Römer 6, 1-11: Christen und die Sünde

Paulus merkt, dass man aus seinen universalen Aussagen über die Gnade Gottes die falschen Schlüsse ziehen könnte. Und weil er nun ausführlich auf eventuelle Einwände eingeht, kann man davon ausgehen, dass er sich hier gegen tatsächlich Vorwürfe reagiert. Wenn Gottes Gnade so groß und universell ist, wo bleibt dann das menschliche Handeln? Spielt es dann überhaupt noch eine Rolle, wie wir Menschen leben? Ist es dann nicht sogar besser, wenn wir in der Sünde verharren, damit Gottes Gnade um so größer rauskommt?

Paulus weißt diesen Einwand scharf und deutlich zurück. Bei seiner Begründung merke ich, dass es mir schwer fällt, sie wirklich nachzuvollziehen. Soweit ich es verstanden habe, geht es Paulus darum, dass wir als Christen mit Christus für die Sünde gestorben sind. Das gilt nicht nur im Sinne der Rechtfertigung (so dass die Sünde uns nicht mehr vor Gott verklagen kann), als auch im Sinne einer Neuausrichtung des Lebens. Jemand der wirklich zu Christus gehört, kann gar nicht weiter in der Sünde leben wollen.

Das heißt nicht, dass Christen gar nicht mehr sündigen können. Das weiß auch Paulus. Aber es heißt, dass wir unser Leben nicht mehr an der Sünde ausrichten, sondern an Christus. Auch wenn uns das im Konkreten nicht immer gelingt, die grundsätzliche Ausrichtung eines Lebens mit Christus ist eine ganz andere, als ein Leben ohne Christus. Ein Christ kann gar nicht in der Sünde leben wollen, denn er richtet sich ja an Christus aus und nicht an der Sünde.

| Bibeltext |

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