Sacharja 9, 9-12 Der arme König

Im Alten Testament ist dies ein wichtiger Text für die Messiaserwartung. Der Messias ist der von Gott zum König gesalbte. Er wird kommen und das Königreich des Volkes Gottes aufrichten. Spannend an diesem Text ist, dass dieser künftige König nicht als reich und mächtig in weltlichem Sinn geschildert wird. Er reitet auf einem Esel, das war das Lasttier der armen Leute damals – Könige ritten auf Pferden. Er wird nicht durch militärische Macht herrschen, sondern im Gegenteil, „der Kriegsbogen soll zerbrochen werden“ (V.10). Trotzdem wird seine Herrschaft alle Welt umfassen. Hier scheint sich die Erwartung eines Heilskönigs mit der Vorstellung eines leidenden Gottesknechtes zu verbinden.

Wenn Jesus von Nazareth hunderte von Jahren später auf einem Esel nach Jerusalem reitet, dann macht er damit sehr deutlich, was für einen Anspruch er hat. Er will dieser Heilskönig sein. Er will nicht mit militärischer Macht herrschen, sondern er will gerade in seiner Armut den Menschen helfen.

Hat sich diese Verheißung in Jesus Christus nun erfüllt? Ja und nein. Er ist tatsächlich auf einem Eseln nach Jerusalem geritten. Aber es sind bei weitem nicht alle Kriegsbogen zerbrochen. Er herrscht bei weitem nicht über alle Welt. Auch als Christen warten wir noch auf die endgültige Erfüllung dieser Verheißung. Sein Friedensreich hat schon angefangen, aber es ist noch nicht vollendet.

| Bibeltext |

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