Richter 13 Der Engel des Herrn

In diesem Kapitel wird die Geburtsgeschichte des Simsons beschrieben. Besonders interessant finde ich dabei die Figur des Engels und wie die Menschen auf ihn reagieren. Die Mutter Simsons ahnte sofort, wen sie da vor sich hatte: „Es kam ein Mann Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie der Engel Gottes, zum Erschrecken.“ (V.6) Der Engel war also offensichtlich nicht sofort als solcher erkennbar, sie beschreibt ihn als einen Mann Gottes (also als einen Menschen), der in irgendeiner Weise aber die Gestalt eines Engels hatte – worin diese Besonderheit bestand wird nicht beschrieben.

Ihr Mann tut sich sogar noch schwerer, diesen Mann als Engel (was ja wörtlich übersetzt nichts anderes heißt als „Bote“) des Herrn zu identifizieren. Er bietet ihm ein Ziegenböcklein zum Essen an (V.15) und er fragt ihn nach seinem Namen (V.17). Für ihn ist es ein normaler Mensch, der vielleicht in einem besonderen Verhältnis zu Gott stand. Erst als der Engel auf wundersame Weise verschwindet, fallen beide voller Ehrfurcht auf den Boden (V.20).

Kein Lichtglanz, keine Flügel, keine himmlischen Posaunen, sondern einfach eine menschliche Gestalt, die eine Botschaft Gottes weiter gibt. Die Frau findet seine Gestalt von Anfang an Ehrfurcht gebietend („zum Erschrecken“), der Mann bemerkt zunächst gar nichts außergewöhnliches. Wer weiß, vielleicht sind wir auch schon einem Boten des Herrn begegnet und haben es gar nicht gemerkt…

| Bibeltext |

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