann fände ich das ziemlich deprimierend.

Gegen alle postmoderne Skepsis müssen wir doch festhalten, dass der Sohn Gottes Fleisch geworden ist. Er hat sich greifbar und erlebbar gemacht. In Jesus Christus ist der ganz andere Gott, den wir nie völlig verstehen und begreifen können, in Fleisch und Blut sichtbar geworden. Er hat uns Menschen sein Gottesbild sehen lassen. Natürlich haben wir auch in Jesus Christus die Wahrheit nicht als Besitz. Aber auch in der Postmoderne müssen wir überlegen, welche Interpretation angemessen ist und wo Grenzen überschritten sind, die Gottes Offenbarung in Jesus Christus widersprechen. Klar: die Form in der wir glauben und Theologie betreiben ist wichtig („beliefing the right way“) – aber darüber den Inhalt („right belief“) völlig aus den Augen zu verlieren ist keine Lösung.

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Bonhoeffer: Nachfolge (18) – Die Boten

In diesem Abschnitt beschäftigt sich Bonhoeffer mit der Sendung der Jünger. Es geht um den Abschluss von Matthäus 9 und das ganze 10. Kapitel. Relativ zügig geht Bonhoeffer an diesem Text entlang und schreibt zu den einzelnen Textabschnitten jeweils einige Gedanken.

Ich muss zugeben, dass mich dieses Kapitel nicht so besonders angesprochen hat. Es ist im Wesentlichen eine Nacherzählung und kurze Entfaltung des Matthäustextes. Keine große Überraschungen. Anstatt zu erklären spitzt Bonhoeffer wie gewohnt die Herausforderungen des Textes eher noch zu.

Bisher war ich ja recht angetan von dieser Zuspitzung. Sie macht den Text unbequem und herausfordernd. Man liest nicht so leicht darüber hinweg. Allerdings merke ich auch, dass die ständige Provokation mit der Zeit nicht mehr so wirksam ist (und in diesem Kapitel auch nicht so spitzt herausgearbeitet ist) – man stumpft gegenüber diesen Zuspitzungen ab. Es ist ja gut, wenn uns der Bibeltext herausfordert. Aber für für mein Leben als Christ wäre es auch ganz hilfreich zu erfahren, wie ich mit all diese steilen Anforderungen umgehen soll? Wenn ich Bonhoeffer ernst nehme, dann lebe ich in einer ständigen Überforderung. Dann erlebe ich ständig nur Scheitern, weil mein Leben bei weitem nicht dem entspricht, wie Bonhoeffer die Nachfolge darstellt.

Hier macht sich der Hintergrund von Bonhoeffers Theologie bemerkbar: Er steht in der Tradition der dialektischen Theologie von Karl Barth. Barth betont die Andersartigkeit Gottes, sein Wort kommt unvermittelt, senkrecht von oben in unsere Welt hinein. Wir sollen dementsprechend Gottes Wort nicht menschlich erklären und verständlicher machen, sondern gerade in seiner Andersartigkeit stehen lassen. Barth hat damit einen berechtigten Gegenentwurf zur liberalen Theologie des 19. Jh. geliefert, in welcher nur noch der Mensch und seine Erfahrungen und Möglichkeiten im Zentrum stand.

Aber auch das andere Extrem (die dialektische Theologie) hat so ihre Probleme und die werden mir so langsam bei Bonhoeffers Nachfolge deutlich: die Kluft zwischen Gott und Mensch wird groß und größer. Das Evangelium wird ziemlich abstrakt und es wird nicht recht deutlich, wie wir diese Evangelium auch in unserem Alltag leben können. Die menschliche Wirklichkeit gerät aus dem Blickfeld.

Ein Beispiel: Bonhoeffer schreibt: „Die Botschaft und die Wirksamkeit der Boten ist von der Jesu Christi selbst in nichts unterschieden.“ (S. 199) Das mag als theologisches Postulat richtig sein – aber deckt sich nicht mit meiner Lebensrealität, nicht mit meiner Erfahrung. Mein Leben als Nachfolger ist bruchstückhaft und bei weitem nicht so perfekt, wie Christus es gelebt hat. Man kann natürlich sagen, dass das eine Verheißung ist, die unabhängig von meiner Einschätzung wahr ist – aber wenn Gottes Verheißungen gar nichts mehr mit meinem wirklichen Leben zu tun haben, dann wird das Evangelium lebensfremd und unwirklich, dann wird Nachfolge kalt und abstrakt.

Wie gesagt: das ist eine Gefahr und wir sehen ja bei Bonhoeffer selbst, wie er in eindrucksvoller Weise seinen Glauben auch im Alltag gelebt hat. Es wäre interessant zu erfahren, wie er selbst in seinem Glauben diese zugespitzten Forderungen der Nachfolge auf der einen Seite und die Erfahrung der eigenen Unvollkommenheit und Gebrochenheit miteinander in in Verbindung gebracht hat. Ich denke Theologie hat nicht nur die Aufgabe uns die Andersartigkeit Gottes und die ungeheuren Ansprüche, die Jesus an seine Nachfolger stellt, vor Augen zu führen, sondern sie sollte auch deutlich machen, wie Jesus Mensch wurde, wie er schwach wurde, wie er gerade die Zerbrochenen und Müden mit Gott in Verbindung gebracht hat.

