Richter 11 Ein bescheuertes Gelübde

Was für ein bescheuertes Gelübde! Und das von jemand, von dem ausdrücklich gesagt wird, dass der Geist Gottes auf ihn kam (V.29). Jeftah gelobt Gott das erste was ihm aus seinem Haus entgegen kommt zu opfern, wenn Gott ihm den Sieg gegen die Ammoniter schenkt. Jeftah siegt und zur Begrüßung kommt ihm seine Tochter, sein einziges Kind entgegen… Warum nicht einfach einen Stier opfern? Rechnet Jeftah gar nicht mit der Möglichkeit, dass ihm ein Mensch entgegenkommen könnte? Warum ist er an dieses Gelübde gebunden, obwohl es doch offensichtlich gegen Gottes Gebot verstößt (vgl. z.B. Deut. 12,31; Jer. 19,5)?

Ganze Hingabe und scheinbar eifriger Gehorsam gegenüber Gott schützt nicht vor Fehlern. So manches mal kann der Eifer für Gott auch übers Ziel hinaus schießen. Das heißt nicht, dass weniger Hingabe an Gott besser ist. Das heißt aber, dass selbst wenn ich mich vom Geist Gottes erfüllt fühle, ich mit meiner eigenen Fehlerhaftigkeit rechnen muss. Selbst wenn Gott mich gebraucht um feindliche Mächte zu schlagen, bleibe ich ein unvollkommener Mensch, der vielleicht gerade im frommen Eifer falsche Entscheidungen trifft.

| Bibeltext |

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