Psalm 99 – Lobpreisfloskeln

Noch ein Psalm, in dem es um Gott als König geht. So langsam wird mir dieses Thema etwas zu viel: Gott als König taucht schon in den vorherigen Psalmen mehr als genug auf (Ps. 93,1; 95,3; 96,10; 97,1; 98,6). Diese Häufung zeigt auf jeden Fall, dass die Psalmen nicht wahllos zusammen gestellt wurden, sondern dass sie zumindest an dieser Stelle inhaltlich zusammen geordnet wurden.

Im Gegensatz zu den anderen Psalmen, in denen es um Gott als König geht, kommt mir dieser Psalm ziemlich blass vor. Ich hab das Gefühl hier werden eher Phrasen gedroschen, als wirkliche Ehrfurcht vor dem König ausgedrückt (kann aber auch an mir und meiner Stimmung liegen 😉 ). So als ob man halt vor den König kommt, sich protokollarisch richtig verhält (mit Niederwerfen und so Zeugs…) und die üblichen Lobhudeleien und Höflichkeitsfloskeln los wird.

Aber das ist ja wohl immer ein Problem beim Lob Gottes: Wie soll man Gott loben, wenn es einem gerade gar nicht danach ist? Soll man es dann lieber bleiben lassen, weil das Lob ja nicht von Herzen kommt und gar nicht so richtig ernst gemeint ist? Oder soll man sich überwinden, Gott trotzdem loben, halt die üblichen Lobpreisfloskeln verwenden und hoffen, dass die innere Einstellung sich dann schon noch ändert?
Bibeltext

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2 Gedanken zu „Psalm 99 – Lobpreisfloskeln“

  1. Hier nur ein paar kurze (unsortierte) Gedanken von mir zum Thema:
    Ich wäre für die zweite Variante: Also Loben trotz „fehlender Gefühle“. Ich weiß selber, dass das nicht immer einfach ist und es fällt mir selbst oft schwer so zu handeln, aber ich denke der Glaube ist nicht von unseren Gefühlen abhängig. Denn Gott ist ja der selbe gestern, heute und in Ewigkeit (Hebr 13, 8). Und das heißt auch, dass Gott derselbe ist, egal ob ich heute gute Laune oder schlechte habe, Gott ist derselbe König, Gott ist der selbe Vater, usw…
    Damit will ich nicht sagen, dass Gefühle im Glauben nix verloren haben, aber ich bin der Meinung, dass die Gefühle niemals die Grundlage des Glaubens sein sollten, sondern immer nur Auswirkung, denn unsere Gefühle können täuschen, aber Gottes Wahrheiten und Verheißungen sind immer wahr.
    Dazu hab ich einen guten Buchtipp: „Glaube ist kein Gefühl“ von Ney Bailey; da ich nicht weiß, wie man verlinkt; hier der link einfach so 😉 http://www.clv.de/index.php?sid=x&shp=oxbaseshop&cl=details&anid=297
    Und in einem seiner Bücher hat Hans Peter Royer das auch ganz gut ausgedrückt.. Leider hab ich das Buch grad nicht da…
    Außerdem sollen wir nicht nur für die schönen Sachen danken, die uns gefallen oder die wir für gut halten, sonder: „Sagt in ALLEM Dank! …“ (1.Thess 5, 18)

    PS: Kommentieren geht wieder 😉 Danke 🙂

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