Psalm 95 – Zwischen Jubel und Demut

Eine spannende Zusammenstellung findet sich in diesem Psalm. In der ersten Hälfte voll die Lobpreis-Schiene: Kommt lasst uns Gott loben und preisen, weil er so mega-cool und klasse ist. Je lauter und fröhlicher, desto besser. Und dann in der zweiten Hälfte kommt der totale Themenwechsel: Passt auf, dass es euch nicht geht wie euren Vorfahren, die so stur und bockig waren. Sie wollten einfach nicht auf Gott hören und deswegen hat Gott sie in seinem Zorn zur Schnecke gemacht.

Schon gewöhnungsbedürftig, dass hier beides so unvermittelt nebeneinander steht. Wir finden ähnliche Einstellungen heute noch – aber normalerweise nicht so unvermittelt nebeneinander. Da sind auf der einen Seite eher diejenigen, die im Glauben immer gut drauf sein wollen und ständig hinausposaunen wie großartig Gott ist. Glaube heißt dann vor allem: Keep smiling, denn Gott ist gut! Und dann gibt es die anderen, die sich mehr darauf spezialisiert haben, wie schlecht wir Menschen doch sind und wie zornig Gott über unsere Unfähigkeit ist. Glaube heißt dann vor allem: Demütig auf dem Boden zu kriechen, sich seiner Schuld bewusst sein und verzweifelt versuchen, besser zu werden.

Dem Psalm nach zu urteilen scheint ja beides irgendwie zusammen zu gehören und beides wichtig zu sein…
Bibeltext

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