Römer 5, 6-11: Der gottlose Paulus

Ich finde es beeindruckend, wie Paulus seine Theologie der Rechtfertigung allein aus Gnaden auch auf seine eigene Person anwendet. Er spricht hier in diesem Abschnitt betont von „wir“ und „uns“, d.h. er schließt sich selbst mit ein. Auch für ihn gilt: Ohne Christus war er „schwach“, ja sogar „gottlos“ (V.6). Wenn wir den Lebenslauf des Paulus anschauen, dann könnte man ja mit einigem Recht sagen, dass er als strenggläubiger und gesetzestreuer Pharisäer alles andere als gottlos war. Er wollte eigentlich mit aller Konsequenz dem Gott der Bibel dienen.

Aber im Rückblick, von der Erfahrung aus, in Christus angenommen und gerechtfertigt zu sein, bezeichnet Paulus diesen Zustand als gottlos. Ganz schön gewagt! Und ganz schön demütig! Das ist das besondere an der Theologie des Paulus: er hat sie selbst in seinem Leben durchbuchstabiert. Sie ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern er hat sie erlebt und erfahren. Christus nimmt denjenigen, der ihn und die Gemeinde fanatisch verfolgt, aus reiner Gnade an.

| Bibeltext |

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