Psalm 94 – Fragen und Anfragen

Erstaunlich, wie oft in den Psalmen immer wieder neben das Lob und die Vertrauensäußerungen die Fragen und Anfragen an Gott treten. Auch in diesem Psalm fragt der Beter Gott, warum er es zulässt, dass in seinem Volk das Recht von irgendwelchen habgierigen und hochnäsigen Machtmenschen mit Füßen getreten wird. Interessanterweise macht der Beter das Unrecht vor allem an der ungerechten Behandlung von Witwen, Fremdlingen und Waisen fest: Nicht erst Jesus hat sich um die Schwächsten der Schwachen gekümmert, sondern schon der an manchen Stellen sehr despotisch und willkürlich erscheinende Gott des Alten Testaments hatte ein Herz für die Schwachen und Ausgestoßenen.

Ich möchte gern bei dieser „offenen“ Sicht Gottes bleiben. Er hat sich in Jesus geoffenbart, er hat in Jesus sein tiefstes Wesen gezeigt. Und doch haben wir Gott nicht in der Tasche. Auch mit Jesus bleibt meine Gotteserkenntnis Stückwerk. Auch mit Jesus treten bei mir neben das Lob und das Vertrauen auch die Fragen und Anfragen. Es gibt so manches, was ich nicht verstehe… Aber trotz mancher Fragen geht’s mir so wie dem Psalmbeter: Dass ich auch in den Fragen und Tiefpunkten erlebe, dass Gott da ist, dass er hält und tröstet (V.18-19).
Bibeltext

Psalm 94 – Fragen und Anfragen
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