Richter 6 Das Vlies des Gideon

Das berühmte Vlies des Gideon. Um ganz sicher zu sein, dass er wirklich im Auftrag Gottes die Midianiter angreifen soll legt Gideon zwei mal über Nacht ein Wollflies aus. Beim ersten mal soll zur Bestätigung seines Auftrags das Vlies nass vom Tau sein und der Boden drumherum nicht. Beim zweiten mal soll es genau umgekehrt sein. Und Gott geht tatsächlich darauf ein: Gideon bekommt diese deutliche Bestätigung.

Können wir das heute noch so machen und von Gott bei Entscheidungen ein deutliches Zeichen verlangen? Ich denke im Prinzip ja – aber: In der Bibel wird die Forderung nach einem Zeichen auch durchaus kritisch gesehen. Die Pharisäer forderten z.B. von Jesus ein Zeichen, um seine Autorität zu beweisen. Jesus gab ihnen aber keine Beweise in die Hand, sondern forderte Umkehr, Glaube und Vertrauen. Auch seinen Jüngern hat er nicht empfohlen in schwierigen Situationen ein eindeutiges Zeichen zu verlangen. Viel wichtiger ist das schlichte Vertrauen auf Gott.

Auch bei Gideon muss man den Zusammenhang sehen: Er war sich eigentlich schon vorher seines Auftrages sicher. Ein Engel des Herrn hat mit ihm gesprochen (V.11), ja Gott selbst sprach mit ihm (V.23). Dieses Auslegen des Flieses war also eingebettet in ein Fragen und Hören auf Gottes Wort. Außderdem war es eine große Entscheidung, die nicht nur Auswirkungen für Gideon hatte, sondern auch viele andere Menschen betraf.

Gott will sicher nicht, dass wir wegen jeder Kleinigkeit nach einem eindeutigen Zeichen fragen. Er hat uns seinen Geist gegeben, er hat uns unseren Verstand gegeben. Aber ich bin sicher, dass Gott auch heute noch vielfältige Möglichkeiten hat, um uns in schwierigen Fragen den richtigen Weg zu zeigen…

| Bibeltext |

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