Römer 7, 1-6: Dem Gesetz gestorben

Paulus liebt zugespitzte Formulierungen und Gegenüberstellungen. Er ist nicht nur in seinem Leben radikal in seiner Hingabe an Jesus, sondern auch in seinem Denken. Wenn man will, kann man seine Worte leicht verdrehen, indem man sie aus dem Kontext reist oder sie einfach etwas umdeutet. Dem Gesetz gestorben könnte ja auch bedeuten, dass wir als Christen völlig frei sind von allen Forderungen Gottes. Wenn wir frei von Gottes Geboten sind, dann haben sie keine Geltung mehr für uns und wir müssen uns nicht an ihnen ausrichten.

Dem Gesetz gestorben bedeutet für Paulus aber nicht nicht, dass wir nicht nach dem Willen Gottes fragen. Im Gegenteil, wer frei vom Gesetz des Buchstaben ist, der kann in ganz neuer Weise im Geist nach dem Willen Gottes fragen. Das Ziel ist nicht die Gesetzlosigkeit und die Beliebigkeit, sondern das Ziel ist nach wie vor, dass „wir Gott Frucht bringen“ (V.4). Aber eben nicht mehr in einem Buchstabengehorsam, sondern im „Wesen des Geistes“ (V.6).

Das lässt sich theologisch leicht so schreiben. Meine grosse Schwierigkeit ist, wie das dann in der Praxis aussieht. Da ist es eben nicht immer so einfach und offensichtlich. Da ist es oft bequemer sich an einige klare christliche Regeln zu halten, als immer wieder neu zu fragen, was denn der Wille Gottes ist. Vor allem dann, wenn es in konkreten Fragen unterschiedliche Meinungen gibt, was denn der Wille Gottes ist.

| Bibeltext |

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