Exodus 27 Das Zelt der Begegnung

In diesem Kapitel wird das mobile Heiligtum der Israeliten zum ersten mal als „Zelt der Begegnung“ bezeichnet. Luther hat diesen Ausdruck in Anlehnung an eine „Stiftskirche“ als „Stifshütte“ übersetzt. Der wörtliche Ausdruck im hebräischen zeigt jedoch ganz gut die Bedeutung dieser Stiftshütte: Es ist ein Zelt in dem sich Gott und Mensch begegnen.

Die Israeliten unterschieden sich mit ihrem Heiligtum deutlich von anderen damaligen Religionen: Es war damals üblich, dass man im Heiligtum Götterstatuen aufstellte und diese Statuen auch anbetete. Israel hält sich da ganz zurück. Es befolgt das Gebot, dass es sich kein Bildnis machen soll von Gott. Das Zelt der Begegnung ist nicht an sich heilig. Es gibt keine Götterstatue darin. Auch die Bundeslade hat man sich nur als eine Art Fußschemel Gottes vorzustellen.

An diesem „Zelt der Begegnung“ wird deutlich, dass Gott viel größer und herrlicher ist, als wir uns das vorstellen können. Wir können ihn nicht in Statuen, Bilder oder menschliche Vorstellungen hineinpressen. Wir können höchstens ein „Zelt der Begegnung“ aufbauen und auf Gott warten. Wir können bereit sein, dem unsichtbaren, heilige und herrlichen Gott zu begegnen.

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Exodus 5, 18-31 Rätselhafter Gott

Hier wird zum ersten mal ein Thema angeschnitten, das die nächsten Kapitel bestimmt: die Verstockung des Pharao. Von Anfang an sagt Gott: „Ich aber will sein Herz verstocken.“ (V.21) Na toll!?! Wär es nicht sinnvoller das Herz des Pharaos nachgiebig zu machen, so dass er das Volk Israel gleich ziehen lässt? Wär’s schon. Aber in den nachfolgenden Kapiteln wird deutlich, dass Verstockung nicht nur ein Wirken Gottes ist, sondern das auch der Pharao seinen Anteil dazu beiträgt. Es wird sowohl davon gesprochen dass Gott das Herz des Pharaos verstockt (so wie an dieser Stelle hier), als auch davon, dass der Pharao selbst sein Herz verhärtet (z.B. 8,11.28). Trotzdem bleibt es rätselhaft, warum Gott diese Verhärtung noch bekräftigt anstatt ihr entgegen zu wirken.

Sehr rätselhaft an dieser Stelle sind auch die Verse 24-26. Da taucht plötzlich Gott auf und will Mose töten!?! Den Mose, den er gerade eben mit der Befreiung seines Volkes beauftragt hat. Diese Verse passen überhaupt nicht in den restlichen Zusammenhang und als Leser fragt man sich: Was soll das? Es gibt sicher so manche Auslegungsmöglichkeit, mit der man diese Stelle einigermaßen hinbiegen kann. Für mich wird hier vor allem deutlich, dass Gott – trotz aller Offenbarung – für uns Menschen letztendlich nie ganz zu verstehen ist. Es bleibt immer ein letztes Rätsel, ein Geheimnis, das wir nicht völlig erfassen können. Es bleibt ein grelles Strahlen in Gottes Wesen, das wir mit bloßem Auge nicht anschauen und ergründen können.

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Jeremia 33, 14-26 Eine erfüllte Verheißung

Das hat sich so nicht erfüllt. Jeremia verheißt ganz konkret eine Zeit, in der ununterbrochen ein gerechter König auf dem Thron Israels sitzen wird und ununterbrochen levitische Priester die täglichen Opfer am Tempel darbringen wird. Nach der Rückkehr aus dem Exil gab es zwar Versuche, das davidische Königtum wieder her zu stellen und auch der Tempel wurde wieder aufgebaut, um darin Opfer bringen zu können – aber wir wissen heute, dass beides nicht sehr erfolgreich war.

Gott hat diese Verheißung auf einer ganz anderen Ebene wahr gemacht. Auf eine Weise, die unser menschliches Denken übersteigt. Ich denke auch Jeremia selbst hat eher mit einer wortwörtlichen Erfüllung dieser Verheißung gerechnet. Aber Gott hat einen anderen König und einen anderen Priester gesandt. Einen König, der bis heute ununterbrochen regiert und der mit seinem Opfer die tagtäglichen Opfer am Tempel überflüssig gemacht hat…

Wir sollten uns davor hüten, Gottes Verheißung zu eng in unsere menschlichen Vorstellungen ein zu pressen. Gott erfüllt seine Verheißungen. Aber diese Erfüllung sieht manchmal ganz anders aus, als wir uns das vorstellen.
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