Römer 2, 17-29: Wissen und Tun

Paulus liebt die rhetorische Zuspitzung. Er geht sicher nicht davon aus, dass alle Juden stehlen, ehebrechen und Tempelraub begehen (V.21f). Er will damit grundsätzlich klar machen, dass allein das Wissen um das richtige Tun nicht ausreicht, sondern es entscheidend ist, ob man sich auch daran hält. Allein das Wissen, was der Wille Gottes ist hilft wenig – entscheidend ist, ob man sich daran hält. Noch schwieriger wird es, wenn man sich nicht daran hält und trotzdem andere belehren will, was richtig und falsch ist.

Das gab es ja nicht nur damals, sondern das finden wir heute auch immer wieder. Oft sind gerade diejenigen, die am lautesten von anderen das richtige Verhalten einfordern, auch die, die sich selbst nicht so genau daran halten. Das scheint bis heute eine Art Schutzmechanismus zu sein: Solange ich auf die Fehler Anderer zeige, fällt es nicht so auf, ob ich mich selbst richtig verhalte.

Aber da darf ich jetzt nicht anfangen, lautstark über die Uneinsichtigkeit von anderen zu lästern, denn dann mache ich gerade genau dasselbe. Ich muss bei mir selbst anfangen und erkennen, wo ich mich vom Tun des Guten entfernt habe. Ich muss zugeben, dass ich oft versage und dass ich allein aus Gottes Vergebung lebe. Dieses Wissen soll mich aber nicht in Resignation oder Bequemlichkeit führen, sondern in Demut und Dankbarkeit.

| Bibeltext |

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