Richter 17 Halbheiten

Nachdem bis jetzt im Richterbuch vor allem die äußeren Bedrohungen für Israel geschildert wurden, tauchen jetzt die inneren Bedrohungen auf. In diesem Text wird beschrieben, wie Micha sich ein Privatheiligtum einrichtet mit „Hausgötzen“, seinem eigenen Sohn als Priester und dann einem „privaten“ levitischen Priester. Erstaunlich auch bei diesem Text, dass er recht neutral berichtet und kaum bewertet. Nur in einem Nebensatz wird deutlich, was davon zu halten ist: „… und jeder tat, was ihn recht dünkte.“ (V.6)

Das Schwierige an Michas Handeln ist, dass hier Richtiges und Falsches vermischt werden. Er tut das alle offensichtlich im Namen Gottes, er will keine anderen Götter anbeten. Aber er verlässt dabei auch den Weg der Bibel, indem er sich ein Bildnis von Gott macht und indem er mit seinem Sohn einen Nicht-Leviten zum Priester weiht. Das ist bis heute die größte Gefahr für den Glauben: Nicht das offensichtlich Falsche, sondern schleichende Vermischung von Richtigem und Falschem. Halbwahrheiten schaden der Wahrheit mehr als offensichtliche Lügen.

Die Frage ist dann, wie man mit solchen Halbwahrheiten umgeht. Ängstliche Rechtgläubige sind schnell dabei, gegen die Halbwahrheiten zu kämpfen und alles was nicht in ihrem Sinn ist zu verteufeln. Ich denke es ist sinnvoller, sich bewusst auf die Wahrheit auszurichten. Glaube ist für mich nicht in erster Linie ein Kampf gegen etwas, sondern er ist ein Vertrauen und manchmal auch Kampf für etwas.

| Bibeltext |

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