Römer 4, 13-25: Abrahams Glaube

Und er wurde nicht schwach im Glauben“ (V.19). „Denn er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste: Was Gott verheißt, das kann er auch tun“ (V.20f). Ob Abraham wirklich in allen Situationen seines Lebens solch einen unerschütterlichen und festen Glauben hatte? Das klingt für mich doch ein wenig idealisiert. Wenn solch ein unerschütterlicher Glaube, der nie ins Zweifeln kommt, nötig ist, um gerettet zu werden, dann ist Rechtfertigung aus Glaube genauso schwierig, wenn nicht sogar schwieriger, als die Rechtfertigung aus Werken.

Das ist genau der Trick vieler Religionen: sie stellen ein paar Regeln auf und fordern auf, sie einzuhalten. Wenn einem das gelingt, dann ist man vor Gott in Ordnung. Insofern kann eine Gesetzesreligion einfacher und bequemer sein, als das Vertrauen auf Gott.

Solch einen Glauben wie Abraham habe ich sicher nicht. Aber gerade auch in meinem unvollkommenen Glaube möchte ich allein auf die Gnade Gottes in Jesus Christus vertrauen. Das ist die Herausforderung des biblischen Glaubens: Ich bleibe immer abhängig von Gott, ich kann mir vor ihm nichts verdienen – auch nicht mit einem vorbildlichen Glauben. Glaube heißt gerade nicht auf sich selbst (und auch nicht auf seine Glaubensstärke) zu vertrauen, sondern auf Gott.

| Bibeltext |

Bewerte diesen Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.